ein im Spätjahr
für den Rechen
gemähtes Laub
unter Bäumen
albannikolaiherbst - 21. Aug, 13:26- Rubrik: Gedichte
Vor über fünfunddreißig Jahren etwa - als ich mich noch mit Astrologie beschäftigte, was als berechtigt gelten mag, weil ich damals heftig pubertierte - las ich eine Erklärung für die ‚Einwirkung der Sterne’ auf uns, die seither immer wieder mal in mir aufsteigt, weil sie vielleicht etwas Schlüssiges hat, das sich freilich ebenso wenig bestimmen läßt wie ein Medikament der Naturheilpraktik in D30-Lösung: die entspreche, argumentierte mein Apotheker-Onkel einmal, „einem im Bodensee verrührten Tropfen Wirkstoff“; man könne von daher nicht einmal sagen, ob überhaupt noch ein einziges Molekül des Medikamentes im Fläschchen sei. Dennoch scheint’s ja bei manchen zu wirken. Der Satz nun, auf den ich anspiele, geht so: „Jeder Wein hat Characteristica der Gegend und des Klimas, worin der Stock wächst und die Trauben reifen; weshalb sollte das beim Menschen anders sein?“
Nun wäre aber gerade auch d a s keine Begründung für Übersinnliches, vielmehr das völlige Gegenteil: Eingeständnis eines materiellen Zusammenhangs, eines bio/logisch-geologischen nämlich. Um einen akzeptierten Anschluß an die Naturwissenschaften zu erlangen? Hie wie dort kommt es sich offenbar um Determiniertheit nicht herum. Was also läßt einen ausgerechnet dort Freiheit suchen und Selbstbestimmung? Was ängstigt die Leute derart an der naturwissenschaftlichen Ausrichtung, an einer esoterischen, die doch ebenfalls notwendige Gründe anführt, aber offenbar nicht?
Und n o c h ein Gedanke beschäftigte mich heute früh. Der Mensch bestehe aus Körper und aus Seele, erklärte Zschorsch neulich meinem Jungen; der Körper verfalle, die Seele aber gehe ein in irgend etwas anderes. Nun ist’s aber doch gerade anders herum: der K ö r p e r geht in anderes ein, nämlich in die Erde, und der K ö r p e r - rein schon nach dem Energieerhaltungssatz - lebt in anderem weiter, indem er sich in anderes verwandelt (sofern man nicht den Unfug begeht, sich verbrennen zu lassen; sofern man sich nicht dem irdischen Wandlungsproze hoffärtig entzieht). Das ist direkt zu zeigen, man muß nur den chemischen Prozessen folgen, denen ein Leichnam ausgesetzt ist; man kann s e h e n, wie der irdische Kreislauf ihn wieder aufnimmt. Von der Seele kann man g a r nichts sehen, sie ist und bleibt eine reine Behauptung. Wieso wird dem mehr geglaubt, was man nicht sieht, als dem, was man sieht und was so ganz auf der Hand liegt? Und doch auch wunderschön ist, dieses Erde zu Erde. Wieso lästern Menschen die Erde so? (Lästerung steht zu Anfang jeglichen Raubbaus.)
albannikolaiherbst - 21. Aug, 11:39- Rubrik: NOTATE