Willensfreiheit & Moral.
Die Beurteilung all unserer Haltungen und Handlungen - also auch Rechtsfähigkeit – hängt davon ab, ob wir glauben, daß es einen freien Willen gebe, oder ob wir das nicht glauben, sondern glauben, jegliches Bewußtsein sei letztlich das Erzeugnis von Chemie. D a ß beides Glaube ist, ist ausgemacht: für die Richtigkeit des letzteren gibt es allerdings Belege, und zwar zuhauf, für den ersteren hingegen k e i n e, geschweige einen Beweis. Darüber hinaus gibt es Indizien, die es nahelegen, ganz unabhängig vom individuellen Bewußtsein und von individueller Handlungsfähigkeit wirkten objektive Strukturen: Muster, die sich wieder und wieder in uns und durch uns (und durch Welt insgesamt) erneuern, sei es, sich weiterentwickelnd, sei es unverändert; die Kunst faßt sie als Allegorie, was eine projezierte Form-in-sich ist, in der sich das Allgemeine am Beispiel des Individuellen geradezu durchführt. Insofern ist alle Kunst immer auch (spekulative) Erkenntnistheorie und doch zugleich, wenn man - wie ich - an den freien Willen n i c h t glaubt – stets naturwissenschaftlich rückgebunden.
Jedenfalls bleibt der sog. freie Wille eine kulturgeschichtliche B e h a u p t u n g, der jeder heilende Ansatz widerspricht, der von notwendigen und hinreichenden Gründen ausgeht. (Die es für die Vorstellung einer freien Wahl nicht geben kann; denn schon ein GRUND schränkt die Wahlfreiheit ein, zumal, wenn er derart mächtig ist, daß man sich seinethalben für etwas entscheidet. Wie aber entschiede man sonst? Aus Daffke g e g e n den mächtigen Grund? Oder gegen ihn aus Stolz? Woher kommt dann dieser? Und Verantwortung? Wer setzt sie? Und w e n n man sie setzt: weshalb? Niemand kommt aus diesem Zirkel heraus.)
Jedenfalls bleibt der sog. freie Wille eine kulturgeschichtliche B e h a u p t u n g, der jeder heilende Ansatz widerspricht, der von notwendigen und hinreichenden Gründen ausgeht. (Die es für die Vorstellung einer freien Wahl nicht geben kann; denn schon ein GRUND schränkt die Wahlfreiheit ein, zumal, wenn er derart mächtig ist, daß man sich seinethalben für etwas entscheidet. Wie aber entschiede man sonst? Aus Daffke g e g e n den mächtigen Grund? Oder gegen ihn aus Stolz? Woher kommt dann dieser? Und Verantwortung? Wer setzt sie? Und w e n n man sie setzt: weshalb? Niemand kommt aus diesem Zirkel heraus.)
albannikolaiherbst - 3. Dez, 10:16- Rubrik: NOTATE
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