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Manchmal sind unsere Gemeinheiten die Kehrseite unserer Leidenschaften. Und wie diese treiben sie uns. Eigentlich, doch negativ, zum selben.
(CCCX).
[In einen Chat gesprochen.]
albannikolaiherbst - 14. Jun, 21:07- Rubrik: Paralipomena
Es ist deutlich, daß sich die Netzfrauen in d i e s e n Zusammenhang ganz besonders fügen. Sie sind Bewohner eines Teils der vektorialen Stadt, die rein imaginär, aber eben doch insoweit Stadt ist, als ihre Gegenwart und Fantasien nicht Fantasien b l e i b e n (eine verschwiegene Fantasie – heimlich, aber erregend), sondern sich dadurch objektivieren, daß sie A n t w o r t erhalten. In diesem Stadtteil von Buenos Aires wird das Verschwiegene kommunikativ. Insofern ist der Hohn Der Dschungel auf sie, zumindest im neuen Stadtraum, unangebracht, weil er eine qualitativ und eben auch quantitativ neue Art des Wohnens, weil er die anthropologische Kehre übersieht, von der doch zugleich hier ständig gesprochen wird.
Doch nicht nur Die Dschungel übersehen das, sondern den Netzfrauen selbst scheint kaum bewußt zu sein, daß sie umgezogen sind. Jedenfalls melden sie den zweiten Wohnsitz nicht an, sondern mieten den anderen Ort unter falschem Namen. Und ahnen nicht, daß der ‘richtige’ Name nachziehen wird. Sie bringen nicht etwas in Gang, aber werfen sich mit in den Fluß, den die Tatsache ihrer Verstellung gerade aufhalten, den die Netzfrau eigentlich stauen will. Damit er eben n i c h t in die Wirklichkeit strömt. Wozu sie ihn nun, da sie ihn zugleich mit sich füllen, so daß der Wasserstand immer höher wird, erst so richtig befähigen. Man h ö r t den Staudamm bereits knacken.
[An vielen Stellen b r a c h er bereits. Die aufgrund ihrer so häufigen Offenbarung in einigen Stadtteilen ‘wirklich’ realisierten Szenen, etwa und gerade bezüglich BDSM, sind von dem Fluß bereits überschwemmt, und zwar einzig deshalb, weil sich die Imagination kommunizierte.]
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albannikolaiherbst - 14. Jun, 13:35- Rubrik: Litblog-THEORIE
Michael hatte es hi e r schon vorausgesagt, auch wenn er sich täuschte. Wutschnaubend sei nämlich nach der Lesung ein Kritiker aus der Frankfurter Veranstaltung gerannt und habe gerufen: “Herbst bekennt sich als Kinderficker!”
So eingedünnt wird gelesen und gehört, so unmittelbar und unliterarisch und so darauf bedacht, bloß kein Tabu zu berühren. So sicher schwimmen die Leute in ihrer Moral. Und sind nicht bereit, die eigene Pespektive zu verlassen. Und auf die junge Frau zu hören, deren Klage gerade d i e s e Erzählung singt. Denn daß der Erzähler, der “es" nachweislich nicht war, sich dennoch zur Handlung bekennt, gibt dieser Klage überhaupt erst ihren mythischen, immer und immer wiederholten Grund. Der Kritiker indessen hört nur “Ich gestehe.” Und hält das gestehende Ich, das sich Herbst nennt, tatsächlich für Herbst.
>>>> Vergana 13
Vergana 11 <<<<
[Die Niedertracht der Musik.]
albannikolaiherbst - 14. Jun, 11:28- Rubrik: Arbeitsjournal
albannikolaiherbst - 14. Jun, 10:55- Rubrik: Oper
Wir standen auf der dunklen Straße unter einer Laterne, ich drückte die Frau (die mir bekannt ist, von der ich aber seit dem Aufwachen nicht mehr wußte, wer es war) gegen den Mast und versuchte - sie hatte das rechte Bein um meine unteren Oberschenkel geschlungen - in sie einzudringen. Wir liebten uns nicht, wir arbeiteten: derart trocken war sie. Dennoch w o l l t e sie, stöhnte, feuerte mich ungeduldig, zunehmend wütend an: “Mach! Mach!” Und ich versuchte es weiter, immer weiter, das hatte schon etwas Verzweifeltes, aber die Lippen nahmen mich nicht auf, es war, als kniffen sie sich zusammen. Das tat schon an der Eichel weh. Enttäuscht, ja verärgert stieß die Frau - es war meine Lebenspartnerin, irgend eine meiner realen ehemaligen Lebenspartnerinnen oder Geliebten - mich von sich weg. Es fehlte nur noch, daß sie ausgespuckt hätte, derart verachtungsvoll wandte sie sich um und schritt fort und betrat einige zehn Meter entfernt eines der Häuser. Hilflos sah ich ihr nach. Das war jetzt das Ende, fühlte ich, wollte aber ein solches Ende nicht, wollte überhaupt kein Ende. Und ging ihr hinterher. Wartete vor der Tür.
Nach einiger Zeit kam die Frau, einigermaßen gelöst, wieder heraus. Ich sprach sie an: “Was soll ich denn tun? Was soll ich denn tun?” Ich war wirklich verzweifelt. Worauf sie nüchtern erwiderte: “Wenn du dir nicht n e h m e n kannst, was du willst, bist du kein Mann für mich.” “Aber dein Körper war überhaupt nicht bereit.” “Genau das meine ich”, sagte sie, “es kommt darauf nicht an. Du nimmst mir zuviel Rücksicht.”
Damit ging sie und ließ mich stehen
(Nacht vom 12. auf 13. Juni 2005)
albannikolaiherbst - 14. Jun, 10:12- Rubrik: Traumprotokolle
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Neu erschienen August 2008
Herbst & Deters - Fiktionäre
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NEUES
albannikolaiherbst - 7. Okt, 08:25
Arbeitsjournal. Dienstag, der 7. ...
6.46 Uhr:
[Am Terrarrium.]
Bin noch hiergeblieben, die Zwillingskinder schlafen noch, überhaupt schläft ... Gregor Keuschnig - 7. Okt, 08:14
Versuch einer Präzisierung
Gelogen werden muss vorher, um den Kriegsgrund zu rechtfertigen - nachher ist das offensichtlich nicht ... albannikolaiherbst - 7. Okt, 06:44
Es ist, stabigabi, nicht das Schleierkraut.
Es ist nur der Gernhardt, dessen Überschätztsein sosehr Ausdruck meiner Zeit gewesen ist, meiner Gegenentwicklungszeit ... read An - 7. Okt, 01:20
untitled
in welche richtung blickst du
wenn zwischenräume uneins sind,
schrift der ungewissheiten,
ausrufe ... stabigabi5 - 6. Okt, 21:21
die robertkur
wurde abgesagt.
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zuletzt aktualisiert am 7. Okt, 08:26
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