Ein Bonmot durch Vertippen.
albannikolaiherbst - 29. Aug, 18:28- Rubrik: Arbeitsjournal
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Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop
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Ein Bonmot durch Vertippen.albannikolaiherbst - 29. Aug, 18:28- Rubrik: Arbeitsjournal
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MDTEFB, 6. Tag.Eine der pfiffigsten, auch tolerantesten Wege, sich Klangräumen der Neuen Musik zu nähern, führt auf andere Kontinente, deren Kulturen unseren Begriff der ‚Dissonanz’ nicht oder sehr viel weniger kennen, weil er eigentlich ein über Generationen hinweg aus den Strukturen der tonalen Musik sozialierter Höreindruck ist, also eine Empfindung. Kinder zum Beispiel kennen sie kaum, weshalb man mit ihnen ohne jede innere Sperre im Konzert Wolfgang Rihm hören kann. Je früher damit angefangen, das Ohr also ‚gewöhnt’ wird, umso geringer ist später das Risiko, es sei einem Menschen der Zugang zu etwas versperrt, das ihm doch Lust vermitteln könnte. (Etwa reagieren Kinder sehr viel stärker auf Rhythmik als auf Tonalität.)
Musiken anderer Kulturen kennen oft den ‚klaren’, eindeutigen Ton nicht; viele musizieren in Mehrklängen, etwa Resonanzklängen, die gar nicht angeschlagen und auch nicht notiert werden können. Gleichwohl ist daraus nicht selten eine hohe Musikkultur entwickelt worden, die ganz gleichberechtigt und ebenso komlex neben der unseren steht. Nicht ohne Grund haben einige dieser Kulturen gegen Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts einen großen Einfluß auf europäische Komponisten ausgeübt, die den ‚Vorrat der Tonalität’ für ausgeschöpft hielten und nach neuen Klangmöglichkeiten – denen, literarisch gesehen, neue Möglichkeiten des Erzählens entsprechen – gesucht: nach einer neuen Ausdrucksform. Die Wege der Neuen Musik zu beschreiten, bedeutet: sich neue Ausdrucksformen zu e r h ö r e n. >>>> Imrat Khan, Ragas. Den Link auf das bestimmte Stück, das mir im Gehör ist, kann ich nicht legen, da ich eine selbst mitgeschnittene Privataufnahme meine. Der hiesige Link führt auf eine unter mehreren Aufnahmen. Aber eine jede erfüllt ihren Zweck und, sowieso, das Ohr. (Man kann bei dem von mir g e m e i n t e n Stück allerdings völlig außer Atem geraten, und der Herzschlag steigt anders, als bei Aufnahmen, die im Studio, und zwar nicht einmal bewußt, gezähmt worden sind. Meditation und Leidenschaft gehen in jener nämlich in eines, und es kommt auf einen „Vergreifer“ nicht an. Es kann gerade beim Improvisieren dieser „Vergreifer“ s e i n, der dann aufgegriffen und um den herum musikalisch weiterimprovisiert wird. Ganz ähnlich bei einem erzählerischen Einfall, der „eigentlich“ nicht ins Konzept paßt, aber womöglich später gerade die Güte eines Textes begründet – wofern man ihn nicht, gewissermaßen informell, gleich coupiert. Meditation wiederum besagt, wie bei einem Raga so bei der abendländischen Neuen Musik, daß z u g e h ö r t, ja beinah: sich versenkt werden muß. So etwas hört sich nicht 'nebenbei'. Es geht nicht um Konsum. Man vollführt ja auch den Liebesakt nicht, während man, sagen wir, abwäscht.) [Dies ist der 1500. Eintrag in Der Dschungel.] albannikolaiherbst - 29. Aug, 16:24- Rubrik: MusikDesTagesFuerEB
