FauJulie meinte am 2005/09/16 10:04:
Ist das für Männer immer untrennbar verbunden?
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#980906
albannikolaiherbst antwortete am 2005/09/16 10:07:
Ich habe diesen Eindruck, ja.
Obwohl viele Männer es bestreiten. Aber die bestreiten auch, daß in festen Beziehungen nach ein paar Jahren die erotische Lust an der Partnerin verloren geht. Horcht man mehrfach nach, bekommt man mit, es geht ihnen wider ihre Aussage genauso. Ich fürchte, auch mit Kindern ist es so, jedenfalls solange sie klein und noch nicht im Freundschaftsalter, also von der Mama abgenabelt sind. Dies würde für mich auch erklären, daß derart viele Männer ganz gut ohne ihre Kinder klarkommen, wenn sie sich von sich aus von ihren Frauen getrennt haben. Sie machen dann n e u e Kinder, neue Dophains.... Im Tierreich (und in den menschlichen Königshäusern) bringen die Väter ihre Kinder dann sogar um. Um Platz für die neuen zu schaffen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#980913
FauJulie antwortete am 2005/09/16 10:08:
in der tat, das wäre eine sehr gute erklärung, warum sehr viele männer sehr gut ohne ihre kinder klarkommen.
wahrscheinlich ist uns das tierreich auch in diesem punkt sehr nah.aber der verlust für das kind ist ungeheuer groß.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#980918
albannikolaiherbst antwortete am 2005/09/16 10:10:
Ja. Wenn es das überlebt, trägt es den Verlust immer weiter und später dann seinerseits aus,als einen Verlust, dem es dann die eigenen Kinder aussetzt, falls die Mama sich von ihm trennt.
Wir sind unendlich gefangen, FrauJulie. Und ich weiß nicht, was ich wünschen soll. Aufzuhören, die Mutter meines Kindes zu lieben (damit aber auch meinen Sohn nicht mehr weiterzulieben)), oder sie vergeblich weiterzulieben (damit auch meinen Sohn, allerdings n i c h t vergeblich, weiterzulieben)?
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#980923
FauJulie antwortete am 2005/09/16 10:12:
ja, wir sind unendlich gefangen.
aber wenn wir eine kleine chance haben, ein bisschen von dem abzutragen was wir mitbekommen haben und was seit generationen durch die familien geschleppt wurde, müssen wir dann nicht die chance nutzen und auch (wg. unserer kinder) die verantwortung übernehmen und ein (kleines) stück weiter gehen und das gewicht für unsere kinder zu minimieren.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#980928
mensch (Gast) antwortete am 2006/01/10 11:16:
Habe diese Gespräche grade mit Interesse gelesen. Meine feste Überzeugung: Wer Kinder in die Welt setzt, ihnen ein Leben ermöglicht, hat die verdammte Pflicht, nach b e s t e m Vermögen für es zu sorgen, ihm ein gesundes Erwachsenwerden zu ermöglichen und Schaden von ihm abzuwenden.
Genau dazu haben die Kinder Erwachsene an ihrer Seite.
Und man mag sich über seine eigenen Bedürfnisse und Probleme Gedanken machen - aber Vorrang haben lange Zeit die Bedürfnisse des Kindes.
Eine zu intensive und zeitaufwendige Nabelschau ist zum Schaden des Kindes und ist der Verantwortung des Vaters /der Mutter nicht angemessen.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#1387513
china-blue antwortete am 2006/06/18 09:16:
liebe zu einem kind...
nachdenklich über dem hier gelesenem komme ich für mich zu der erkenntnis,dass ich von anfang an mein kind unabhängig von der liebe zum vater als einen menschen geliebt habe,einfach weil es zwar sicher eigenschaften von beiden hat,aber es ein völlig eigenständiges wunder ist,dem ich auch so begegne - mit respekt vor dem eigenem weg,den es gehen wird...liebe ist für mich etwas eigenständiges und nicht in folge abzuleiten...interessant,dass mann überhaupt diesen gedanken haben kann...
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#2191245
albannikolaiherbst antwortete am 2006/06/18 09:45:
Vaterliebe. @china-blue.
Ich schrieb ja und dachte - und denke weiterhin - darüber nach, ob sich in diesem Unterschied möglicherweise eine objektive Geschlechterdifferenz auftut - die auch damit zu tun haben kann, daß die Frau objektiv gebiert, der Vater aber immer ein ungefährer ist. (Denken Sie an die hohe Quote all jener Väter, die für den realen Vater gelten, aber es biologisch gar nicht sind. Es existieren mehr soziale Väter, als wir fühlen wollen.) In dieses Natur-"Spiel" gehört sicher auch >>>> d a s.
Übrigens, in urteile nicht, schon gar nicht moralisch. Sondern mache an mir und anderen Beobachtungen, für die es sich vielleicht gehört, daß man sie für sich selbst behält. Mein Ansatz ist aber: Öffnung. Damit wir endlich verstehen. Vielleicht.
