Meine Erfahrungen sind da andere, sowohl an mir selbst beobachtet wie aus Äußerungen von Frauen gewonnen, die nicht selten beim Anblick des Phallus sagten: „Oh, ist der schön!“ Das ist ein Ausdruck der ästhetischen Wahrnehmung, die sogar leicht ritualen Character hat. Ähnliches scheint mir nunmehr mit der ästhetischen Wahrnehmung der Möse vonstatten zu gehen – aber, und das ist das Spannende, ganz offenbar seinerseits Hand in Hand mit „Entfellung“. Bereits >>>> dort wies ich auf D’Annunzio hin und wiederhole das Zitat hier noch einmal: Il piacere, 1889: „Nun, Giulia Moceto ist eine wunderschöne Blondine, aber wenn du, was ich dir wünsche, das Glück hättest, le drap de la blonde qui dort zu heben, würdest du gewiß nicht das Goldene Vlies finden wie bei Philippe de Bourgogne. Sie ist, wie man sagt, sans plume et sans duvet, wie der Marmor von Paros.“ Es scheint mir so zu sein, als ginge der neue, projektiv ‚verschönernde’ Blick auf das primäre Geschlechtsorgan tatsächlich mit einer Enthaarung des Schambereiches einher. Dessen Abbildung, besonders des weiblichen, die bis vor etwa zehn Jahren noch rein der Pornographie überlassen war, hat unterdessen längst Einzug in die ‚bürgerlichen’ Hochglanzmagazine gehalten. Das scheint mir ein deutliches kulturelles Datum zu sein: das von >>>> Camille Paglia so oft beschworene Dunkle des Ursprungs der Welt wird durch Enthaarung ‚aufgeklärt’, also apollinisiert.
Meine Damen, meine Herren, fühlen Sie bitte nach und zurück: Wie n a h m e n und wie n e h m e n Sie heute das primäre Geschlechtsorgan des anderen Geschlechts wahr? Unterscheiden Sie nach ‚schönem’ und nicht-‚schönem’? Und welche Rolle spielt das für Ihre ästhetische Erregung? Und lassen sich kulturelle Verschiebungen in der ästhetischen Wahrnehmung primärer Geschlechtsorgane möglicherweise nach Generationszugehörigkeit differenzieren?
Und der Blick aufs andere Geschlecht: da war mir wohl immer die vorgegebene Seidenhäutigkeit des Phallus Grund für Schönheitsempfinden; jedoch, ich räume ein, es liegt auch an den Proportionen, die in sich stimmig dann ungeachtet absoluter Abmessung zu einer Wahrnehmung von mehr oder weniger schön führen.
Dass in einer Generation rund um die 50 (in der ich mich bewege) auch Männer zur Enthaarung sensibler Stellen schreiten, nahm ich zunächst mit Überraschung, dann aber mit Vergnügen zur Kenntnis. Und sie vermittelt, so muss ich beim Nachfühlen feststellen, eine gegenüber der früher eher wahrgenommenen animalischen Erregung tatsächlich eine ins Ästhetischere verschobene.
Ergänzung:
Erregend ist für mich der lebendige Blick, die Stimme, die samtne Haut. Die jetzt per Gillette hingemeißelten lebenden "griech. Statuen" bestaune ich zwar mitunter, als wäre ich bei einer Vernissage. Manche sind schön. Sicher. Aber sie leben irgendwie nicht, sondern sind ihr eigener Galerist und stellen sich aus.
Was aber machen wir mit den Fingern und den Haaren, die durch sie hindurchgleiten, als wollten sie dem Gras aus der Erde heraus helfen. Haut ist glatt, aber Haarflaum ist auch weich, sehr weich. Ich lehne diese Glätte ab, sie erzeugt keinen Widerstand, sie verlangt kein Überwinden, sie präsentiert sich als "makellos" - und lasse dieses Wort provokatorisch stehen, weil es eine solche Glätte durchaus auch mit Aseptischem zusammenhängt. Wir sind rein, drum dürfen wir. Tatsächlich denke ich an Meister Propper jetzt.
Das soll nicht heißen, daß der Gedanke seine Berechtigung hat. Der nämlich, daß wir ohne Fell herumlaufen. Dennoch kann auch das formuliert werden: Das dennoch vorhandene Fell zieht uns an. Nämlich dort, wo ein gewisser Sprachgebrauch die "Scham" plaziert. "Uns", d.h. "Mich".
