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Auf Anacapri begegnet dem noch sehr jungen Erzähler der Teufel, dessen Angebot er zwar annimmt, doch nicht, ohne ihm folgendes entgegnet zu haben:
Ich werde den Stil erfinden, selbst du wirst ihm keinen Namen geben können. Kein Mittelalterliches Halbdunkel für mich! Mein Haus muß offen sein für Wind und Sonne und für die Stimme des Meeres, wie ein Griechentempel – und Licht, Licht, Licht überall!”Axel Munthe
So findet man es auch überall geschrieben auf Anacapri, schreitet man die engen, kopfhoch mauergesäumten Gänge entlang, über die prachtvolle Bouganvilleae fluten.
[Poetologie. Abermals dem Anti-Purismus gewidmet.]
albannikolaiherbst - 28. Jun, 17:38- Rubrik: HOERSTUECKE
Wie Nietzsche kritisierte, habe Wagner mit Akkorden komponiert und nicht mit Melodien. Böser: Er habe Akkorde, nicht Melodien geschrieben. Allan Pettersson wiederum komponierte mit Gesten: Eine rethorische Sinfonik, die immer wieder gleichsam Luft holt, um die Melodie zu erzählen, die aber ganz selten hindurchdringt, die sich ganz selten Raum verschafft, sondern anderes kompositorische Material drängt sie derart grob beiseite, daß es ist, als würde die Melodik auf das brutalste vom Tisch gewischt. Das erinnert an den Einzelnen, den der Schicksalsgang wieder und wieder niederschlägt. Abermals holt er Luft, setzt an, abermals bekommt er eins in die Fresse. Wieder geht er zu Boden. Wieder rappelt er sich auf. Das ist bei Pettersson ein Prinzip, das nicht, wie man glauben könnte, zu Stillstand führt, sondern eine sich rasend beschleunigende Progression zur Folge hat, die über die Menschen hinwegfegt, sie mitfegt mitschäumt. Hin und wieder fassen sie eine Insel oder Kleineres, irgend ein schwimmendes Ding, auf das sie sich ziehen. Dann erst singen sie wirklich. Für kurze Zeit nur, schon haut ein nächster Brecher die rettende Schale wieder um. Doch bis dahin sind es beseligende Momente, meist in den hohen Streichern.
Auf diese Art gestischer Komposition zielt das “Mäandern” der Anderswelt-Romane. Klarheit ist gar nicht gemeint. Sondern – der strömende Fluß, der ‘Mahlstrom’. Deshalb ist schon die Begrifflichkeit falsch; “mäandern” setzt - in einem entsprechend ‘arabesken’ Raum zumal - einen Stillstand von Zeit voraus (ein flaches Land mit nur wenig Gefälle), den ARGO ausschließlich diesen ‘Inseln’ vorbehält, die sich vor allem durch eine Engführung der Handlungsräume characterisieren: Gleichzeitig Točná, Berlin (Schönhauser Allee) und Frankfurtmain, bzw. das Silberstein, den Torpedokäfer, die Arbeitswohnung und das Technikmuseum (Nebelkammer) erzählen. Auf diesen Inseln begegnen sich Figuren aus den verschiedensten Ebenen. Finden für Momente zueinander und können sich verbünden. Es sind allein die Momente der sinnlichen Unwahrscheinlichkeit, die das bewirken.
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albannikolaiherbst - 28. Jun, 13:12- Rubrik: ARGO-ANDERSWELT
Die Frau öffnet gegenüber Liszt eine Glasscheibe des Wintergartens, dessen mattgelbes Licht nach außen strömt und Schneeflockenteiben rauscht Stille unter Palmen, an denen sie lehnen, als wären es Sommerabende, in die Oleanderblüten fallen, deren kühle Schatten das Rauschen eines lauen Regens auf die überdachte Holzveranda dunkel zu unruhigen Trämen werden lassen. Jetzt, während des Schreibens an sie, erinnert er sich wieder an die Nacht, in die jener Abend gesunken war. (…) Neben ihm, sah Liszt, stemmte sich halbaufgerichtet ein Mädchen gegen die leicht abfallende Wiese und winkte lachend zu ihm herüber. Ein zu Sturm gewordener Augenblick erfaßte einen Dämmerungsfalter, riß ihn über den entbößten braunen Mädchenarm, in dessen lockender Vordergründigkeit List das Bild einer Stadt sah. (…) Er sah zum Himmel, der bleigrau unbewegt lag.Ghezzi
[Zum Umgang mit Farbe. Vermischungen.]
albannikolaiherbst - 28. Jun, 11:57- Rubrik: Dirnfellner
Kennt seine strengen Wahrscheinlichkeiten. Die Möglichkeiten sind.
(CCCXI).
[Poetik.]
albannikolaiherbst - 28. Jun, 10:11- Rubrik: Paralipomena
Im Gespräch mit einem Verleger.
Ich habe ein Problem mit Deinem Projekt. Du attackierst den Literaturbetrieb. Du nennst Namen.
[Im Germinal 1985 reagierten die DSCHUNGELBLÄTTER noch so:
Gefragt, ob er denn auch N a m e n n e n n e n werde (Skandale wähnendes Raunen), antwortete der Herausgeber vielleicht allzu schnell mit einem Ja. – Um nun nicht falscher Versprechen bezichtigt zu werden, seien hier einige Namen genannt:
Seipel, Heinrich
Seipel, Ingrid
Seipel, Jutta
Seipel, Klaus
Seipel, Lieselotte
Seipel, Margareta
Seipel, Maria
Seipel, Peter
Seipel, Peter
Seipel, Peter
Seipel, R.
Seipel, Regina
Seipel, Rudolf
Seipel, Rudolf
Seipel, Rudolf
Seipel, Werer
Seipelt, Walter
Seipler, Edgar
Seipler, Georg
Seipler, Walter
Seipold, Erich
Seipp, Alma …………………………………………………….]
albannikolaiherbst - 28. Jun, 07:57- Rubrik: DSCHUNGELBUCH
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Neu erschienen August 2008
Herbst & Deters - Fiktionäre
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read An - 13. Okt, 15:50
eines möchte ich dir noch sagen, ...
eines möchte ich dir noch sagen, und das obwohl du noch drauftritst, danke das kenne ich schon. ich habe ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 13:20
@Keuschnig.
Ja. Das gehört zu den sich weiterorganisierenden "Fein"griffen des Vorgangs. Meine Beispiele sind tatsächlich ... Gregor Keuschnig - 13. Okt, 12:22
Das "Vergessen" als "Machtmittel ...
Das "Vergessen" als "Machtmittel der Verfälschung" betreiben aber auch die ehemals Siegreichen, die später ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 08:58
Die großen Vielleichts. Vergessen ...
Ein wesentliches Mittel der Ausübung politischer Macht besteht darin, ein Unrecht vergessen zu lassen, ... albannikolaiherbst - 13. Okt, 08:37
Arbeitsjournal. Montag, der 13. Oktober ...
5.24 Uhr:
[Am Terrarium.]
Es ist kaum zu fassen, aber ich lag bereits um 22.30 Uhr im Bett und schlief ...
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