Prunier meinte am 2006/09/11 21:12:
wie toll sind diese modernen Geister (Trisam und Stromberg)
Wie erfreulich !Trisam:
eins müssen Sie wissen: die zu reichen Reime sind eine Katastrophe für die Dichtung. Die einsilbigen Reime genügen, sie gehen unbewusst durchs Gedächtnis, sind wohl eine Erinnerung an die Wiegenlieder, die wir ehemals... die Reime zu kritisieren ist sinnlos, zeugt von einem tiefen Unkenntnis der Dichtung überhaupt und ihrer Geschichte. Nehmen wir einen fast unbekannten Dichter, genannt Goethe: "Willkommen und Abschied". Abscheuliche Reime! "Eiche/ Gesträuche"..."Freude/Seite"..."Blick / Glück"... ja, ja, ich weiss, ich habe keinen grossen Dichter gewählt und bitte um Entschuldigung, meine Kultur ist ja sehr begrenzt.
Stromberg:
Sie spielen den Persaner (Montesquieu). Ironie ist nicht immer am Platze. Was die Engel betrifft, waren sie schon im Mittelalter erfunden worden und Wim Wenders, wie Rilke, hat sie sehr gut gebraucht....
Sobald bewundert wird, sobald tragisch und ernst gesungen wird, kommt sofort einer, um diesen Ernst durch Ironie zu denunzieren. Bitte schön, lesen Sie keine Gedichte! Bleiben Sie in ihrem Supermarkt von vorgefassten Meinungen, wo alles ironisch und lustig sein MUSS. "Krepieren Sie zufrieden!" (Georges Bernanos) Konsumieren Sie! Die Produktion verlangt es von Ihnen und Sie müssen gehorchen, kleines kicherndes Kind !
Hören Sie doch auf zu lesen, es ist viel zu schwer, viel zu gefährlich... Fressen Sie ironievoll und lassen Sie uns schreiben und singen wie WIR wollen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2647993/#2655307
Stromberg antwortete am 2006/09/11 22:32:
Was soll denn das?
@prunier: Häh??? Bitte, HIER scheint ja wohl ein Irrtum vorzuliegen! Dieses Gedicht von ANH ist hervorragend – ganz ohne Ironie gemeint! Da ich eigentlich mit Gedichten nicht sehr viel anfangen kann, wollte ich hier lediglich bekunden, das DIESES Gedicht bei mir eine Wirkung hatte. Das SIE mich hier als Denunziant darstellen ist ja wohl der KNALLER schlechthin, was soll denn das? Nur weil ich vielleicht meine Eindrücke in einer anderen Art und Weise kund tue als Sie es gewohnt sind, mir so einen Müll an den Kopf zu werfen, meine Güte! Was meinten Sie eigentlich mit „Persaner (Montesquieu)“? @ANH: hat sich in der Zeit meiner Abwesenheit so viel verändert, dass ich diesen LitBlog überhaupt nicht verstehe? Bisher habe ich eigentlich sehr gerne hier gelesen, gelegentlich kommentiert, da ich das hohe Niveau hier schätze, auch wenn ab und an mal kontrovers aber SACHLICH diskutiert wurde. Echt schade!
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2647993/#2655745
albannikolaiherbst antwortete am 2006/09/11 22:41:
Lieber Stromberg.
