Wirkungen. - Das verbotene Buch.
Wäre möglicherweise ein Erfolgsroman geworden, weil er jene Leser, die eine konventionelle (“realistische”) Erzählform mit klaren Characteren, klarer Handlung und klarer Aussage, bzw. Haltung favorisieren, mit jenen eint, die zwar meiner kybernetischen Ästhetik folgen, ihr aber den mäandernden Barock verübeln oder die Ausflüge ins Genre, bzw. neuerdings meine ‘Namen nennende’ Arbeit am Privaten. Das immerhin läßt sich aus den Reaktionen derer schließen, die das Buch noch lesen konnten. Manchen freilich, denen es durch den Prozeß untersagt worden ist, die aber dennoch mitreden wollen, gilt der Autor, zumindest vorläufig unwidersprochen, als etwas, das sich neuerdings prima der Rubrik “Kinderficker” zuschlagen läßt. Sonst gäbe es über den Roman nicht derart viel Unfug zu hören. Freilich liegt er tatsächlich auffällig schräg im Wasser der Neo-Moral. (Und es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, daß eine solche Öffentliche Meinung vermittels Einschliff unbewußte Spuren selbst in jene geschnitten hat, die das übrige Werk früher offen, wenn nicht sogar sympathisierend gelesen haben. Auch so, rein durchs öffentliche Meinen, werden Freunde, bzw. Mitstreiter verloren.)
albannikolaiherbst - 17. Jun, 15:10- Rubrik: Arbeitsjournal
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