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Seinen Espresso bekam er umsonst an der Bar des Hotels, der
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eigene, offenbar wenig verbindliche Mann,
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den sie mit seltsamer Scheu, die wie seine war, ansahn, als spürten
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sie mehr als er, was ihn hertrieb, und wollten‘s nicht, wie eine Andacht,
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stören – vielleicht auch der eigenen Ängste, die‘s ahnten - erfühlten -
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wegen... da war ein Tabu, war ein Fremdes an ihm,
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das ihn aus Welt und Gebräuchen herausnahm – so saß er dann da und
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löffelte Milchschaum von seinem Kaffee: morgens schon lief der
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Fernseher, ausgelassenes Feixen der Moderatorin,
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tuschend banales D-Dur, Schminke querüber die Masken,
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einge(-)blendet Applaus aus dem Off, Lachen und Flitter -
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da knallt die Tür zu, doch sieht er kaum auf, wie das Salve! dem Barmann
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durch das so schrille Gezische des nächsten Espressos rasch zufliegt,
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als auch die plappernden Frauen mit den Besen herzueilen: fröhlich
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aufgelegt, fast wie die Starlets der rosanen Show, der am Morgen,
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meint man, Italien insgesamt zuschaut: ein jedes Motorrad,
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jeglicher Ausdruck von Leben ist z u laut, als daß es nicht täuschen
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wollte, hinwegtäuschen – heute von ihm, der nur dasitzt und schweigt,
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weil er das, w a s ihn – den, d e r ihn - hier hergeführt, - verführt hat, selber
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gar nicht bemerkt hat -
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- ein Antlitz war's oder ein Ton:
etwas, das schon beim Aufwachen
fort ist, und wir erinnern uns ferne
kaum eines Geschmacks, da ist
nur Gebliebenes wie
an Säuglingen noch
die Sterne saugen -
und wollen sie halten...
(„Dann putzen wir Zähne und schlagen erwachsen die Tür zu.“)
Vor wem denn? Vor der Erscheinung? Und wir folgen dann d o c h?
Aber: w a h rhaftig nicht, sondern verschwiegen wie einer, der's m u ß,
sich aber schämt, weil's in sein Selbstbild nicht paßt
und geht eben d o c h hin und opfert dem Körper...
Stromboli 17 <<<<
albannikolaiherbst - 4. Mai, 11:44- Rubrik: Gedichte
...der Mann arbeitet seit zwanzig Jahren an der Herausgabe der feinsten lebenden Dichtern in französischer Sprache. Es sind immer Texte, die für ihn geschrieben worden sind. Er wohnt kaum einen Kilometer von meinem Haus, ich treffe ihn aber ein oder zwei mal im Jahr.. er lebt sehr zurückgezogen, wie Sie sehen, und wir schicken uns Briefe, wenn wir uns etwas Wichtiges zu sagen haben. (...) ... alles was er herausgibt (...) sind winzige Bücher, kaum Bücher, die so durch gebildete Hände zirkulieren. (...) Man kann also nicht von einem Verlag sprechen... aber er wird heimlich beneidet wegen der Qualität der Texte, die er herausgibt. Er weigert sich, jegliches Interview zu geben und arbeitet allein. Keine Werbung, nichts. Manche nennen ihn den besten Verleger Frankreichs überhaupt... (er könnte die Gestalt einer Novelle sein: die andere Seite unserer heutigen Welt).
albannikolaiherbst - 4. Mai, 10:04- Rubrik: Korrespondenzen
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Herbst & Deters - Fiktionäre
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NEUES
Melville - 18. Jul, 20:00
Bd1
crap-us-cul(e)
der beschissene Morgen nach einer durchzechten Nacht. Paul Reichenbach - 18. Jul, 19:52
Proteus Hanswurst. 18. 07. 2008. ...
„…
Von Leuten verfolgt, nahm er die Gestalt / eines Löwen an oder einer Flamme, /eines Baumes, der ... Paul Reichenbach - 18. Jul, 19:49
>>>>Der Blogger Hanswurst ...
>>>>Der Blogger Hanswurst heißt Proteus ;-) albannikolaiherbst - 18. Jul, 14:52
気 und Lancôme oder Die Aufladung. ...
(...)
Wie aus der wolkenzerrissenen Bamberger Nacht nun die Sonne,
Anahit, meine Geliebte, heraufsteigt. ... albannikolaiherbst - 18. Jul, 14:28
Prediger 3, 19. Bamberger Elegien ...
Wie kam das denn? Was läßt uns spotten,
wenn einer die Sonne nicht chemophysisch und nicht
Mond | ...
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zuletzt aktualisiert am 18. Jul, 20:14
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