Analogie. Formgesetz der Ähnlichkeit. Flirren im Erscheinungsraum. ARGO-ÜA (8).
Es gibt eine Parallalelität der Ereignisse, ein sowohl natürliches wie künstlerisches Formgesetz der Analogie, das indessen nicht fixiert, sondern an seinen Konturen sehr liquide ist und über die Schaffung bloßer Ähnlichkeiten hinausgeht. Aufgrund seiner Regulationen kann es zu erstaunlich zeitgleicher Entstehung kommen voneinander unabhängiger Gebilde mit fastidentischer Struktur. Es sind Überlappungen der auffälligsten Art, die sich hingegen anders als über das Modell eines unbestimmbaren, nicht meßbaren, die Phänomene dennoch durchdringenden Äthers, worin das Formgesetz schwimmt, kaum herleiten lassen. Wie sich alte Ehepaare zunehmend ähnlich werden nicht nur in ihren Gesten, nein, im Gesichtsschnitt, in einer plötzlichen Ermattung der Augenfarbe, so werden zur selben Zeit identische Erfindungen gemacht, Poetiken entwickelt, sogar biologische Mutationen vollzogen.
>>>> Thetis, 809.
Man kann dies sowohl als eine ‚Entschuldigung’ dafür lesen, daß die konsistente Erzählung eines Romans nicht gelang, wie auch als eine wirkliche Grundlegung einer notwendigen, nicht-konsistenten, ‚kybernetischen’ Möglichkeits-Ästhetik. Die Unschärfe der Figuren gegeneinander und die Widersprüche, die der Text ganz offen ausbreitet und auch immer wieder deutlich fokussiert, können also eine Schwäche des Autors sein, aber ebenso seine Stärke. Diese Ambivalenz spiegelt schon ihrerseits, was der logische Skandal ist, den dieses Buch darstellt. Was es tatsächlich ist, darüber wird so etwas wie Nachwelt entscheiden; ich bin selbst dazu außerstande.
>>>> Thetis, 809.
Man kann dies sowohl als eine ‚Entschuldigung’ dafür lesen, daß die konsistente Erzählung eines Romans nicht gelang, wie auch als eine wirkliche Grundlegung einer notwendigen, nicht-konsistenten, ‚kybernetischen’ Möglichkeits-Ästhetik. Die Unschärfe der Figuren gegeneinander und die Widersprüche, die der Text ganz offen ausbreitet und auch immer wieder deutlich fokussiert, können also eine Schwäche des Autors sein, aber ebenso seine Stärke. Diese Ambivalenz spiegelt schon ihrerseits, was der logische Skandal ist, den dieses Buch darstellt. Was es tatsächlich ist, darüber wird so etwas wie Nachwelt entscheiden; ich bin selbst dazu außerstande.
[Poetologie. Zur Allegorie.]
albannikolaiherbst - 28. Nov, 10:35- Rubrik: KYBERREALISM
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