Das von montgelas angesprochene Tätowieren hat indes andere ästhetische Motive: es ist ein Sich-Brandmarken im Unterschied zum ursprünglichen Tätowieren. Der Körper wird nicht mehr als Symbol tätowiert, sondern als gängige Message, wie man ein T-Shirt trägt mit einer bestimmten Aufschrift, die signalisieren soll, daß wir cool sind und vor nichts zurückschrecken.
Courbet, ja, dieses Bild schließt auch "Inzest oder Die Entstehung der Welt" von Alban Nikolai Herbst und Barbara Bongartz ab.
Aseptisch - ja das ist mein Empfinden bei dem Anblick haarloser "scham -loser " (bitte nicht falsch verstehen !) Nacktheit.
"Wir sollen mit Jakob von den Tieren der Herde dem Vater ein stärkendes Essen bereiten und nicht mit Esau gehen, im Walde zu jagen, d.h. in jüdischer Art im Äußerlichen steckenbleiben." Abaelard: Sechster Brief, Heloisa an Abaelard
Objektiv unterscheide ich zwischen schön und nicht schön, ich bevorzuge glatte Haut seit meiner Pubertät und habe in diesen meinen 46 Jahren erst ein einziges männliches Geschlecht gesehen, welches ich für mich als „Schön“ bezeichnen konnte. Dieses männliche Geschlecht war enthaart – und war beschnitten. Mein damaliger Freund war auch erstaunt ob meiner Äußerung: „Weißt Du eigentlich, dass er schön ist?“. Ich erklärte es ihm dann.
Und… ich musste eben lächeln, als ich bei montgelas von den griechischen Statuen las. Ich habe eine Freundin, die Goldschmiedin ist, sie formt aber auch Skulpturen aus verschiedensten Materialien – als ich das erste Mal mit ihr in die Sauna ging, bemerkte ich, dass sie den Blick nicht wenden konnte – sie schaute mich die ganze Zeit an. Irgendwann sagte sie zu mir: „Dazu kann man ja einfach nur ganz vorsichtig „Blüte“ sagen – darf ich Dich in Bronze gießen?“. Wir haben es tatsächlich gemacht – und als dann später die Vernissage stattfand, kaufte mein damaliger Freund (zu dem Zeitpunkt war er es aber noch nicht) die kleine Skulptur. So lernte ich ihn übrigens kennen. Wir haben es ihm nicht gesagt, die ganze Zeit nicht – er sah es, als er mich das erste Mal sah.
Grundsätzlich empfinde ich das nackte Geschlecht als "Schön". In ganz vielen antiken Hochkulturen wurde die Scham - und nicht nur die Scham, sondern der ganze Körper enthaart.
Jetzt noch eine Frage:
Was ist eigentlich mit der Tatsache, dass alles, was mit den Augen der Liebe gesehen, grundsätzlich als „Schön“ bezeichnet wird.
Nachtrag: Die Frage stelle ich, weil ich mir - die ja eigentlich eher die glatte Haut liebt - mit meinem damaligen Freund einen Mann ausgesucht hatte, der am ganzen Körper von oben bis unten einfach nur behaart war - aber eben am Geschlecht nicht... dieses rasierte er täglich - genau wie sein Gesicht, seinen Nacken, und die Nase... ja - die Nase auch.... ich glaube, er hätte ziemlich schnell einen Platz im Guinessbuch der Rekorde für sich verbuchen können.... hätte er sie wachsen lassen, seine Haare.
---was ich also früher bedeckt halten wollte, wofür ich mich schämte, was ich bewusst übersah, aussen vorhielt, als wärs nichts von mir, ist seit jahren mehr oder minder entblösst, wird so dargeboten, vor allem mir selbst. damit bin ich auch wieder mädchennah. im unterschied zu damals bin ich an allen meinen geschlechtsdetails interessiert. jetzt weiß ich nämlich schamlos bescheid. und ich will auch weiter bescheid wissen, bescheid auch über die veränderungen im lauf der jahre. ich lasse mich fotografieren, ich fotografiere mich selbst. ich identifiziere mich gerade über diese meine ganz spezifischen ausformungen, und das nur für mich selbst. das bedeutet, dass ich keine pornofotos herstelle oder herstellen lasse, sondern fotos, die den geschlechtsbereich, wenn man will, narzisstisch fetischieren, nur für mich, und maximal noch für meinen jeweiligen geschlechtspartner, falls der daran spaß haben sollte.
