Romanfiguren versteigern. Bei ebay. (1).
[Mit einem großen Dank an die >>>> LeserIn (dort in den Kommentaren).]
albannikolaiherbst - 26. Jan, 21:33- Rubrik: Arbeitsjournal
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Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop
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Romanfiguren versteigern. Bei ebay. (1).[Mit einem großen Dank an die >>>> LeserIn (dort in den Kommentaren).] albannikolaiherbst - 26. Jan, 21:33- Rubrik: Arbeitsjournal
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Körnigkeit. Argo. Anderswelt. (193).Klirrende Kälte war, also kann es kaum der späte Oktober, frühe November s e i n, an dem dieser Roman eigentlich spielt; seine Entstehung braucht mehr Zeit als die Handlung, vergessen Sie das nicht. Will er also Gegenwartsroman bleiben, dann müssen die Geschehen die Gegenwart vor sich herschieben oder wenigstens mit sich ziehen, und zwar jeweils in die neue Gegenwart hinein; dem entspricht die Vorstellung von Gleichzeitigkeit (geschichtsmoralisch ausgedrückt: der Anwesenheit der Vergangenheit im Jetzt). Das fiel Eckhard Cordes zur Erklärung soeben ein, und er dachte, es müsse dieses sich-ineinander-Verhaken dazu führen, daß die einzelnen Erzählfragmente dadurch immer kleiner würden, narrative Punkte schließlich, die insgesamt wie lauter Pixel das flächige Bild, das Tableau, über die Entfernung bewirkten, die jemand dazu einnimmt. Stehe er zu nahe daran, dann zerfalle das Bild. Unsere Wirklichkeit sei nämlich schon deshalb nicht stetig, weil sie pointilliert sei. Die Wahrnehmung eines Geschlossenen stelle sich rein deshalb her, weil das Gehirn die Wirklichkeit so interpretiere; ähnlich einem Spielfilm, dessen 24 Bilder pro Sekunde*) wir eben a u c h als etwas Stetiges erlebten, ohne daß das der Realität entspreche.
Nun wirkten die Wirklichkeitspunkte selbstverständlich aufeinander, das halte die Wirklichkeit überhaupt zusammen wie die Anziehungs- und Fliehkräfte innerhalb der Moleküle und wiederum diese die Zelle und die den Körper, welcher wiederum auf eine ganz analoge Art mit anderen Körpern, schließlich der Welt und dem Kosmos interagiere; die Art dieser Kräfte sei aber ganz unterschiedlich: hier nennt man sie Inspiration. Da mußte er lachen, unser Eckhard Cordes, leise lachen, er wollte ja den Jungen nicht wecken. Der Kaffeebecher war geleert, Cordes goß aus der gläsernen Maschinenkanne nach, goß Milch hinzu, und sann weiter. Auf was ich so komme morgens um halb sechs, dachte er, andere Leute machen sich statt dessen fürs Büro bereit und zögern meist den Ausbruch hinaus, über ihre Morgenzeitungen oder lethargisch das Brötchen oder ihren Toast gebeugt. Tausende, Hunderttausende Leute, ganz irr wird, wer sich das vorstellt. Lauter Welten, Millionen Welten, die in Busse und Bahnen steigen. Grüne Welle für Vernunft. Tausende Busfahrer wiederum und ein paar hundert Polizisten, die diese Ströme bewachen. Und die inneren Polizisten, man nennt sie unsre Überichs, die bewachen diese Ströme auch.
[*): nachprüfen.]
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Kampfhunde.Der miese Character hetzt Qualität auf Qualität. Und reibt sich, wenn außenrum die Leute johlen und innen fliegen blutig die Lefzen, am Gewinn. Unerkannt hält er, der Dritte, die Bank.
So hetzt er auch Dichter auf Dichter. (CCCLXV). albannikolaiherbst - 26. Jan, 13:36- Rubrik: Paralipomena
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"Ficken Sie mich, ficken Sie mich! Aber fassen Sie mich nicht dabei an!"I
„Ich werde jetzt gehen.“ „Nein, bleiben Sie.“ „Aber dann werde ich hier schlafen.“ „Ja, schlafen Sie bei mir.“ „Sie wissen, was das heißt. Ich werde Sie anfassen.“ „Aber nicht überall.“ „Es ist wirklich besser, wenn ich gehe.“ „Nein, ich will, daß Sie neben mir liegen.“ „Dann w e r d e ich Sie anfassen.“ „Wir können ein bißchen kuscheln. Mehr will ich nicht.“ „Das kann ich nicht, tut mir leid. Dann gehe ich lieber.“ „Bitte bleiben Sie.“ „Sie wissen nicht, was Sie wollen.“ „Ich lege mich jetzt in die Wanne.“ „Das ist schön. Ich sehe Ihnen zu.“ „Nein, Sie legen sich ins Bett. Sie schlafen ein. Dann komme ich irgendwann und lege mich dazu.“ „Sicher nicht.“ „Sicher doch.“ II „Nicht! Nicht anfassen!“ „Nicht bös sein, aber ich gehe.“ „Nein, Sie bleiben. Sie bleiben bei mir.“ „Verzeihung, aber wenn Sie mich da berühren, muß ich Sie auch berühren. Und wenn Sie mich nicht mehr berühren, dann muß ich wirklich weg.“ „Sie müssen nicht weg. Ich bin so erregt.“ „Ja eben. Und was bin i c h?