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„(…) Der ganze Kampf gegen den Westen, den die Frauen im und aus dem Osten führen, die Amazonen also, und den die Rebellen in Buenos Aires führen, den sogar Brem führt, der das nicht weiß, den seit etwa siebenhundert Seiten auch Goltz führt, der vorher siebenhundert Seiten lang die Gegenseite vertrat, geht letztlich darum: uns die Sterblichkeit zu erhalten. Ungefuggers Lichtdom n i m m t sie den Menschen und läßt sie inkonkret werden: abstrakt. Der Lichtdom und das Neue Kybernetische Christentum, das er repräsentiert, sind so furchtbar nicht, weil sie die Menschen um ihre Freiheit berauben, frei sind wir alle sowieso nicht, sondern weil er realisiert, was die abendländische Zivilisation von allem aristotelischen, eigentlich sogar ägyptischen Anfang an im Auge hatte: sich über die Natur zu erheben, über Geburt und Sekret, Zeugung und Tod und über den Stoffwechsel, und zwar, indem es ihr gelingt, sich aus der Natur zurückzuziehen, sich zu einer künstlichen, rein geistigen Natur zu machen. So utopisch meine Erzählung Sie anmuten mag, so real berichtet sie doch von diesem Prozeß der, im Wortsinn, ungeheueren Vergeistigung. Der Lichtdom macht Geister aus uns, schlimmer noch: den e i n e n Geist. Das ist eine alte Bewegung, die ungefähr mit Aton begann. (…)“
>>>> ARGO 255
ARGO 253 <<<<
albannikolaiherbst - 27. Jun, 22:18- Rubrik: ARGO-ANDERSWELT
Sie fordert heraus. Sie verlangt Demut und Erstaunen, ja Kniefälle und zum Gebet erhobene Hände, die aber a u s g e s t r e c k t sind und Vereinigung wollen. In ihr zerschmilzt die Autonomie des Betrachters, er ist ganz Begehren: Schönheit brennt als ein Dornbusch und ruft: „Ich-bin-die-ich-bin-DA!“* Sie ist asozial, denn in ihr werden Götter zum Körper; >>>> so wenig wie diese ist sie moralisch. [*] Mose 2, 3 ff und 14
("Ich bin die, die ich bin":
übersetzende Auslegungssache).
(CCCCIV).
[„Geistige Schönheit“ dagegen ist ein soziales Konstrukt und nicht, wie Schönheit selbst, eine Naturerscheinung. Es soll die Erscheinung (aisthētikòs) zugunsten eines ‚Wesens’ entmachten, für das dann eben der - moralische/moralgebende - Geist gesetzt wird. Mose 2, 3 ff & 14 ist die Kippstelle, in der die erscheinende Eine im moralischen Andren noch w a r. - Weiters, ebenda, das Versprechen dem Volk Israel eines Landes, in dem Milch und Honig fließen. Milch spricht für sich; die Honigwabe aber ist das Symbol der Aphrodite von Eryx (heute Erice, das ein castello di venere trägt). Bienen nennt man hymenoptera, das heißt schleierbeflügelt. Das Wort geht auf hymen zurück.]
albannikolaiherbst - 27. Jun, 16:48- Rubrik: Paralipomena
Der Stachel ist nicht so sehr, daß ausgesprochen wird, was sich verschweigen soll. Das ist a u c h eine Seite, sicher, die Licht auf anthropologisches Anderssein einer ganzen Art werfen kann – oder auf’s eben-d o c h-so-Sein, wie man annahm, und zwar in der ganzen Banalität und der ganzen Glut. Sondern es mit Klarnamen zu tun, so daß der Leser den Bekenner auf der Straße trifft, ihn anschaut und sagt (meistens wird er’s nur denken): „Ach, der Arme!“ oder „Dieses Arschloch!“ – d a r i n liegt die Provokation. Daß sie F o r m hat, sonst wäre das Weblog nicht literarisch, löckt dabei ganz besonders wider den geregelten Anstand. Dann stehenzubleiben und stolz zurückzuschauen, vielleicht zu lachen und zu sagen: „Je nun, so ist’s“ und sich nicht weiter drum zu bekümmern, schließt Freiheitsräume auf. Man braucht die Heimlichkeit nicht mehr und macht die Erfahrung: Da ist ja gar keiner, der „Ach, der Arme“ ruft. Sondern die Leute schaun einen an und sind irritiert, weil sie mit soviel Klarheit nicht klarkommen können. Aber selbst das ist es eigentlich nicht, sondern: daß das Geheimnis b l e i b t, und das Bekenntnis hat ihm rein nichts genommen. Im Gegenteil, zur sich öffnenden Person ist Geheimnis noch hinzugekommen. Allein, weil sie dasteht. Als Person u n d als Text. Da i s t dann niemand, der sagte: „Der ist ja gänzlich ausgehungert und gibt’s auch noch zu!“ Sondern der Leser ist sprachlos gegen so viel offene, vitale Realität. In diesem Moment gehen Literatur und körperliche Wirklichkeit einen Bund miteinander ein, und eines hebt das andere. Kunst wird Welt - Welt t e i l, wohlgemerkt.