---ihre frage, wie ich das „primäre Geschlechtsorgan des anderen Geschlechts“ wahrnehme, möchte ich so beantworten: ich bin mehr auf das eigene organ als auf das des anderen geschlechts fixiert. natürlich: es gibt hässliche und hübsche penisse, wenn man von klischees ausgeht. aber wie hat ein hässlicher und hübscher penis auszusehen? ist ein knolliger, faltiger "alter" penis hässlich? ist ein glatter, aderngeschmückter hübsch? fordert der bogenförmige zu ganz anderen stellungen heraus als der stumpfe, der kerzengerade? ist ein beschnittener schöner als ein unbeschnittener - egal, ob high cut, low cut, tight oder loose? das läuft alles darauf hinaus, ob ich einen „prospektiv verschönernden Blick“ habe. ja, ich habe ihn, auch das eigene geschlecht betreffend, in der entsprechenden situation, in der entsprechenden pychophysischen verfassung!
----natürlich ändert sich die einschätzung des geschlechtlichen mit den generationen. also werden die die heute 18 jährigen einen anderen blick aufs geschlecht haben, weil sie viel mehr bilder geliefert bekommen kommen, sowohl zum vergleich als auch zur bestätigung der normalität sowohl des blicks als auch der begierde, die der blick hervorruft und steigert.
Im Apoll
Sein Körper glatt und mäßig
Kann die Lust nur sein
Die er verschenkt.
Ein Kutscher ohne Leibessorgen
Ist Apoll
Alabastern, Gips ist Er
Der Sonnenwagen lenkt.
Schon feuchter Tau am Saum
Der Blüten
Rieselt und zerbröselt
Seine Mythen.
hab die quelle nicht parat aber dachte mir: okay, da sind wir also schon. dann sterilisiert euch.
und die aufgereckten Haare der Gänsehaut !
Natürlich ist der Trend da, das ist nicht zu leugnen. Ein ästhetischer Einbruch orientalischer Haremsbräuche , die ihre Gründe hatten.
Mir fällt in diesem Zusammenhang >>>> Phryne ein. Sie hatte sich - bitte wirklich nicht bös sein, wenn ich hier etwas erzähle, was Sie längst wissen, aber einige andere Leser wissen es vielleicht nicht - in ihrer Schönheit mit Venus verglichen und war deshalb wegen Gotteslästerung angeklagt worden. Vor Gericht ließ sie ihre Kleidung fallen, als wortlosen Beweis, - und wurde freigesprochen. Mir geht es tatsächlich um dieses "Angesicht der Schönheit", und zwar speziell auf den primären Geschlechtsbereich bezogen. (Die Phryne-Erzählung beschäftigt mich seit sehr langem.)
ich koche wirklich nicht! ich fühle mich nur nicht repräsentativ für Ihre Fragestellung, das ganz nebenhin. Ich finde sie, diese Fragestellung sogar sehr interessant, seien Sie dieser Tatsache versichert, werter Herr Herbst.Ich hatte keinen Affront im Sinn! Ich fühle nach und ich fühle zurück, wie Sie verlangten:)
Es gibt wunderschöne Schwänze, aber ich kann sie nicht abstrahieren. Es gehörte zu jedem ein Mann dazu, und das ist retro und wohl nicht modern. Weiß nicht. Schambehaarung gehörte in jedem Fall dazu, was soll ich mit einem "Schwengel" - Sie verzeihen - wenn er aussieht wie der von einem Elfjährigen? Ich mag das auch nicht irgendwie verbrämen "apollinisch"oder "dionysisch". Dafür gibt es keinen Grund. Es war wie es war und es war ganz okay.
Ich unterscheide, um Ihre Fragen zu beantworten, zwischen schönen primären Geschlechtsmerkmalen, aber nicht zwischen unschönen. Das hei0t, wenn mich ein Mann erst bezaubert hat, dann kann ich nichts Hässliches an ihm finden.
