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>>>> Thema:
Wie Frauen, die mit Männerstimmen reden
Wie oft, Exzellenz, trug Sie denn der Laut, (10)
Orpheen unvernehmlich, durch das Lärmen (11)
Roms zu den Ewigkeiten dieses Engels, (11)
dessen Flügel aus Frauen, die gebärn, (10)
unentwegt der Metempsychose Blut (10)
palingenetisch unter sich herabwirft, (11)
wenn er sich rührt, und schüttelt seine Federn, (11)
die mit den Schlachten gefettet und schwer (10)
von dem Blut sind, und fühllos, und triefen (11)
von Männerstimmen, den rohen, vom Krieg (10)
gehobelten – ˇw i e ˇhielten Sie das Eis, (10)
das sie, Signore, so klirrn läßt, denn aus, (10)
und wärmten dem Engel mit der Musik (10)
noch den Flügel? Wohl um f ü r uns zu reden? (11)
>>>> Variation III
Variation I <<<<
albannikolaiherbst - Montag, 1. Oktober 2007, 21:03- Rubrik: Gedichte
Wie Frauen, die mit Männerstimmen reden, (11)
hebt es des Engels linke Schwinge (9)
über der schattigen Welt an, (7)
deren Existenz, (5)
Euer Exzellenz, (5)
darunter ruht. Man kann (7)
der schwarzen Dinge Fluß und Schwingung (9)
aus des Engels Achselhöhle und jeden, (11)
der drinnen frierte in dem dunklen Eden, (11)
herausquelln hören als Durchdringung (9)
eignen Willens, der daran, (7)
wie ein Reagenz (5)
andrer Existenz, (5)
in anderer Willen rann: (7)
in Ihrer, Signore, Umschlingung. (9)
Wie Frauen, die mit Männerstimmen reden, (11)
haben Sie ewig die uralten Fehden (11)
vom Sein und vom Tod in die Stimmung (9)
Ihrer Musiken getan - (7)
als deren Absenz, (5)
Exzellenz. (3)
>>>> Variation II
albannikolaiherbst - Montag, 1. Oktober 2007, 12:00- Rubrik: Gedichte
F ä h r t e n.
(>>>> Aragons Paysan de Paris wiederholt sich, bzw. setzt sich fort:
Natur wird Kybernetik, Surfer sind Scouts: Fallensteller und
Pelzjäger im Cyberraum. Wie sich Landschaft als Stadt wiederholt und in Stadt umgeformt
hat, so fließt nun Stadt in die imaginären, raumlosen Räume des Netzes
ein. Aragons für die Passade de l'Opéra beschriebene neue Mythologie erfaßt
als postmoderne Mythologie die Cyberräume; das ist, vom Mimetischen
abgesehen, keine Funktionalität, entstammt aber der rein funktionalen,
auf 1 und 0 reduzierten, auf Ja und auf Nein begrenzten Intention; entstammt
ihr technisch, nicht ontologisch: Da ist eben diese Funktionalität
selbst ein maskierter Ausdruck ganz anderer Wirkzusammenhänge, nämlich
der natürlichen Evolution. Wenn Aragon sich die Spazierstöcke wie Seegras
sanft hin- und herbewegen läßt, ist dies eben deren Ausdruck und keine
poetisch gesuchte Metapher, sondern evidente Erscheinung, die
den Zusammenhängen ganz nah auf die Haut bläst. Wir erklimmen momentan
nur das nächsthöhere Tableau.
Kleine Theorie des Literarischen Bloggens (88).)
>>>> 89
87 <<<<
albannikolaiherbst - Montag, 1. Oktober 2007, 07:48- Rubrik: Litblog-THEORIE
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
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zuletzt aktualisiert am 2009/11/08 14:34
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