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Er trat ein. Er trug eine grüne Jacke mit viel zu breiten Schultern, was aussah, als hätte er sich in eine Decke gewickelt.
albannikolaiherbst - 7. Jun, 23:42- Rubrik: NOTATE
HS:
…hatte eine kleine assoziation zu dem wort "maniker" in deinem >>>> tb: manikka vasagar (9. jh.): texte von ihm >>>> h i e r.
ANH:
Sorry, ich hab gerade die Tränen in den Augen... mom eben…
HS:
oh mann!
ANH:
Ich hab's soeben ins Tagebuch notiert. Es ist unfaßbar. Solch ein Glück! Solche Schmerzen zugleich. Ach, könnte doch Literatur das ausdrücken! Könnt sie doch nur!! Wäre ich Musiker geworden, ich wäre heute ohne jeden Zweifel Autist.
HS:
sie kann's: im zwischenraum zwischen autor und leser... hat, glaube ich, sehr zu tun mit dem nabokov-zitat, das du brachtest. denn es gibt diese momente beim lesen
ANH: Das stimmt, aber sie haben nicht diese Sinnlichkeit.
HS: es ist ein spiel zwischen wort und welt... im glücksfall (im falle eines glücks)…
ANH: Ich spüre immer ein Ungenügen... ich will immer n o c h weiter heran. Und noch weiter.
albannikolaiherbst - 7. Jun, 23:08- Rubrik: Chats
FRAU
(…)
Du, Mann, bist fort, Du, Sohn, bist, als du fragtest
Zu ihm Dein Vater war ein Soldat hab ich gesagt
Er ist mir gefallen Ich schloß die Tür Ging
Bevor er es konnte, in die Abwesenheit
Und öffnete seine Liebesschwüre nicht mehr
Habe sie aber alle gesammelt hier in der Lade –
(bricht ab, macht eine hilflose Geste neben sich, als wollte sie die Lade aus einem Schränkchen ziehen; sie schaut lange hinein in dieses Nichts. Dann legt sie eine Hand auf ihren Unterleib. Gesprochen, wieder in die Ferne des Raumes:) |
STIMME 1
Comedia de Calisto y
Malibeas Hexenhammer
Flugmaschine Bauernaufstand Ein
Trockendock Portsmouth Sprengla-
Dungsgeschosse Halsgericht
Las
Casas |
Ist jemand da? Jemand hier?
(Schweigt. Pause. Vielleicht auch in der Musik: Nullsignal.)
STIMME 2
Du hast der Verstorbenen Herzen
Auf der Waage der Schakale gewogen
Das Gesetz gegen den überhandnehmenden Luxus.
5 <<<<
albannikolaiherbst - 7. Jun, 20:50- Rubrik: Arbeitsjournal
albannikolaiherbst - 7. Jun, 20:36- Rubrik: Tagebuch
(...) Collage/Montage leistet insofern Verzicht auf Autonomie, als diese Methode auf den Anspruch Verzicht leistet, ‚selbst zu erfinden’. Was das sein soll, müßte übrigens auch einmal untersucht werden. Die Dschungel tendieren .zur Auffassung, es handele sich um ein Mißverständnis, und auch das Selbsterfundene sei nichts als Reproduktion, aber unbewußte: vermittels Sozialisation. Insofern der Monteur hierum weiß, befindet sich die Montage ganz zweifelsfrei auf höherer Geistesstufe denn das 'Originale', das sich ja nur für ein solches hält.
Analoges gilt für den Popanz 'Persönlichkeit', denn so wenig der Monteur noch ans Originale zu glauben vermag, so wenig an die stetige Person, also das autonome (nämlich rechtsfähige) Ich. Paradox formuliert: Sein Selbst widerspricht dem Ich, durch das es sich konstituiert.
Andererseits aber garantiert er erst Autonomie, wenn er die gefundenen Partikel eben in andere Zusammenhänge stellt. Hierbei hilft ihm die psychologische Aufweichung abendländischer Anthropologie, insbesondere der des neunzehnten Jahrhunderts und seines Anspruchs auf Totalität.
Da hinein hat die Psychologie recht hübsch geschlagen, und das autonome Ich spritzte auseinander. Das haben aber unsere Straf- und Kunstrichter so wenig begriffen wie Staatsmänner, die auch noch an Souveränität, Staat und Gemeinschaft glauben. Denn was sich wissenschaftlich erklären läßt, muß determiniert und somit strafunfähig sein; entsprechend umgekehrt. Wer hingegen noch ans freie Ich glaubt, gibt damit gleichzeitig Medizin, Psychotherapie und jeden Resozialisierungsansatz auf. Nur der Monteur garantiert noch Autonomie, indem er sie als utopisches und nicht einklagbares Wunschbild setzt: Was den Protagonisten der künstlerischen Diskurse geschieht, sollte letztlich auch dem Subjekt (der Geschichte) geschehen. >>>> Montage 2
albannikolaiherbst - 7. Jun, 16:28- Rubrik: Arbeitsjournal
Immer war ich gegenüber sogenannten Autobiografien skeptisch; allzu sehr schienen sie mir ein Dokumentarisches, an das ich nicht glaube, gegen die Wahrheit der Dichtung ausspielen zu wollen… bis ich >>>> Nabokovs herrliches Buch in die Hände bekam. Darin findet sich nicht nur ein Umstand, der den Dichter die Geburt mit dem Erhellen des Bewußtseins gleichsetzen läßt (in seinem Fall mit 1903, als er vier Jahre alt war), sondern auch ein Satz, der den normativen Größenwahn der Realität mit der liebevollen Unerbittlichkeit des Fantasmas zusammenschließt: “In den Größenverhältnissen der Welt, so scheint es mir, gibt es einen feinen Punkt, wo sich Phantasie und Wissenschaft treffen, einen Punkt, den man erreicht, wenn man Großes verkleinert und Kleines vergrößert, und der seinem Wesen nach künstlerisch ist.” Als ich das las, keimte in mir ein Vertrauen. Auch wenn ich etwa Freud völlig anders lese als in nabokov’scher (freilich wundervoll aristokratischer) Abwehr. Und überhaupt oft anderer Meinung bin: Die seine ist dennoch und deshalb poetisch wie ein Duft, den niemand, der zu fühlen vermag (also versteht), jemals wieder fliehen möchte.
(DateiFundstück. April 2004.
Keine Ahnung mehr, für wen geschrieben.)
albannikolaiherbst - 7. Jun, 08:38- Rubrik: Texte
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Neu erschienen August 2008
Herbst & Deters - Fiktionäre
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NEUES
knotscher95 - 13. Okt, 23:33
ach gabi - das fand ich grad hier ...
o.k. deleted.
rubbish.
li ebe readAn / bowman95 the least :
wenn es zu viele arschlöcher gibt, ... read An - 13. Okt, 15:50
eines möchte ich dir noch sagen, ...
eines möchte ich dir noch sagen, und das obwohl du noch drauftritst, danke das kenne ich schon. ich habe ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 13:20
@Keuschnig.
Ja. Das gehört zu den sich weiterorganisierenden "Fein"griffen des Vorgangs. Meine Beispiele sind tatsächlich ... Gregor Keuschnig - 13. Okt, 12:22
Das "Vergessen" als "Machtmittel ...
Das "Vergessen" als "Machtmittel der Verfälschung" betreiben aber auch die ehemals Siegreichen, die später ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 08:58
Die großen Vielleichts. Vergessen ...
Ein wesentliches Mittel der Ausübung politischer Macht besteht darin, ein Unrecht vergessen zu lassen, ...
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