Aber das liegt ebenso in seinem Gesicht, seinen Händen, seinem Körper insgesamt, und nicht an seinen primären Geschlechtsmerkmalen. Ich fürchte, ich bin für Ihre Fragestellung einfach nicht sehr hilfreich:)
[Ihr Weblog ist deaktiviert, behauptet die Link-"Verfolgung". Momentlang überkam mich Unruhe. Aber jetzt geh ich wirklich wieder schlafen.]
Faszinierend dennoch und also die Entblößung, die auch offensiv geschehen kann (ja muss!), nicht ein sauberes Widerbild (einer Gesellschaft) ist, sondern Ausdruck eines Meins, wie ich es auch ----> hier gefunden habe. (Eine merkwürdig transparent-gestachtelte Behaarung freilich da)
Ich beharre: das Erkennen eigener Schönheit führt zu anderer Ansicht auch anderswo; dem gerne strapazierten "Geheimnis der Frau" hinter dem dichten Busch setze ich die Offenbarung einer Glätte gerade da, wo Falten und spalten sich übereinanderlegen, entgegen. Aber da sind wir ja schon ein paar Zentimeter mehr in jenes Zentrum gerückt, das auf den Abbildungen der Schönheit eben nicht zu sehen ist.
Der Körper jeder Frau birgt eine Zelle archaischer Nacht, in der alles Wissen endet. Das ist die tiefere Bedeutung des Striptease, eines sakralen Tanzes heidnischen Ursprungs, den das Christentum ebenso wenig hat ausmerzen können wie die Prostitution. Männliche erotische Tänze sind damit nicht zu vergleichen, denn eine nackte Frau nimmt, wenn sie die Bühne verläßt, eine letzte Verborgenheit mit sich: jene chthonische Finsternis, aus der wir stammen.
Hieraus folgert sich mancherlei anderes: etwa der Widerpart zur Moral; bereits ausgerechnet Brecht sagt: "Ich bin einer, auf den ihr euch nicht verlassen könnt." Etwa die permante ins-Ambivalente-Gespanntheit von Kunst.
Zu >>>> Ihrem dortigen Beitrag eben: Daß die Spalte verschwindet, erlebte ich - als Mann, klar - als bedauerlich, da damit ein Element von Schönheit verlorengeht, das auf die eine und/oder andere Weise nötig ist: Symmetrie. Wiederum muß ich an die Geschlechtsorgane von Schimpansinnen denken. Erregte (d.h. im puren Naturreich: empfängnisbereite) Schimpansenfrauen bekommen irrsinnig riesige Schamlippen, bisweilen mehr als zweimännerfaustgroß. Insofern habe ich von Ihrer Beschreibung der Iannone'schen Bildwelt den Eindruck, es werde da ein Atavismus gestaltet, der bewußt gegenläufig zur Sublimierungsbewegung der Kultur(en) steht.
[Nebenbei, zur Dynamik des intellektuellen Spiels, das bei Begegnung sinnlich wird: Spannend, wie wir einander ansähen, begegneten wir uns nun, wie in Tirol, abermals.]
Ergänzung: Aseptisch, steril wird das Phänomen, wenn es massenhaft in jeder Altersgruppe jenseits einer ästh. Proportionalität auftritt.
[Zum Nebstbei: das war auch von mir schon so gedacht worden.]
Die Mütter (...) hängen über das Kinderkriegen einen Schleier des Geheimnisvollen. (...) Die Wahrheit ist, daß sie nicht wissen, was in ihnen vorgeht; (...) dieselben Kräfte, die den Bomben ihren Weg vorschreiben, den Tod von Sternen befehlen, die Wind und Wolkenbrüche lenken, haben sich auf irgendeine Stelle in ihrem Becken gerichtet, ohne ihre Zustimmung, um wieder ein bedeutendes Zufallsereignis herbeizuführen.
Nun entfernen wir uns aber s e h r von der Fragestellung und lassen sie in eine scheinbar alltägliche, die in Wirklichkeit mythisch ist, hinübergleiten. Aber kommen genau dadurch dem 'Wesen' von Schönheit möglicherweise nahe.