Tatsache bleibt, daß sehr viel mehr Frauen den biologischen Vater ihrer Kinder versachlichen können als umgekehrt. Tatsache bleibt auch, daß sehr viel mehr Männer als Frauen ihre 'alten' Kinder durch 'neue' substituieren. Ich meine nicht, daß es sich bei diesen Prozessen um schuldhafte, sondern um A n l a g e n handelt. Deren Wirkung uns oft entgeht oder auch weggedrängt wird, weil dieser ganze Prozeß mit unserem - für mich unterdessen nur noch naiven - Glauben an persönliche Autonomie kollidiert
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#2191319
china-blue antwortete am 2006/06/18 10:08:
es ist wirklich sehr interessant herr herbst,
da ich bis jetzt noch nie darüber nachgedacht habe,dass es überhaupt unterschiede in der liebe zu kindern von väter und müttern geben könnte...?aber da das wort liebe ohnehin schwer zu klären ist und liebe nicht für jeden das gleiche meint,bewege ich mich da lieber vorsichtig...
es könnte so sein wie sie es vordenken...allerdings mein eindruck ist eher ein anderer...väter leiden unter der trennung von den kindern sehr und versuchen zu verdrängen,was sie oft auch besser beherrschen als frauen
..und kreieren sich aber dann wieder die konstellation frau und kind,um ihren schmerz zu lindern...sicher unterbewusst...
distanzen bauen väter auf,weil sie nicht mit dem schmerz umgehen können,lieber trennen sie sich ganz...das ist mein eindruck aus vielen gesprächen...
wir befinden uns in einem wertewandel..das konstrukt familie für immer,findet immer weniger statt,aber wir wissen noch darum und sehen uns nach der heilen familie,denn sie wird immer kostbarer in diesen tagen...
vielleicht ist es eines tages so,dass nachfolgende generationen auch ganz anders damit umgehen,weil sie in diesen konstellationen gar nicht mehr aufgewachsen sind..oder aber es ist ein urbedürfnis und dann wird es einen wertewandel geben...politisch gesehen sieht es fast schon so aus...
aber spannend finde ich die frage,warum liebt man ein kind?das hat mich nachdenklich gemacht...ist das vielleicht der unterschied?
es ist auch von mir sehr sachlich gedacht ohne moralisch zu sein...
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#2191368
albannikolaiherbst antwortete am 2006/06/18 11:03:
"weil sie nicht mit dem schmerz umgehen können,lieber trennen sie sich ganz...das ist mein eindruck aus vielen gesprächen..."
Auch daran ist enorm vieles, wenn ich an meine eigene Reaktion zurückdenke. Aber die Liebe zu meinem Kind war größer, was wiederum nichts darüber aussagt, was diese Liebe zu dem Kind antreibt. Unterdessen ist es mir völlig unvorstellbar, ohne den Jungen zu sein. Das geht so weit, daß ich möglicherweise, was ich nie und nirgendwo je gewesen bin, erpreßbar werde und also korrupt. Die Vorstellung, daß mir mein Sohn entzogen werden könnte, kommt meiner anderen Angst nahe: eingesperrt zu werden. Vor beidem fürchte ich mich panisch; vor dem Tod hingegen gar nicht. Bei ihm hätte ich das Gefühl einer grundsätzlichen Natur-Gerechtigkeit.Übrigens kann "Vater", kann auch "Mutter" völlig anders gefaßt werden, wie sich an Gesellschaften beobachten läßt, die ihre Kinder gemeinschaftlich aufziehen (und bei denen bisweilen, weil es egal ist, tatsächlich oft nicht klar wird, wer der leibliche Vater ist) - aber d a sein muß das weibliche und männliche Element, und zwar in möglichst klarer Ausprägung. (Insofern, ich spielte darauf an anderen Stellen schon an, ist die Vorstellung von Geschlechterindifferenz und Hermaphroditismus, dem etwa ein Strang des {zunehmend auch 'männlichen'} gender-Feminismus anhängt, entwicklungssychologisch heikel; im übrigen spielt er ideologisch der Gen- und Klon-Technologie in die Hände. - Auch dies gehört ins Netz.)
P.S: Ich habe den Gedanken insgesamt jetzt modifiziert, denn Z e i t, und Nähe, spielen ihre Rollen d a z u: >>>> hier (11.28 Uhr).
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#2191603
china-blue antwortete am 2006/06/18 13:20:
ganz sicher...
ist zeit und nähe ein unterscheidendes element,denn je mehr ein kind ein "ich " entwickelt,umso mehr manifestiert sich die liebe zu einer persönlichkeit .liebe zu einem kind ist anders als zu einem partner in einer beziehung,für mich fast purer..es werden keine bedingungen geknüpft,die es in partnerschaften oft gibt...diese intensität von anfang an macht einen ohnmächtig,wenn man daran denkt das kind zu verlieren,also sterben männer eigentlich fast,wenn sie sich von dem kind trennen müssen,was ja leider auch nicht wenige mütter benutzen gegen einen mann...und gerade männer leiden noch mehr darunter,da ohnmacht für sie unerträglich ist...ich denke und verstehe auch,wenn männer sich von den kindern abwenden,ist das keine lieblosigkeit sondern oft ein emotionales überleben wollen...das traurige ist nur,dass kinder das nicht so verstehen können und sie natürlich widerum an den folgen kranken...
insofern bin ich für mich irgendwann zu dem schluss gekommen,dass liebe sehr schön ist,aber gespürte liebe noch viel schöner...eigentlich die wahre liebe ist...
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/242553/#2192195





















