Carlotte Corday
ich schreibe das damit du doch nochmal einen blick auf J.P. wirfst. denn fast alle schwachköpfigen literaturkritiker heute teilen den horror des Irrationalismus vor dem eiskalten verstand und halten die von der Dilthey´schen strukturpsychologie inaugurierten entgegensetzung von gefühl und verstand für geeignet, literarische strömungen zu erfassen, und leisten so der sucht des establishments, die eigene revolutionäre vergangenheit loszuwerden, dadurch vorschub, dass sie die aufklärung verächtlich machen.
es ist ja wahr, dass der westen, abgesehen von der technologie, kaum noch etwas von charisma vorzuweisen hat, das in den augen nicht-westlicher menschen dieser welt noch leuchten würde. und abgesehen von der tatsache, dass auch diese technologie im zuge der gleichschaltung zunehmend outgesorced wird, bekommt er nichts zurück - und ist kaum bereit, etwas zurückzubekommen. die leute werden entweder krank oder resignieren - oder beides. im schlimmsten fall infantilisieren sie oder werden verrückt .
wir leben in regressiven zeiten. und es wundert mich umsomehr, wie wenig man zurückgreift auf die antiklassische tradition der literatur. goethe wollte doch eigentlich nichts weiter als da stehen als der king der sie alle kassiert. männer wie kleist gingen daran kaputt und zahllose ander. J.P. aber hatte eine tiefe antipathie gegen G&S als menschen, gegen diesen pervers narzistischen kult des guten-wahren-und-schönen, der das desaster ideologisch vorbereitete und subventionierte. und ich glaube jeder von uns muss die heute auch haben. unter vergleichbaren umständen. keine sau glaubt mehr an eine autorität, eine koryphäe, einen weisen. things desintegrate. und es gibt keinen weg zurück. ich hab keine ahnung welchen weg du einschlagen wirst. es ist beschämend, über den wittenbergplatz zu gehen rüber ins KDW - und das schild auf dem die KZs der nazis gelistet sind zu lesen. die gleichgültigkeit, das laissez-faire, die ignoranz der masse, in der sich jeder als sein kleiner natural born killer fühlen kann, ohne einen einzigen vasallen - ohne ein einziges prädestiniertes opfer. diese alles umfassende manifestation des banalen, diese konsum- und freiheitsidiotie ist obszön. diese maschine wird von leuten gesteuert die keine kraft und keine ideen mehr haben, die nichts undenkbares mehr denken können, die zusammenbrechen unter ihrer kraftlosigkeit und ihrem fetischismus,
ich jedenfalls werde diesen existentiellen zustand, diese idiotische versessenheit auf den staus quo nicht aus den augen verlieren. das = die sphäre in der wir leben. vielleicht exekutieren wir längst das was in der islamischen sphäre als ornament nobel und bescheiden das eigentliche vertritt - als bloße geste der puren selbstverleugnung.
jeder weiss dass alles egal ist, dass alles verschwindet, dass absolut nichts bleibt - und alles erlaubt ist, alles. Jeder Mensch geht unwiderbringlich verloren. religion war der verzweifelte versuch ein gedächtnis zu konstituieren, das es nicht geben kann. kunst war der versuch, dieses gedächtnis zu verfilmen. wir sind die, die in diesem film leben.
Nur wenigen Glücklichen hat das Schicksal ein reines Verhältnis zum Tun beschieden.
es ist ja wahr, dass der westen, abgesehen von der technologie, kaum noch etwas von charisma vorzuweisen hat, das in den augen nicht-westlicher menschen dieser welt noch leuchten würde. und abgesehen von der tatsache, dass auch diese technologie im zuge der gleichschaltung zunehmend outgesorced wird, bekommt er nichts zurück - und ist kaum bereit, etwas zurückzubekommen. die leute werden entweder krank oder resignieren - oder beides. im schlimmsten fall infantilisieren sie oder werden verrückt .
wir leben in regressiven zeiten. und es wundert mich umsomehr, wie wenig man zurückgreift auf die antiklassische tradition der literatur. goethe wollte doch eigentlich nichts weiter als da stehen als der king der sie alle kassiert. männer wie kleist gingen daran kaputt und zahllose ander. J.P. aber hatte eine tiefe antipathie gegen G&S als menschen, gegen diesen pervers narzistischen kult des guten-wahren-und-schönen, der das desaster ideologisch vorbereitete und subventionierte. und ich glaube jeder von uns muss die heute auch haben. unter vergleichbaren umständen. keine sau glaubt mehr an eine autorität, eine koryphäe, einen weisen. things desintegrate. und es gibt keinen weg zurück. ich hab keine ahnung welchen weg du einschlagen wirst. es ist beschämend, über den wittenbergplatz zu gehen rüber ins KDW - und das schild auf dem die KZs der nazis gelistet sind zu lesen. die gleichgültigkeit, das laissez-faire, die ignoranz der masse, in der sich jeder als sein kleiner natural born killer fühlen kann, ohne einen einzigen vasallen - ohne ein einziges prädestiniertes opfer. diese alles umfassende manifestation des banalen, diese konsum- und freiheitsidiotie ist obszön. diese maschine wird von leuten gesteuert die keine kraft und keine ideen mehr haben, die nichts undenkbares mehr denken können, die zusammenbrechen unter ihrer kraftlosigkeit und ihrem fetischismus,
ich jedenfalls werde diesen existentiellen zustand, diese idiotische versessenheit auf den staus quo nicht aus den augen verlieren. das = die sphäre in der wir leben. vielleicht exekutieren wir längst das was in der islamischen sphäre als ornament nobel und bescheiden das eigentliche vertritt - als bloße geste der puren selbstverleugnung.
jeder weiss dass alles egal ist, dass alles verschwindet, dass absolut nichts bleibt - und alles erlaubt ist, alles. Jeder Mensch geht unwiderbringlich verloren. religion war der verzweifelte versuch ein gedächtnis zu konstituieren, das es nicht geben kann. kunst war der versuch, dieses gedächtnis zu verfilmen. wir sind die, die in diesem film leben.
Nur wenigen Glücklichen hat das Schicksal ein reines Verhältnis zum Tun beschieden.
findeiss - 10. Jan, 00:21- Rubrik: Kulturtheorie
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