Bamberger Elegien (61). Überarbeitung. Anfang der abermals neugefaßten Ersten Elegie, nunmehr mit dem Versuch des k o r r e k t verwandten Hexameters.
[Unterstreichungen sind die Betonungen, also
je die deutsche Entsprechung zur antiken Langsilbe.
Die direkt aufeinanderfolgenden Betonungen
sind Spondeen.]
je die deutsche Entsprechung zur antiken Langsilbe.
Die direkt aufeinanderfolgenden Betonungen
sind Spondeen.]
Atmosphäre, verloren, gewesenes Tier, das zum Sterben
kauert... die schmerzenden Bindehäute verkrustet... so siecht es?
Floh‘s nur, weil w i r es vertrieben? So hockt es versteckt? (Und es lauert?)
Wenn uns Geist von den Körpern so ablöst, w o bleibt denn W e l t dann?
Wo bleiben w i r? Er kennt nicht, zweiwertig ist er, die l i c h t e n
Schatten und gegen die dunkleren trat er, die Leidenschaft scheuend
wie einen Irrtum von Irren, an. Moderat korrigiert er
Emotion ins politisch Korrekte, damit es, das Tier, nichts
reißt. Doch Vereinen heißt i m m e r auch Nehmen. Fortnehmen heißt es,
Autonomie zu gefährden, das Ich. Niederzureißen,
ab- und es wegzureißen von unsren monadischen Leibern.
Geist ist lauwarm und zeugt nicht. Er dämpft. Harmonie, weil sie ausgleicht,
geht auf Kosten der Schöpfung, sieht nur noch Moral, ein schales,
demokratisches non consensual, das jedes Erregen
regulativ erstickt und das bleibende Tier vegetarisch
aushungert. Geist aber weht, verblasen, durch gittergleiche
Koordinaten von Ordnung, in denen in sich keine Frau mehr
leiblich das Weib erkennt und im Mann nicht länger mehr Männer,
die es sich nehmen. Und er sieht die Frau nicht mehr leiblich,
weil er‘s nicht darf, einander erkennen, noch daß er in seiner
Mutter eine erkennt, die ihn b l u t e n d gebar und empfing ihn
naß, ach so voller Geilheit! Schön werden davon die Kinder.
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albannikolaiherbst - Freitag, 2. März 2007, 09:16- Rubrik: BambergerElegien
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