Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 d e

 
my beautiful world

ein gewisses quantum seelischer srupellosigkeit ist der frame in dem ein mensch erscheint, portraitiert von einem künstler, der, genaugenommen, noch skrupelloser ist als der portraitierte selbst in seinen schwächsten & dunkelsten momenten je sein kann. und die art & weise, einer frau seine schmeichelhaftesten komplimente zu machen, entnimmt ein mann nicht selten dem hochfestlichen ritual des heiligen gesetzes seiner bequemlichkeit (wie henry james das in "the turn of the screw" formulierte). man sollte die menschen nach ihrem potential andere zu enttäuschen beurteilen. wenn du sie nach ihrer fähigkeit dich zu entflammen beurteilen würdest - die welt wäre so pornograhisch wie sie ist. ein kind zu zeugen ist ein pornographischer akt - damit beweist man nichts weiter als seine absolute verantwortungslosigkeit. und das ganze familienleben ist nichts anderes als schlechte schminke dieses faktum zu kaschieren. man fickt aus purer lust. kinder sind die spur die das hinterlässt. man muss seinen kindern verzeihen - wie man seinen eltern verzeihen sollte. der subkutane hass der frauen auf die männer von denen sie kinder haben basiert auf dieser unbewussten erkenntnis dass nur männer diesen selbstherrlichen kult der lust betreiben können, den die meisten frauen instinktiv ablehnen weil sie ihre prädestination zu empfangen & zu gebähren als eine zu tief liegende aufgabe empfinden für die sie in sich selbst nicht den geringsten grund finden, ins bodenlose sinken, wenn sie danach suchen - und die die initiative des mannes trotzdem tragen wie die luft eine schwinge trägt. umgekehrt das absolute privileg der homosexualität: diese entwendung des auftrags, diese reine lust ohne jede beeinträchtigung. a flawless diamond. jeder versuch das mit einer frau zu exekutieren scheitert. ein mann liebt einen mann nicht perspektivisch, verantwortungslos im reinsten, und strahlendsten sinn des wortes. wie man das verschwinden der jugend aus dem gesicht eines menschen beobachten kann, wie das abtauchen eines fisches in tieferes wasser. es verschwindet nämlich nicht nur der glaube an sich selbst - sondern auch die hoffnung auf sich selbst. erst dann wird der mensch verwundbar. das tragische element liegt in der banalen geste mit der ein mensch, der weiss dass er sich selbst nicht kennen kann, weil biologische hinfälligkeit und zeitmangel ihn desavouieren, sich von sich selbst abwendet, wie von etwas auf das kein verlass ist. dennis hopper, der vor jahrzehnten die vulva einer frau vor einer kamera mit 2 fingern aufspreitzte scheint das damals begriffen zu haben. es ist nichts weiter als das. wenn du das skelett siehst, den kadaver des wals an der küste von namibia, dann - erst dann - lohnt es sich, zu leben - und den wahnsinn der existenz zu zelebrieren wie ein pfau seinen reif in der ersten abenddämmerung, wenn kein auge die augen sieht und kein ohr die schreie hört - und kein denken die wahrheit streift. du bist der einzige der solche sachen versteht. und mir graut davor wieder in die sümpfe zu tauchen und in die fressen all dieser amphibien starren zu müssen die diese welt bewohnen. der erste flaum eines kückens ist nicht immer sein zartester.