ferromonte meinte am 2006/11/16 18:32:
"Kunst ist objektiv und unterliegt objektiven, nicht gefühligen Gesetzen. Aber darüber muß man tatsächlich nicht streiten. Manche mögen den Kitsch, der keine Kunst, aber mit Esoterik verwandt ist, andre mögen ihn nicht." sagen sie, lieber herbst. was sind nun diese objektiven gesetze? bzw. kann man diese so artikulieren, daß ihre objektive gültigkeit einsehbar ist und nicht wiederum in subjetiven ansichten mündet?
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2941302/#2943476
albannikolaiherbst antwortete am 2006/11/16 20:23:
Um die Artikulation dieser Gesetze,"lieber" ferromonte, ist es der Kunstphilosophie, wie Sie wissen.
Von Platon über Kant und Adorno und bis in die gegenwärtigste Moderne hinein ständig getan. Und auch ich füge bisweilen, gemessen am Vorlauf, Fragmentchen bei, die sich u.a. d o r t einsehen lassen. Aber das ist Ihnen doch längst bekannt! Weshalb also die Rhetorik?(Der erste Band mit poetologischen Schriften wird - als B u c h - im Herbst 2007 erscheinen; auch darüber wurde in Der Dschungel längst gesprochen.) UND: Die Liebesbriefe meines Vaters an eine zumal solche Frau sind mir in der Tat egal. Oder nein: Beerdigte sie sie w i r k l i c h, ich hätte ein Gefühl von Achtung. So bleibt nur - Ekel.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2941302/#2943965
montgelas antwortete am 2006/11/16 21:12:
Oh - Freunde , nicht diese Töne.
Natürlich kennt die Kunst Gesetze, wir kennen den goldenen Schnitt, wir kennen Versmaße, Formregeln, in der Architektur und der Bildhauerei gelten die Gesetze der Statik usw., von Formgesetzen in der Musik will ich gar nicht sprechen. Eine Fuge ist nur dann eine Fuge... usw. aber das können sie selbst hier in der Wikipedia nachlesen, das muss ich nicht vorkauen. Heben wir mal die Kunst ANH's aus der hier umstrittenen gesetzlichen Sphäre und schauen wir sie nur an, lesen z.B. Elegien. Das empfehle ich Jedem, bevor Urteile gefällt werden. Hier versucht sich ein Epiker in lyrischen Großformen. Die sind zurzeit nicht gerade en vogue, umso mehr ist der Mut zu loben. In 13 Elegien spricht der Dichter von existentiellen Fragen, die ihn bewegen und die durch die Form, die ANH wählte, ins Literarische geworfen werden. Es ist das gute Recht des Künstlers sich jedem Angehörigen der Bruder - u. Schwesternschaft "Kunst" gleichzustellen. Wer hier Rilke gegen ANH ins Feld, und Herrn Herbst's Meinung als Anmaßung versteht, hat vom Wesen dieser Bruder - u. Schwesternschaft nur wenig begriffen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2941302/#2944151
parallalie antwortete am 2006/11/16 21:51:
Es gibt, ich komme schon hier darauf zurück, weil nichts aus den Augen verloren werden darf, keinen Mit-, keinen Nachvollzug; das Gedicht ist, da es eben das Gedicht ist, einmalig, unwiederholbar. (Einmalig auch für den, der es schreibt und von dem Sie und ich, die es lesen, keine andere als eben nur diese einmalige Mitwisserschaft erwarten dürfen.) Einmalig und unwiederholbar, irreversibel jenseits oder diesseits aller Esoterik, Hermetik etc. --Paul CELAN, Notizen zur Büchnerrede (leider liegt mir die fertige Rede zum Büchnerpreis nicht vor). Mehr sage ich zu diesen merkwürdigen Kommentaren (und ich meine nicht ANH und montgelas) nichts.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2941302/#2944312
ConAlma antwortete am 2006/11/20 19:10:
Nun mussten Sie doch mehr dazu sagen .... dabei WÄRE Ihr Einwurf wohl zu verstehen gewesen. Für mich war er's, gleich, im verspäteten Nachlesen auf diesen Seiten.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2941302/#2960400





