Prunier schrieb mir eben privat, daß er vielleicht überreagiert, weil -abermals vielleicht - etwas in den falschen Hals bekommen habe. Ich möge löschen, wenn ich es für richtig hielte. - Das möchte ich in dem Fall aber nicht, weil er sehr genau zeigt, wie unversehens man im Netz in Situationen gerät, die inhaltlich absurd sind, aber formal verschiedene Sprachen sprechen. Und plötzlich sitzt man im Kladderadatsch. Und es gibt erstmal keine Möglichkeit zu klären - weil wir hier ja alle Avatare sind, die keine sinnliche, reale Geste - etwa ein Lächeln - entschuldigt. Ich möchte um des lieben Friedens willen nichts glätten, sondern auch das aushalten lassen. Der Anspruch ist groß, ich weiß. Prunier müßte Ihre vorherigen Einlassungen lesen, Sie müßten die seinen lesen. Die Dschungel b i r s t aber vor Texten und Kommentaren: wie also finden, was gefunden werden müßte? Wir kommen um den Anspruch nicht herum, aber wir alle können ihm nicht genügen. - Verstehen Sie? Ich arbeite an einem angemessenen Realitätsbegriff, und etwas wie Ihrer beider Dispens zeigt, wie fast unmöglich das ist: Realität zu erfassen. Dabei würden Sie beide sich, glaube ich, bei einem Glas Wein vorzüglich verstehen.["Eigentlich müßte ich ein weiteres Teil der Kleinen Theorie des Literarischen Bloggens hieraus formulieren, aber bin jetzt zu müde." Schrieb ich eben einem Freund.]
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2647993/#2655799
Stromberg antwortete am 2006/09/11 23:11:
Typisch Internet
@ANH: Nun gut, offensichtlich scheint es wieder einer dieser absurden Internetverständigungsschwierigkeitsgewurschtel zu sein. @Prunier: möglicherweise werden meine Einlassungen für einige hier schwierig bleiben, da ich es gewohnt bin, sehr selten das, was ich ausdrücken möchte, zu filtern. Das betrifft meinen sehr schwer zu verstehenden Humor, der sich oft am Rande des Zynismus (Kynismus? – Sloterdijk) bewegt ebenso, wie die manchmal unhaltbaren Thesen, die hier gerne mal zerfetzt werden. SO verstehe ich aber meine Gedankenfreiheit im Netz. Wenn ich in meinem Beitrag Vergleiche mit Computerspielen und Filmen bringe, so meine ich das tatsächlich so, auch wenn Ihnen das völlig absurd vorkommen mag. Hat was mit freiem assoziieren zu tun, ähnlich dem automatischen Schreiben der Surrealisten – dafür müssten Sie als Franzose Verständnis haben. Oder nicht? Es tut mir Leid, dass ich manchmal fragmentiert, ja zusammenhanglos schreibe. Ich arbeite daran, etwas erklärter, genauer zu schreiben, wozu dieser LitBlog ja auch einlädt.
Ja, ich habe von Gedichten nahezu keine Ahnung. Zu den Elegien schweige ich ja deshalb, da ich nicht weiß, wie man Gedichte liest. Ich habe dies NIE gelernt! Ist halt so. Ist eine Bildungslücke. Deshalb versuche ich diese Lücken zu schließen, frage nach Reimlexika, habe bei Amazon ein Buch über Gedichtinterpretation bestellt. Abgesehen davon, verstehe ich nicht einmal die Fachterminologie, die literaturwissenschaftliche, Gedichte betreffend. Ja, Noten lesen kann ich auch nicht. Schade. Und in Mathe bin ich beschissen! Ich hoffe dies disqualifiziert mich nicht total aus dieser Runde? Vielleicht habe ich ja Fähigkeiten, die sich als Kommentar in diesen LitBlog auch einbringen lassen, ohne gleich beschimpft zu werden? Ich bin in keiner Weise daran interessiert mich mit irgendjemandem zu messen (worin auch, wozu?) – ich will nur einige mich brennend interessierende Fragen (vielleicht) beantwortet haben. DAS wäre schon riesig! Ich will Wissen aufsaugen, verschiedene Meinungen lesen – und füttert mich mit Buchtipps! Aber ANH hat schon recht, es ist ein Unterschied im Internet zu diskutieren, oder bei einem Glas Rotwein und einem leckeren Salamibaguette an einem Eichentisch zu sitzen und zu reden.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/2647993/#2655965





















