Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 d e

 

Der Sanfte (20). Argo. Anderswelt. (243).

„Komm mit, ich bitte dich!“ sagte die Wölfin. Maßmann war bei ihr, Kumani ebenfalls. Veshya schüttelte den Kopf. „Ich habe es dir nie erzählt“, sagte sie, „aber ich hatte… ich habe einen Sohn.“ „Du warst schwanger“, sagte Deidameia, die sich sehr wohl daran erinnerte, wie Veshyas Bauch sich gehoben hatte, damals, nicht lange, nachdem der erste Oysseus sie und die Frauen und Bokenbrod und Niam an die Grenze gebracht hatte, nachdem sie dann, unter Jens Jensens abgewandtem Blick, hinüberwaren nach Buenos Aires. Veshya hatte damals auch geboren, aber ein totes Kind – hatte es geheißen. „Du hast gelogen“, sagte Aissa. Veshya nickte. „Du hättest mich nicht bei dir gelassen… nicht bei uns…“ „Ich habe selbst ein Kind geboren!“ „Du! Aber du hättest niemals zugelassen, daß eine von uns einen solchen Konflikt aushalten muß, daß sie sich, wie du dich gefährdetest, gefährdet… du hättest mich zurückgeschickt.“
Deidameia schwieg. Alle schwiegen sie einige Zeit.
„Also ich bleibe hier“, sagte Veshya dann, „das heißt: ich geh hinüber.“
„Du weißt, wo er ist?“
„Nein. Ich habe ihn weit von den Frauen aufziehen lassen, anders hättest du davon erfahren.“
„Du bekamst keine Nachricht?“
„Doch, in den ersten Jahren. Dann brach die Verbindung plötzlich ab. Ich ließ nachfragen. Niemand wußte mehr etwas. Es war nicht leicht, Deidameia.“

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