“ „Das ist doch schön.“ „Sicher ist es schön. Aber es w i l l.“ „Aber warum denn? Es ist doch schön, wenn man erregt ist und die Spannung nicht löst. Wenn man erregt einschläft. Schlafen Sie doch einfach ein.“ „Ich kann nicht einschlafen, wenn neben mir eine schöne Frau liegt, die erregt ist, und wenn obendrein auch ich es bin.“ „Aber warum nicht?“ „Spüren Sie das nicht?“ „Doch, ich spüre es. Bitte näher. Dahin. Nein, nicht das.“ „Pardon, ich gehe.“ „Auf keinen Fall. Sie bleiben bei mir liegen.“ „Das ist nicht auszuhalten, wirklich.“ „Ja, so.“ „Öffnen Sie die Beine. Wie weich das ist.“ „Ja. Aber nicht eindringen. Schön ist das. Nein, nicht hinein. Bitte nicht hinein.“ „Wie kann ich Sie glücklich machen?“ „Ficken Sie mich in den Arsch.“ „Zeigen Sie Ihre Backen. Na kommen Sie, höher.“ „Nein, ich möchte nicht.“ „Aber eben wollten Sie.“ „Ich will. Ja. Ich will.“ „Dann zeigen Sie Ihren Arsch. Höher. Ziehen Sie die Backen auseinander.“ „Nein. Nicht. Nicht lecken.“ „Was ist daran schlimm?“ „Ich schäme mich. Mir ist das peinlich.“ „Na hören Sie mal!“ „Das geht nicht. Das gehört sich nicht.“ „Wie soll ich dann bleiben? Und wer s a g t, daß sich das nicht gehört?“ „Mir ist das unangenehm.“ „Das wissen Sie doch gar nicht. Fühlen Sie doch erst einmal.“ „Ich will nicht fühlen.“ „Sie sind ganz naß.“ „Ja. Aber legen Sie sich nun endlich wieder hin. Schlafen Sie.“ „Ich kann nicht schlafen.“ „Doch, das können Sie.“ „Ich glaube wirklich, ich geh heim.“ „Nein.“ „Doch.“ „Sie bleiben!“ „Nein.“ „Bleiben Sie hier, verdammt!“ III „Wie schön er ist.“ „Küssen Sie ihn.“ „Nein.“ „Na kommen Sie, Sie möchten das doch. Na sehen Sie. Lecken Sie ihn.“ „Ich mag das.“ „Lecken Sie die Hoden.“ „Nein.“ „Na kommen Sie. Lecken Sie sie.“ „Nein.“ „Na sehen Sie.“ „Ich möchte sehen, wie Sie kommen.“ „Das wird nicht gehen, wenn ich Sie nicht berühren darf.“ „Berühren Sie mich. Ja. Nein. Nicht da.“ „Seien Sie doch entspannt, dehnen Sie sich, f l i e ß e n Sie!“ „Nein. Ich will nicht. Mein Kopf. Ich will mich beherrschen.“ „Nun hören Sie endlich auf zu denken. W a s denken Sie?“ „Daß das nicht geht. Daß ich nicht will. Daß ich nicht kann.“ „Bitte, ich möchte wirklich heim.“ „Nein.“ „Ich bin kein Vergewaltiger. Ich mißbrauche Sie nicht. Sie müssen wollen. Wenn Sie nicht wollen, dann geh ich halt. Das ist doch nicht schlimm. Ich will nur nicht begehren und alleinbleiben dabei.“ „Sie sind doch nicht allein. Ich bin doch bei Ihnen. Legen Sie sich wieder hin.“ „Nein. Ich zieh mir etwas über.“ „Das lassen Sie sein!“ „Ich nehme noch einen Wein. Dann verschwinde ich.“ „Sie verschwinden n i c h t. Es ist tiefe Nacht. Es ist kalt.“ „Ja, es ist kalt.“ „Also kommen Sie gefälligst wieder ins Bett.“ „Ich denk ja gar nicht dran.“ „Aber i c h denke dran. Kommen Sie. Und wenn ich Sie ziehen muß.“ „Was spielen Sie für ein Spiel mit mir?“ „Bleiben Sie. Bitte.“ (Bleibt). albannikolaiherbst - 26. Jan, 12:29- Rubrik: FrauenundMaenner
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Einer Leserin, die half.Nein, als Spende begreife ich es eben auch nicht; ich glaube, das hat >>>> mein Newsletter-Text deutlich formuliert. Mir ist ganz unbegreiflich, welch einen Ärger er offenbar vielen Leuten macht. Eine Freundin schrieb sogar von 'Gejammer', das gab dann einen korrespondierenden kleinen Streit. Es ist mir völlig bewußt, welche Arbeit ich leiste - bisweilen ("Tagebuch") gegen die eigenen Interessen, weil diese Art Offenheit auch dazu führt, daß sich mir, sagen wir, Möglichkeiten entziehen. Aber ich verfolge hier eine Idee, die eine eben auch ästhetische und kunsttheoretische ist und ganz nebenbei auch die Frage berührt: Wie soll man leben? Damit fasse ich ganz offenbar an Tabus: 'Darüber spricht man nicht', "immer dieser Fickgeschichten', 'sowas gehört nicht an die Öffentlichkeit' usw. usf. Es ist ja nicht nur so, daß solche Diskussionen offen in Den Dschungeln ausgesprochen werden, sondern wie oft ich mit Freunden und Bekannten diskutiere, das kann ich schon aus Platzgründen gar nicht darstellen. Und sozusagen im Nebenbei entsteht noch dieser Andersweltroman, über 640 Seiten, das sind schätzungsweise 800 in Buchform, hat der dritte Teil bereits, nebenbei entstehen die theoretischen Schriften, hin und wieder eine Erzählung, dann wieder ein Hörstück für den Rundfunk - ich möchte ernsthaft wissen, wer unter meinen 'Kritikern' auch nur annähernd so viel arbeitet. Nein, mildtätige Spenden sind das nicht.
albannikolaiherbst - 26. Jan, 10:31- Rubrik: Korrespondenzen
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