ferromonte meinte am 2006/11/16 17:16:
einmal mehr verstehe ich nicht, warum sie private kränkungen zum thema des lit. weblogs machen. da diagnostizieren sie aggressivität im brief der frau l. und sind selber mindestens so aggressiv (schon in der präambel ganz oben rechtfertigen sie ihre aggression, die dann später kommen wird, mit dem trauma des vom vater verlassenen vierjährigen jungen: spätestens seit dem moment der bewußtwerdung dieses traumas gilt das nicht mehr als rechtfertigung für die eigenen aggression, denke ich.).was ficht sie die dame l. an? warum ärgert sie ihr kunstverständnis, wo sie doch selbst eine gefestigte ansicht haben, was kunst sei?
und: wer glaubt ihnen, die briefe ihres vaters wären ihnen gleichgültig, egal jetzt ob es liebesbriefe oder briefe von literarischem wert sind? ich nicht.
mit diesem eintrag zeigen sie der welt: seht her, ich bin gekränkt worden und hab zurückgehauen. und wollen jetzt wissen, was die leser davon halten. denke ich.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2941302/#2943086
albannikolaiherbst antwortete am 2006/11/16 20:11:
@ Ede Kowalski. @ ferromonte
Nachdenken und lesen schadet nicht. Kunst unterliegt keiner Übereinstimmung, sonst ließe es sich über sie abstimmen, und dann hätten wir - Pop.Im übrigen hatte ich die Aggression erst, nachdem Frau L.'s Brief hier eintrudelte; danach auch wurde die Präambel geschrieben. Und, feromonte, es g i b t das Private nicht in der Kunst, ich habe darauf sehr oft hingewiesen und das auch deutlich theoretisch fundamentiert. Ihnen sind die entsprechenden Stücke bekannt. Insoweit es in diesem Literarischen Weblog auch um die Erarbeitung einer Produktivitätsästhetik geht - und das ging es, wie in der Kleinen Theorie des Literarischen Bloggens nachlesbar, von allem Anfang an -, sind gerade s o l c h e Anwürfe wie die der Frau L. zu publizieren. Daß für die Entstehung von Kunst immer a u c h Traumata wirken, ist an sich eine Banalität, die nicht erzählt werden müßte.
Selbstverständlich reagiere ich auf Aggression meinerseits mit Aggression, gerade bei einem solchen Thema, in das dann auch noch Esoterisches hineinspielt, das ich ohnedies stark im Focus habe, wenn es um psychische Verschiebungsleistungen und ihre heiligende Verbrämung geht.
@ Kowalski zur Klärung: Waren Kleists Arbeiten k e i n e Kunst, als sie abgelehnt wurden, und wurden es, als sie angenommen wurden? Meinten Sie dies, so öffneten Sie mit dieser Form des Relativismus der industriellen Marktgesellschaft und ihren Äquivalenzwerten, die sich nach Konsum bemißt, Tür und Tor.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2941302/#2943917





