Das primäre Genital war lange Zeit Vorstellung und quälende Neugier. Besteht die Frau aus einem schwarzem Dreieck oder einem senkrechten Schlitz? Da die ersten unmittelbaren Betrachtungen eher anhand von Abbildungen statt in der Natur stattfanden, wurde diese Frage lange nicht beantwortet. Die Playboys der damaligen Zeit kündeten vom Dreieck, die anatomischen Abbildungen und die künstlerischen Darstellung, beispielsweise eines Schieles, verhießen die Spalte. Mit Beschreibungen konnte ich überhaupt nichts anfangen. Courbet war damals noch nicht bekannt, ich muss aber sagen, dass meine ideale Möse in etwas dem "origine du monde" entsprochen hat.
30 Jahre später las ich zum ersten Mal bei Walter (geb. 1822) in den "Viktorianische Ausschweifungen" über die Physiognomie der Mösen, insbesondere eine Klassifizierung in sechs Kategorien:
Scharf geschnittene Mösen
Gerade geschnittene Mösen mit Streifen
Lappenmösen
Mösen mit mageren Lippen
Mösen mit vollen Lippen
Hängemösen.
Die ersten beiden und die vorletzte Kategorie läßt er als ästethisch gelten.
Zwischen diesen beiden Zeitpunkten habe ich genügend Anlässe gefunden, meine eigenen Überlegungen anzustellen. Ich kann soviel feststellen: mein Geschmack ist korrumpierbar. Er ist nicht abhängig von Behaarung oder Form, sondern ob ich die betreffende Frau liebe. Wenn ich den romantischen Teil auf Geilheit reduziere, so möchte ich John Keats abwandeln: Schönheit ist Geilheit, Geilheit ist Schönheit.
Eine Möse, unabhängig von der restlichen Gestalt ästethisch zu abstrahieren, gelingt mir nicht. Eine als Ausschnitt besehene und für schön befundene Möse kann zur Trägerin passen oder das Wesen der Trägerin desavouieren. Letzteres wird sicher nur passieren, wenn die Besitzerin unkontempliert mit ihrem Körper umgeht. Doch so wie es unterschiedliche Frauenköpfe gibt, so unterschiedlich muss sich die Präsenz der Möse darbieten. Ich kannte eine depilierte Möse, die einmal so beschrieben wurde: eine Fut, die lacht. Es stimmte - und diese Stimmigkeit verlieh Schönheit. Ich kannte eine behaarte Möse, die so seidig bepelzt war, dass jede haarliche Beeinflussung dem Wesen dieser Möse Abbruch getan hätte. Ich kannte eine Möse, die dunkel und dicht behaart war, und die vielleicht am ehesten Courbets entsprochen hat.
Im Prinzip halte ich es aber mit ElsaLaska. Eine isolierte Möse entzieht sich für mich einer ästhetischen Betrachtung, es sei denn ich nehme bei Walter Anleihe.
Männlich:
Es gibt schöne Schwänze. In diesem Fall fällt mir eine ästethische Betrachtung leichter, da ich nicht von einer Begehrlichkeit abgelenkt bin.
Die Ästhetik liegt hier vor allem bei den Proportionen.
Im Vergleich zum Gesamtkörper.
Das Verhältnis Länge zur Dicke.
Die Textur.
Die Farbe speziell bei freigelegter Eichel.
In der Regel gefallen mir beschnittene Schwänze nicht besonders.
Das Verhältnis von Schwanzgröße zu den Hoden.
Ich habe ein relativ intimes Verhältnis zu meinem Schwanz. Ästethisch gefallen kann er mir nur im erigierten Zustand. Dann bin ich auch ziemlich mit seinem Aussehen zufrieden.
Es gibt auch eine funktionale Ästhetik der Bewegung.
Haare sind kein so wichtiges Thema. Die vollständige Enthaarung empfinde ich zu sehr als Modetrend oder als Kennzeichnung einer bewusst zur Schau getragenen Promiskuität. Zu viele Haare stören ebenfalls, vor allem wenn sich die Behaarung zum Hintern hinzieht.
Blonde oder hellbraune Haare, nicht zu dicht, gehören zu einem schönen Schwanz dazu, sie verleihen etwas wie Aura.
Also bei Schwänzen kann ich auf einen Blick ein ästhetisches Gutachten abgeben.
