B.L.’s 8.2. - Flecken
17.44
Wer mich auf das Verhalten der Anderen verweist, um damit anzudeuten, daß es für die Anderen doch auch möglich sei, so zu sein, wie sie sind, und ich also durchaus auch so sein könnte, wenn ich wollte, hat mich nicht begriffen. Nur schlimm, dann feststellen zu müssen, daß es die eigene Frau ist, die auf das Verhalten der Anderen - zumeist Ehemänner - verweist. Die sich natürlich anders und in ihren Augen besser verhalten. D.h. in letzter Konsequenz, sie hat nicht Mich geheiratet, sondern einen Mann, der zufällig so hieß wie ich. Wie sagte sie mal: „Ich hoffte, dir helfen zu können, und daß du dich ändern würdest.“ Es war dann wohl eher eine negative Änderung. Und wenn man schon Erwartungen entsprechen soll, dann ist sicher, daß das mitnichten geschieht. Und meine ganze Haltung ihr gegenüber entspringt all ihren „So nicht“ bzw. „So und nicht anders.“. Schade nur, daß alle diese Erkenntnisse erst spät kommen. Denn ich war immer noch der Meinung gewesen, ich könnte meine „Fehler“ wett machen, indem ich da bin, indem ich arbeite, indem ich beitrage. Was wieder in die Sphäre der negierten (väterlichen) Anerkennung fällt. Aber es war in ihren Augen nie genug. Immer ging es um dasjenige, was nicht gemacht worden war. (Nun rede mir keiner von „Liebe“: wann dauert „Liebe“ schon zwanzig Jahre und mehr? Alle Gegenbeispiele fallen von vornherein unter die Feststellung des ersten Satzes.) Somit um den weißen Fleck auf der Landkarte des Alltags, der auf diese Weise schwarz angekokelt wurde. - Eigentlich kein Tagebucheintrag, aber ab und an neige ich dazu, so vor mich hin für mich zu plädieren und auch sonst Reden zu halten, die ich in Wirklichkeit nie zu halten in der Lage wäre. Ein Dilemma, das mich schon immer verfolgte: Die besten Argumente hatte ich immer nach den Diskussionen, für die sie getaugt hätten. Nehmen Sie es als Psychogramm.
Wer mich auf das Verhalten der Anderen verweist, um damit anzudeuten, daß es für die Anderen doch auch möglich sei, so zu sein, wie sie sind, und ich also durchaus auch so sein könnte, wenn ich wollte, hat mich nicht begriffen. Nur schlimm, dann feststellen zu müssen, daß es die eigene Frau ist, die auf das Verhalten der Anderen - zumeist Ehemänner - verweist. Die sich natürlich anders und in ihren Augen besser verhalten. D.h. in letzter Konsequenz, sie hat nicht Mich geheiratet, sondern einen Mann, der zufällig so hieß wie ich. Wie sagte sie mal: „Ich hoffte, dir helfen zu können, und daß du dich ändern würdest.“ Es war dann wohl eher eine negative Änderung. Und wenn man schon Erwartungen entsprechen soll, dann ist sicher, daß das mitnichten geschieht. Und meine ganze Haltung ihr gegenüber entspringt all ihren „So nicht“ bzw. „So und nicht anders.“. Schade nur, daß alle diese Erkenntnisse erst spät kommen. Denn ich war immer noch der Meinung gewesen, ich könnte meine „Fehler“ wett machen, indem ich da bin, indem ich arbeite, indem ich beitrage. Was wieder in die Sphäre der negierten (väterlichen) Anerkennung fällt. Aber es war in ihren Augen nie genug. Immer ging es um dasjenige, was nicht gemacht worden war. (Nun rede mir keiner von „Liebe“: wann dauert „Liebe“ schon zwanzig Jahre und mehr? Alle Gegenbeispiele fallen von vornherein unter die Feststellung des ersten Satzes.) Somit um den weißen Fleck auf der Landkarte des Alltags, der auf diese Weise schwarz angekokelt wurde. - Eigentlich kein Tagebucheintrag, aber ab und an neige ich dazu, so vor mich hin für mich zu plädieren und auch sonst Reden zu halten, die ich in Wirklichkeit nie zu halten in der Lage wäre. Ein Dilemma, das mich schon immer verfolgte: Die besten Argumente hatte ich immer nach den Diskussionen, für die sie getaugt hätten. Nehmen Sie es als Psychogramm.
Bruno Lampe - 8. Feb, 18:56- Rubrik: Tagebuch
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