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Argo. Anderswelt. (135).WUMMS machte es da, und Kignčrs taumelte ein paar Schritte, hielt sich an einem Mast aber fest. Schon waren die drei, woher sie auch immer gekommen waren, paar kurze hallende Schritte, wie aus dem Nichts blitzte ein Feuer aus Stöcken aus Ketten, die zogen sie ihm über, schon waren die Burschen ganz über ihm, Fäuste donnerten schwangen, das hieb sich ihm in die Weichen, etwas versuchte, ihm die Beine wegzureißen, damit er auf den Boden knalle. „Besoffenes Arschloch! Dich machen wir alle!“ „Wir wollen ein sauberes Buenos Aires!“ „Widerliches Gesocks!“ „Los, wir killen den!“ Und immer weitergeprügelt, eine Fahrradkette verfing sich klirrend um den Mast. Eine zweite um Kignčrs linken Arm. „Wir legen dich Arschloch vor Nullgrund ab. Die werden deinen Kadaver schon rüberschmeißen, die Milizen, zu all dem ganzen anderen Scheiß.“ Das ließ sich gut, Silbe um Silbe, mit Schlägen rhythmisieren. „Schon weil du so...“ und voll in die Fresse – „stinkst!“ Ein Zahn splitterte im Gaumenraum, Kignčrs spuckte nicht, sondern schluckte die Spreissel in Bätzchen Blutschleims herrunter. Die Kerle traten weiter und hieben. Die eine Kette kam vom Mast wieder los. Und schmißte endlich dem Mann jeden Alkohol aus dem Leib, so wurde der nüchtern. So daß sein Geist, nein, sein Instinkt, die Gelegenheit erkannte, etwas mit dieser furchtbaren Trauer zu tun, ihr endlich eine Richtung zu geben, eine Form, die ihm nicht nur vertraut war, sondern die er restlos beherrschte. Der Sittich jubilierte, da war er wieder und schlug mit seinen Flügelchen. Er war ganz aufgedreht vor Glück. Denn was Kignčrs einstecken mußte, war ja nicht unangenehm. Sondern es waren Berührungen Gottes. Der segnete ihn mit praktischen Schmerzen, klaren Schmerzen: sie waren von körperlichster Reinheit. Auf den Ritus dieser Kirche verstand Kignčrs sich. Es war das erste Heilige Abendmahl seit seinem Abschied vom aktiven Dienst. D i e s e Oblaten, dieser rote, dieser alkoholfreie Wein – wie er schmeckte! Kignčrs kaute und kaute, trank und trank. Er wollte mehr, immer mehr. Nur war zu wenig davon da. So daß der Gottesdienst viel zu schnell vorüberging. Erst als Kignčrs keuchend und blutend zu sich kam, die Klamotten nun völlig zerrissen, der Mann selbst aber frei, ja von den herrlichen, zu seinen Füßen sich krümmenden, in die eigenen Ketten gelegten Annunziaten befriedigt, weil sie ihm den Unglauben nahmen, eine von ihnen bewegte sich g a r nicht mehr, sondern floß aus, nicht einmal die Fußhebeschwäche merkte mehr Kignčrs, erst da fiel ihm auf, daß er mitten in einem Lichtkegel stand.
>>>> ARGO 136 ARGO 134 <<<< albannikolaiherbst - 29. Aug, 14:12- Rubrik: ARGO-ANDERSWELT
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Unantastbarkeit.Da stehen zwei. Stehen im Raum, nicht einmal nah beieinander. Man hat sie aber zugleich in den Augen, in deren Winkeln vielleicht nur, mag sein. Und alle sehen: Das ist unantastbar fortan. Egal, was diese beiden Menschen noch werden. Und egal, was sie einander noch tun. Im Guten und im Bösen.
Und ein leises, mildes Neiden liegt auf den Herzen der andren, weil sie in Wirklichkeit traurig sind. Denn solcherart Liebe erringt man nicht. Und wäre sie da, sie kostete Mut. albannikolaiherbst - 29. Aug, 11:57- Rubrik: NOTATE
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Aufspielen, protokollieren. Das Wunder von San Michele. (16).albannikolaiherbst - 29. Aug, 11:29- Rubrik: HOERSTUECKE
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