Insgesamt:
Die Schönheit kann nur als subjektiv empfundene Schönheit untersucht werden. Abstrakte Schönheitskriterien für den Einzelteil halte ich für nicht zielführend. Funktionell zählt die Geilheit.
Insgesamt reicht aber - selbst für die abstrahierende Schönheitsbetrachtung - nicht einmal der gesamte Körper. Ohne das gefühlte Wesen dahinter, bleibt die Beurteilung mangels an Substanz aus.
Nachwort:
Es ist schon angesprochen worden, dass der Schönheitsbegriff ein zeitlicher ist. Sowohl die Maße der Venus variieren mit den Zeitaltern wie die Gestaltung der Haartracht. Wenn man aber einmal bei der Mode angelangt ist, dann kann man die Überlegungen mit der Pornografie fortsetzen.
Eine kleine statistische Untersuchung, wie die meisten Geschlechtsteile beschaffen sind, die Häufungspunkte feststellen - und das ist es dann.
Geilheit oder Liebe? Das sollte man sich zuerst einmal aussuchen!
(…)zurück von einer Reise ins Land Apollos und Aphrodites staune ich mächtig, was Sie so alles an interessanten Kommentaren mit Ihrer Art der Textproduktion einspielen. Das gibt mir in mehr als einer Hinsicht sehr zu denken. (…)
ANH
(…)ich hatte mit so etwas - und eigentlich mit noch mehr - gerechnet; es wäre auch sicher mehr geworden, (…) wäre nicht (…) das Typoskript für ein ziemlich komplexes Hörstück herzustellen gewesen, das bereits in der nächsten Woche unter meiner Regie vom hr produziert werden wird. Damit war ich eh schon in Verzug. Die Erfahrung bei meiner "Art der Textproduktion" (es ist freilich nicht die einzige) zeigt nämlich, daß es noch sehr viel ausführlichere Kommentare gibt, wenn sich der Autor immer mal wieder selbstkommentierend (und in meinem Fall in der Wirkung oft provozierend) einmischt. Ich hätte das an sich auch gern getan, nur eben... come detto. Vielleicht nehme ich per Rück-Links das Thema nach der Hörproduktion wieder auf. Es ist interessant genug.
(…)
In Ihrem Buch lese ich immer weiter. Und die Neugier läßt nicht nach.
Wir sagen ja, ein enthaartes primäres Geschlechtsorgan dürfe man durchaus als einen ästhetischen Gegenstand betrachten, aber nicht um als Zeuge des Körperkultes zu stammeln, eher wäre ein entkrampftes und enthemmtes Verhältnis zum eigenen Körper ermessen, der einen anfälligen Körperkult, welcher zumal in der Kompensation eines mangelhaftes Intellekts wurzelt, vermeidet und somit die folgenschwere Schönheit des eigenen Geschlechtsorgans akzeptiert.
[Gelesen bei Händel, Giulio Cesare in Egitto.]
Nackte Achselhöhlen und nackte Scham (hm, wie ist denn hier nur der Plural - Schämer *gg*) Schamen? - ich habs nicht parat! - mögen vielleicht für die Mehrheit der Auffassungen ästhetischer wirken (visuell vor allem), da auch fotogener, da den Eindruck von Glattheit und Seidigheit vermittelnd, aber nur eine behaarte (männliche, für mich) Achselhöhle (es muss ja kein flusiges FELL sein), kann diesen spezifischen Duft transportieren und nur eine behaarte Scham (auch frisch gewaschen) trägt immer diese leichte, unnachahmliche Moschusnote, die doch zur Sinnlichkeit dazugehört. Der Duft von Haar (auch von Haupthaar) ist immer wieder als erotisierend beschrieben worden, und sämtliche haarfreien Geschlechtsbilder, die ich ja hin und wieder auch mal in Blogs auf twoday bewundern darf, erinnern mich, selbst wenn sie optisch noch so makellos sein sollten, immer nur an Plastik und dessen Ausdünstungen.
Daneben kann Schamhaar sowohl von Farbe als auch von Konsistenz her eine eigene Ästhetik entwickeln, die ich, im Falle einer geliebten Person, auch weitaus interessanter finde als einen unbehaarten Schwanz.
Aber es ist, unbestritten, aus der Mode. *seufzt*

















