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Der Geruch war überall, nicht eigentlich exkremental, sondern, muß man sagen, bitter, das bißchen Kot, daß die Spurensicherung dann in der Kloschüssel fand, hatte längst alles Gas aus sich herausgelassen und jede Gärung eingestellt. Nicht so der Brei, der an der Brille und den Kloseiten backte und nahezu unterarmdick von der Badtür bis an die Wanne den gesamten Boden bedeckte. Balmers Kleidung schwamm darin wie in einem, weil es sich zu Schleim verdickt hatte, ganz besonders toten Meer. Und diesen bitteren Geruch aufsteigen ließ, der dennoch an Astern erinnerte. Balmers Überreste wurden in Blei versiegelt nach Wiesbaden gebracht. Herbst, unterdessen bekanntlich bei der CYBERGEN zurück, hatte nicht einmal den Impuls gehabt, dem Mann gegen Dr. Lerche zu helfen; in diesem Fall redete auch er sich auf die Wahrheit heraus: schließlich habe es sich um nichts anderes als um eine Spielfigur gehandelt, allein dazu designt, ihren Zweck zu erfüllen. Das tat sie denn auch. Die Wiesbadener Ärzte, bzw. dem angeschlossenen Forscherteam gelang es innert eines einzigen Jahres, den Erreger zu isolieren; Beutlin, der Interesse an den Forschungen zeigte, fühlte sich an die seinerzeitigen Flatschen erinnert, auch wenn diese durchaus nicht ohne eigene Bewegungsenergie oder gar Willenskraft gewesen waren; ganz im Gegenteil eher. Es waren aggressive Stoffwechsler gewesen, nicht etwa die organischen Symptomträger einer Krankheit, in deren Überresten die Erreger sich derart wohl zu fühlen schienen, daß sie sich, wie besessene Bakterien, laufend teilten. Sie zehrten, erfuhr man nun, diesen Schleim oder Brei, Brei ist besser, a u f. Der G e r u c h war das, was, gänzlich harmlos, davon übrigblieb. Kamen sie indes mit einem neuen Wirtskörper in Kontakt und gelangten in dessen Niere, stellten sie ihre Fortpflanzungswut sofort ein, aber schädigten das Gewebe. Bis sich der Kreislauf erneuert hatte. Das ging grundsätzlich in der Niere vor sich, wurden sie zum Beispiel einer Lunge oder der Milz injiziert, geschah gar nichts.
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albannikolaiherbst - 5. Jul, 13:40- Rubrik: ARGO-ANDERSWELT
Schreibt die Hamburger Morgenpost, nicht ohne erwähnt sein zu lassen, wie schlecht es diesen Geschöpfen gehe und daß ihnen ‘unser’ ganzes Mitleid gehöre.
Jede( r) sollte sich einmal an eine Liste sämtlicher sexuellen Praktiken setzen, denen er/sie sich wenigstens in Gedanken in seinem/ihrem Leben bereits mit (das ist wichtig:) Genuß ergeben hat und/oder hat ergeben l a s s e n. Und diese Liste z e i g e n. Den Freunden, dem Arbeitgeber, den Arbeitnehmern, gerne auch dem Finanzamt: Lächelnd und vielleicht nicht mit Stolz - mit Selbstbewußtsein aber d o c h. Denn nichts sagte so viel über nicht so sehr den einzelnen Menschen aus, nein, vielmehr über seine A r t. Dann hätten wir endlich die Stirn, uns zuzugeben als das, was wir sind.
Gegen unsere sexuellen und erotischen Lüste ist, wenn uns Erkenntnis interessiert, alles Werken des Geistes ein Schatten. Nur die Kunst, als genuin erotisch, steht dazwischen.
albannikolaiherbst - 5. Jul, 12:40- Rubrik: FrauenundMaenner
Wie sich im Netz eine Wahrheit ganz kalkuliert und doch, ohne zu lügen, konstruieren läßt - eine metamorphe Mimesis der Genesen unseres Bewußtseins: Man lasse die Hauptseite eines Weblogs (sofern sie bereits mit Hunderten “offiziellen Seiten” gefüllt ist), als wäre man unaufmerksam geworden, l i e g e n, schreibe aber dafür nur noch am Tagebuch. So wird dieses gleichsam zum Dünger für jene, die nun ihre Zeit der Brache haben, das ist – fast wie in Städten – die Zeit der Rekonvalesenz; nicht im Sinne einer ‘Gesundung’, der eine Krankheit vorausgegangen wäre, sondern vielmehr der Erholung, was dann nichts anderes besagt, als daß ein Boden zuvor besonders produktiv gewesen sei, aber neue Mineralstoffe entwickeln möchte, damit er nicht ausgebeutet und also ausgelaugt wird wie monokulturell geschundenes Agrarland.
Der Leser, k o m m t er dann auf die Hauptseite, findet sie wochenlang wie verlassen, er wundert sich, aber die Daten der neuen Tagebucheinträge veraten ihm, daß sich ‘unter’ der Schicht der, sagen wir, Haut eines Weblogs die organischen Prozesse in völlig normaler Weise weitervollziehen. Das Tagebuch ist Wirk-Essenz des veröffentlichten Buches.
[Streng genommen allerdings, um also das ‘Bild’ zu verwirklichen, müßten all diese neuen Tagebuch-Einträge offline gestellt sein, dennoch aber mit derselben Strenge wie zuvor die ‘Haupt’Einträge geführt werden. Doch so im gleichsam Geheimen e n t z ö g e sich der Prozeß wieder dem Leser, und das Unternehmen (der Versuch, das Experiment) wäre, was die Förderung der Erkenntnis anbelangt, rein vergeblich. Das ist eine objektive Aporie des literarischen Bloggens und vielleicht, darüber hinaus, eine ganz allgemeine.]
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albannikolaiherbst - 5. Jul, 10:08- Rubrik: Litblog-THEORIE
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
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Neu erschienen August 2008
Herbst & Deters - Fiktionäre
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read An - 13. Okt, 15:50
eines möchte ich dir noch sagen, ...
eines möchte ich dir noch sagen, und das obwohl du noch drauftritst, danke das kenne ich schon. ich habe ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 13:20
@Keuschnig.
Ja. Das gehört zu den sich weiterorganisierenden "Fein"griffen des Vorgangs. Meine Beispiele sind tatsächlich ... Gregor Keuschnig - 13. Okt, 12:22
Das "Vergessen" als "Machtmittel ...
Das "Vergessen" als "Machtmittel der Verfälschung" betreiben aber auch die ehemals Siegreichen, die später ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 08:58
Die großen Vielleichts. Vergessen ...
Ein wesentliches Mittel der Ausübung politischer Macht besteht darin, ein Unrecht vergessen zu lassen, ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 08:37
Arbeitsjournal. Montag, der 13. Oktober ...
5.24 Uhr:
[Am Terrarium.]
Es ist kaum zu fassen, aber ich lag bereits um 22.30 Uhr im Bett und schlief ...
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