albannikolaiherbst meinte am 2006/09/11 21:57:
(Zu Trisam.) Keiner muß wollen.
Ich weiß,was sich schrieb.[Man lasse sich nicht täuschen: Es geht auch hier um das 'Pathos". Und um das Ungreifbare (mir selbst übrigens auch Ungreifbare) des Gedichts. Das, was einen daran so verstört. Das soll nicht sein. Und nicht, daß etwas nicht 'zuhanden' sei. Oder, um es mit Iris Radisch auszudrücken, Klagenfurt 1997, glaub ich, gemünzt auf das für Klagenfurt modifizierte INTERMEZZO aus dem damaligen noch-Typoskropit von >>>> THETIS. ANDERSWELT: "Ich finde hier ja überhaupt keinen Hebel, den ich an den Text ansetzen kann." - Trisams Reimkritik ist nix als ein Vorwand, der aber ganz zu recht spürt, daß die Wahl des konservativen Mittels nicht nur das Mittel impliziert. Trisam ließe sich kommentierend gar nicht e i n, spürte er nicht sehr genau eine Gefahr. Ich spüre sie ganz genau so wie er, aber folge der Spur dennoch weiter und schotte sie nicht etwa weg. Dennoch - oder gerade deshalb - ist Trisams Einwand eine Ehre. Weil sie einen ernstnimmt.]
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2647993/#2655541
trisam antwortete am 2006/09/12 21:11:
Nachgereicht
noch einige Erzeugungs-Prinzipien1. Anschaulichkeit;
2. Schnelligkeit;
3. Leichtigkeit;
4. Genauigkeit;
5. Vielschichtigkeit;
6. Konsistenz.
Fraglich, ob das auch für (deutsche) Lyrik gelten soll.
Ansonsten: Dank für die "Ehre"!
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2647993/#2660462
albannikolaiherbst antwortete am 2006/09/12 23:29:
@ Trisam. Es muß für k e i n e gelten.
Da keiner, letztlich, normatives Recht hat. Dennoch möchte ich gern auf Ihre Einwände noch eingehen, aber es ist mir jetzt zu spät, es war zu viel Alkohol obendrein. Aber ich habe bereits einiges skizziert, und ich finde die von Ihnen angestoßene Diskussion wichtig.Nur dieses eben noch, wobei Sie mch nicht mißverstehen mögen: Ich bin k e i n Rezeptions-Relativist. NUR: Es gibt etwas wie den von mir einmal so genannten "metaphysischen Schauer". Bei dem hier in Diskussion stehenden Text kam er mir selbst, was besagt: das Gedicht ist mir selbst sehr fremd... als hätte ich selbst es nicht geschrieben. Zugleich fühle ich, daß es ausgesprochen gut ist, und vielleicht fühle ich das genau deshalb. ABER: Nicht jeder hat einen Zugang. Was wiederum nichts über Wertigkeit sagt. Es wird vieles geben, was S i e erschauern, mich aber völlig unberührt läßt. Unabhängig davon gibt es allerdings ästhetische Wahrheit. Nur wissen wir nie genau, wo sie und wann sie ist. Und wir irren uns dabei in unserm Urteil. Sie kennen das sicher selbst: Vor zehn oder zwanzig Jahren nahmen wir ein Buch zur Hand, daß uns entsetzlich langweilte. Wir kamen nicht dahinter, sagten: Das ist ja nur öde. Dann, zwei Jahrzehnte später, bekommen wir es abermals zur Hand, und es ist, Pardon, göttlich. Der Text ist dabei ganz derselbe geblieben, aber es hat sich etwas verändert, hat auch i h n verändert. - Wenn Sie mit Kunst zu tun haben, tätig zu tun haben, gehört dieses Kalkül zu Ihrem täglichen Handwerk, und zwar auch dann, wenn ein eigenes Werk Sie anzuöden beginnt. Was eine in der künstlerischen Arbeit nahezu tägliche Erfahrung ist.
Mehr mag und kann ich jetzt nicht dazu sagen. Aber auf den "klassizistischen Überwurf" will ich unbedingt eingehen. Doch erst morgen, übermorgen, bitte.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2647993/#2661572





















