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Die normative Aussage wird durch Privates auf eine persönliche Aussage modifiziert; das ‚Gemeißelte’ der ohne direkten Einspruch publizierten Feststellung wird seinerseits verflüssigt; eine im Weblog veröffentlichte Feststellung erhält insofern einen MeinungsCharacter, indes jede anderweitige Publikation immer auch statuarisch Bleibendes (Normatives) hat. Der Vorgang >>>> demokratisiert einerseits die Meinungsbildung, andererseits bindet er Wahrheit an Zustimmung: Gegen wahre Sachverhalte hat es über Jahrzehnte mit guten Gründen Widerstände gegeben, vermittels derer, hätte es sich über sie abstimmen lassen, diese wahren Sachverhalte auf Dauer vom Tisch gewischt worden wären. So aber standen sie in solch undemokratischer Wucht da, daß man sich ihnen irgendwann wohl oder übel zuwenden und sie prüfen mußte.
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albannikolaiherbst - 2. Nov, 17:38- Rubrik: Arbeitsjournal
Denn die in Weblogs kommentierenden, sich also selbst einbeziehenden Leser treten - ob anonym oder nicht - als Avatare ihrer selbst auf; oft, so schrieb ich an anderer Stelle, tanzen im Netz die IchIdeale; auch sie sind letztlich Literatur. >>>> So daß sich dem bloggenden Romancier nicht selten die Romanfiguren selber zuspielen: gewissermaßen >>>> kybernetisieren sich die Leser und treten als ideale Figuren aus ihrer persönlichen Realität in die Netz-Erzählung... sie treten in einen Roman ein: so läßt sich das formulieren. Analytisch gesprochen, machen sie sich ebenso zu einer Projektionsfläche, wie für sie der bloggende Dichter eine ist. Und zwar um so leidenschaftlicher, je stärkere Zustimmung oder stärkeren Widerspruch seine Netz-Repräsentanz in ihnen bewirkt. Denn er selbst macht sich im Netz zu einem Avatar, zu einer Romanfigur – und dies je nachdrücklicher, je intimer er sich in seinem Weblog darstellt. In den vergangenen zwei Jahren, während der ich mein Literarisches Weblog DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT entwickelt und betrieben habe, wurde mir dieser Sachverhalt allmählich klar. Hatte ich mich anfangs noch gegen persönliche Offenbarungen in Form eines Tagebuches gewehrt, so ist das Tagebuch heute eine der tragenden Säulen Der Dschungel geworden. Hierbei ist es - und genau darauf kommt es erkenntnis- und kunsttheoretisch an - restlos unwesentlich, ob die in dem Tagebuch erzählten Inhalte tatsächlich auf realen Entsprechungen beruhen; das genau ist für Leser so wenig nachprüfbar wie der autobiografische Gehalt von Büchern. Deshalb meine heutige Hauptthese, derzufolge sich im Kommunikationsraum des Internets Literatur realisiert.
albannikolaiherbst - 2. Nov, 13:33- Rubrik: Arbeitsjournal
Das Netzspezifische an solchen Projekten .– wie auch oft >>>> an den Plauderblogs, an Netzpublikationen nämlich insgesamt – ist der ausgeprägte Verweischarakter: Kommentatoren verweisen auf eigene Websites, die Beiträger verlinken Teile ihrer postings mit ‚fremden’, ähnlichen Themen zugeordneten Websites und Weblogs, so daß sich tatsächlich ein intentionales Netz und Netzwerk ergibt, das allerdings – so betrachtet und betrieben – einen noch rein instrumentalen Charakter hat. Eben den versucht das literarische Weblog zu unterlaufen: Instrumentalität wird hier immer auch kümnstlerisch zur Form verfremdet und diese als inhaltliche Grundbestimmung eines Werkes aufgefaßt. Ich verstehe also unter einem Literarischen Weblog nicht ein Weblog, das 'bloß' literarische Texte veröffentlicht und dann imgrunde nicht mehr als >>>> der behelfsmäßige NetzStatthalter eines Printmediums ist, sondern eine Publikationsform, die sich selber zum poetischen Gegenstand macht, indem auch die sie basierende Technologie poetisiert und in die Gestaltung einbezogen wird: Technologie ist ebenso Romanfigur und Struktur wie jemand, über und/oder von dem erzählt wird. Dies schließt an eine der Grundbewegungen der ästhetischen Moderne an: Der Prozeß der Entstehung wird selber zu einem Material des Kunstwerks. Ob jemand mit der Hand, mit der Schreibmaschine oder mit dem Computer schreibt, wird für das Kunstwerk essentiell.
albannikolaiherbst - 2. Nov, 08:49- Rubrik: Arbeitsjournal
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Herbst & Deters - Fiktionäre
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NEUES
cellini - 6. Jul, 22:45
richtung westen
... das war ein langes abendrot heute, die sonne den halben nachmittag von einem halo umrandet, der sich ... knotscher95 - 6. Jul, 18:37
abschweifung zur liebe
Also für mich hat liebe und sexualität eigentlich grundsätzlich nichts miteinander
zu tun – also kann ... albannikolaiherbst - 6. Jul, 16:42
6. Juli 2008.
Wie lebt man eine Liebe, die auch eine i s t, in der es aber von Anfang an, seit sie wieder zusammenfand, ... chatnoir (anonym) - 6. Jul, 15:32
oinos,
ist ein kleiner kritischer fehlgriff wirklich immer so flott ins aus zu stellen? ich habe hier das gefühl, ... cellini - 6. Jul, 13:18
es geht mir wieder besser...
.... da kam aber wirklich alles auf einmal. die neumondphase, in der mein energiepegel immer gnadenlos ...
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zuletzt aktualisiert am 6. Jul, 22:46
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