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albannikolaiherbst - 27. Jun, 14:25- Rubrik: Litblog-THEORIE
Etwas, das man empfindet, nicht öffentlich zu sagen, weil sich das „nicht gehört“. Es sogar vor sich selber verschweigen. Es aber weiterempfinden, doch mit schlechtem Gewissen. Säkularisierte >>>> körperfeindliche Erbschuld.
(CCCCIV).
[Eine Aristokratie der organischen Schönheit tut not. Die dächte nämlich n i c h t: gefällt mir m e i n Leib, gefällt mir kein andrer. Man kann nur verschenken, was einem Lust ist und wert. Alles andere ist eine Beleidigung des Beschenkten: s o denkt der organische (erotische) Aristokrat.]
albannikolaiherbst - 27. Jun, 13:23- Rubrik: Paralipomena
“Was hälst du von diesem Mann?“
„Soll ich ganz ehrlich sein?“
„Ja.“
„Er ist eine geile Wichsvorlage, aber ich würde mich niemals trauen, mit so wem etwas anzufangen.“
Merke: Es gibt keine Amazonen, auch wenn sie sich unsere Männerfantasie so wünscht. Es gibt nur, letzten Endes, kleine Mädchen, die versorgt werden wollen. Um es mit >>>> Eisenhauer auszudrücken: Frauen inszenieren den Stöckelschuh, aber wollen, wenn’s ernst wird, auf schnellstem Weg in den Pantoffel zurück.
[Übrigens gilt dasselbe für „Männer“: auch sie ziehen, letztendlich, das Hausmütterchen, das ihnen über den Kopf streichelt, der aggressiv-schönen Frau v o r. Man könnte ja Grippe bekommen und dann fiebrig zu Bett liegen müssen. Weil nun Frauen ganz ebenso strukturiert sind, werden nicht wenige „Männer“ sogar fündig an Schönheit. Die prostituieren sie dann an den Herd.]
“Aber mit wem schläfst du daheim? Also wenn du mit deinem Mann schläfst? Mit ihm oder mit der Wichsvorlage? Und wer betrügt dann eigentlich wen?“
Betrogen sind alle drei: um die Realität betrogen die Wichsvorlage, um das Gemeintsein der Mann, und um Wahrhaftigkeit betrogen hat sich die Frau. (Man kann es auch anders sehen: der Mann schmarotzt an dem, der gemeint ist. Und die Frau.)
albannikolaiherbst - 27. Jun, 08:40- Rubrik: FrauenundMaenner
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Neu erschienen August 2008
Herbst & Deters - Fiktionäre
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NEUES
read An - 13. Okt, 15:50
eines möchte ich dir noch sagen, ...
eines möchte ich dir noch sagen, und das obwohl du noch drauftritst, danke das kenne ich schon. ich habe ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 13:20
@Keuschnig.
Ja. Das gehört zu den sich weiterorganisierenden "Fein"griffen des Vorgangs. Meine Beispiele sind tatsächlich ... Gregor Keuschnig - 13. Okt, 12:22
Das "Vergessen" als "Machtmittel ...
Das "Vergessen" als "Machtmittel der Verfälschung" betreiben aber auch die ehemals Siegreichen, die später ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 08:58
Die großen Vielleichts. Vergessen ...
Ein wesentliches Mittel der Ausübung politischer Macht besteht darin, ein Unrecht vergessen zu lassen, ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 08:37
Arbeitsjournal. Montag, der 13. Oktober ...
5.24 Uhr:
[Am Terrarium.]
Es ist kaum zu fassen, aber ich lag bereits um 22.30 Uhr im Bett und schlief ...
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zuletzt aktualisiert am 13. Okt, 15:53
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