|
|
Zwar habe ich - hat Ich - den Begriff der Anthropologischen Kehre aus, dachte ich*, Eigenem gebildet, nämlich aus eigenem Erleben im Netz, und zwar im Rahmen der ersten pflanzenden Schritte meines Literarischen Weblogs Die Dschungel. Anderswelt. Doch tritt anderthalb Jahre nachher in Der Dschungel >>>> ein Kommentator namens glagolica auf, der den Begriff der Kehre an Heidegger zurückweist. Das bringt mich dazu, Heiderggers Aufsatz zu lesen und meinen eigenen, von Heideggers teilweise sehr verschiedenen, teils aber erschreckend mit ihm übereinstimmenden Begriff m i t Heidegger lesen zu lassen. Der Begriff Anthropologische Kehre bleibt dabei meiner, ist aber von Heidegger nun mitbedingt. Ich ist von Heidegger mitbedingt. Heidegger – der jetzt gelesen wird – ist von Ich mitbedingt. Als historische Größe ist Heidegger vergangen. Das Vergangene wirkt indes, als es gegenwärtig ist. Heidegger wirkt. Seine Wirkung t r i f f t sich mit dem kybernetischen Netz, das Gleichzeitigkeiten herstellt und nicht etwa F o l g e n. Der Anthropologischen Kehre haftet darum etwas Unhistorisches an. Das reflektiert die mythische Kraft des Netzes und also der daraus gewonnenen Menschenbilder. Auch der Mythos ist nicht historisch, sondern ging der chronologischen Geschichtsschreibung voraus. Diese Situation wird im Netz psychisch - nicht objektiv - wieder hergestellt. Die möglicherweise sich dann d o c h begebende objektive Wiederherstellung ist ein Ergebnis der von der Anthropologischen Kehre mit ausgelösten selbstreferenten Rezeptionsweise.
*) Dachte E s, n ä m l i c h ‚mein’ ICH.
[Es gibt in diesem Text neben dem ausgewiesenen noch einen versteckten Link. Sein Inhalt ist wichtig.]
albannikolaiherbst - Freitag, 9. Dezember 2005, 16:13- Rubrik: Arbeitsjournal
M.P. schreibt mir:
(...) in Ihrem >>>> Tagebucheintrag vom 08.12.2005 gingen Sie auf die Vereinfachung der Sprache ein, darauf, daß ja vielerorts verlangt wird, vereinfacht und dadurch (scheinbar) verständlich zu artikulieren. (...) Ist es denn aber nicht möglich, die Einfachheit, Verständlichkeit in der Sprache zu nutzen, um komplizierte Vorgänge, Sachverhalte usw. spürbar, fühlbar, nachvollziehbar zu machen?
Und ich antworte:
(...) Die scheinbare Simplifizierung etwa in popularwissenschaftlichen Publikationen führt interessanterweise ja nicht zu einer zunehmenden Kenntnis über Sachverhalte, sondern zu einem G l a u b e n, man wisse jetzt Bescheid. Der Glaube wird verursacht dadurch, daß man den einzelnen Satz sehr wohl versteht, und man folgt Satz für Satz; am Ende stellt sich aber kein begriffenes Gesambild ein, sondern nur der E i n d r u c k, man habe begriffen. Das führt zu falscher (eingebildeter) Sicherheit und diese letztlich zu Ignoranz. Anders ist es beim "schwierigen" Satz: Sich auf diesen einzulassen,heißt immer, sich auf A r b e i t einzulassen und eine solche Arbeit auch zu wollen.
albannikolaiherbst - Freitag, 9. Dezember 2005, 10:34- Rubrik: Korrespondenzen
„Es gibt keinen Ausweg, Jason. Nicht für uns. Du gehörst jetzt dazu, das ist deine Entscheidung. Ich habe, dich draußenzuhalten, getan, was ich konnte. Du hättest in Kehl bleiben können, hättest naiv bleiben können. Hättest nichts merken können. Wir hätten dich weiter als Kurier benutzt, ganz sicher, aber du, weil du es nicht begriffest, wärest davon nicht angefochten gewesen. Jetzt aber stellst du Fragen. Dann stelle dich auch ihrer Antwort.“
„Geiselnahme!“ insistierte er. Wollte aufspringen, herumrennen. Blieb sitzen.
Seine Mutter ließ sich nicht irritieren.
„Es gibt keinen Ausweg, sagte ich eben. Nicht, wenn man fragt. Für den, der n i c h t fragt, aber vielleicht. Darum sind die meisten Menschen so stumm. Sie wollen aus guten Gründen nicht wissen. Sie wollen ihr einfaches Leben, ihre einfache Harmonie, ein privates, ja, G l ü c k. Das ist aber nicht meines. Und jetzt auch, Jason, nicht länger deines.“
Sie sah ihn an, offen, sie legte ihm an die Wange eine Hand, die er wegschlug.
„Wenn du wüßtest“, sagte sie, „wie ich dich liebe. Aber das Leben weist manchen von uns eine Rolle zu, die wir zu erfüllen haben. Weil es alleine unsere Rolle ist, unsere Haut, unsere Gradlinigkeit.“
>>>> ARGO 180
ARGO 178 <<<<
albannikolaiherbst - Freitag, 9. Dezember 2005, 09:26- Rubrik: ARGO-ANDERSWELT
|
|
Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Kontakt zu Alban Nikolai Herbst:
fiktionaere At gmx DOT de.
Herbst & Deters - Fiktionäre
Neu erschienen OKtober 2008
Dezember 2005
Mo |
Di |
Mi |
Do |
Fr |
Sa |
So |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
10 |
|
|
|
|
|
16 |
|
|
|
|
|
|
|
24 |
25 |
|
|
|
|
|
31 |
|
|
|
|
DIE DSCHUNGEL.ANDERSWELT
ist seit 1975 Tagen online,
zuletzt aktualisiert am 2009/11/08 23:50
IMPRESSUM
Die Dschungel. Anderswelt
Herbst & Deters Fiktionäre
Redaktion:
Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main
ViSdP: Alban Nikolai Herbst
Technische Betreuung: Michael Geiger.
HAFTUNGSAUSSCHLUSS
Der Autor diese Weblogs erklärt hiermit
ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen
Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle
und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft
der gelinkten/verknüpften Seiten hat der Autor keinerlei Einfluss.
Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten
aller gelinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung
verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb
des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für
Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Gästebüchern,
Diskussionsforen und Mailinglisten, insbesondere für Fremdeinträge
innerhalb dieses Weblogs. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige
Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung
oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen,
haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde,
nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung
lediglich verweist.
|