Etude in PVC.
Wenn sich nun alles dieses noch drehen würde, sich durch Euch hindurchdrehen mit Farben und Klängen, wenn ihr nicht mehr unterscheidet könntet, was Klang, was Farbe, und wenn diese Dome geflutet wären von Duft... ach einen DomDuft denk’ ich mir, der wie Wasser in den ihrerseits flüssigen Architekturen steht... worin kein Blick sich irgendwo fängt, sondern tiefer in den Raum und immer weiter hinweggesaugt wird, ein FarbSchwips, in dem Du Dich rauschhaft verlierst... Dein ganzer Körper eine weiche fliegende Baukunst, und wirklich, unversehens, sprießen Palmen aus dem PVC Deines rechten Arms, das kommt vom Geruch nach Sauna und Sonne, alles gelöst. So laßt Euch unter den Fußsohlen nieder, sie versinken in einen wirklichen Sand... langsam und staunend durchschreitet der Mensch einen Ganglion aus Gängen, seltsam stehen Stühle umher, auf die man sich nicht setzen, in die man nur hineintauchen kann: schon schwappen sie über Dir zusammen, drücken Dich hinab in ein nächstes und abernächstes Gemach. Weißt Du, als wer Du wieder hinausgelangst und daß ein anderes Du den Weg und Aus-Weg längst fand? Plötzlich steht Ihr beide zu dritt draußen, die Leute schreien und hasten im brodelnden Verkehr. Blasen steigen von dem auf. Martinshörner hört ihr, das ist dann wieder die Realität. Eh Du Dich versehen, hast Du Dir selbst die Hand gereicht, zweimal dreimal. Dann geht Ihr auseinander, jedes Du für sich, und jedes meint, daß es wahr sei. So schütteln nasse Hunde die Wunder von sich ab.
albannikolaiherbst - Sonntag, 11. Dezember 2005, 11:29- Rubrik: Texte
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