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Jeden Mittag mit mehr oder minder ausgeprägter Beklemmung zum Briefkasten hinuntergehen, ihn bisweilen noch nicht öffnen, erst einmal die Besorgungen tätigen, aber wenn man zurückkommt, schaut man schließlich doch hinein... den kleinen Kloß im Hals, ob nicht vielleicht eine aberneue einstweilige Verfügung darinliegt, die einem in die poetische Arbeit etwas Weiteres hineinverbieten will.
Die Tür der Fiktionäre hat eine nur leise Klingel; wird drinnen konzentriert gearbeitet und, wie meist, Musik gehört, vernähme einen Boten keiner. Die Freunde wissen das und melden sich an der Haustür mit dem Mobilchen.
(Es bekommt zunehmend symbolischen Sinn, daß die Fiktionäre als Domizil vor ziemlich genau zehn Jahren das alte Ost-Berlin wählten. Ganz stimmigerweise werden sie bis heute in keinem literarischen Führer, der den Prenzlauer Berg behandelt, auch nur erwähnt. Produktionsverhältnisse 4.)
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albannikolaiherbst - 9. Aug, 15:16- Rubrik: Arbeitsjournal
(Selbstvergewisserung 2: [Immer noch Arbeit.])
albannikolaiherbst - 9. Aug, 14:23- Rubrik: Arbeitsjournal
Manchmal findet sich eine, die sehr nah ist. Diese Nähe ist rein sinnlich, besteht aus Körpern & Küche, aus sattem Gebüsch, aus Nachtblitzen, Gefunkel, aus schimmernden, das Cocktail-Glas hinabweinenden Tropfen. Alles bauscht sich vor Genuß. Aneinander. Am Park. An Kieseln unter Kastanien. An den Flecken, die von der Sojasauce auf den Schenkelstücken der hellen Anzughose zurückbleiben und für immer an diesen Rausch erinnern werden (nein, niemand trauert, wenn die Reinigung sie nicht herausbekommt). So sehr gemeinsame Brise geworden, verfällt man aus purer Unachtsamkeit irgendwann darauf, dem Geist eine leise, subtile Frage zu erlauben. Da fängt die Frau begeistert zu sprechen an. Und man verstummt. Oder e r fängt an, und sie verstummt. Das Meer wird spiegelglatt, keine Welle kräuselt sich mehr, und schwer steigt der Dunst auf. So geht man auseinander, bereichert, aber verarmt. Und es war.
herbst & deters fiktionäre
albannikolaiherbst - 9. Aug, 12:50- Rubrik: FrauenundMaenner
Einer der schönsten hintertragenen Abschiedsätze stammt von Ernst Bloch, der, auf dem Sterbebett gefragt, was er denn nun fühle, geantwortet haben soll:
Ich bin unendlich neugierig.
Es spielt gar keine Rolle, ob er das tatsächlich gesagt hat. Eine Rolle - d i e Rolle - spielt, daß es möglich ist, so etwas noch zu sagen. Daß die Lebensliebe bis ins hohe Alter und über das hinaus - es ist dadurch Hohes Alter geworden - derart groß bleiben kann.
albannikolaiherbst - 9. Aug, 12:15- Rubrik: NOTATE
Oder Was ist Wahrheit. Nachdenkenswerter Artikel von Florian Rötzer bei Telepolis, der allerdings die S p r e n g k r a f t gezielter Desinformationen nicht als matriximmanenten Charakterzug erschöpfend durchdenkt - und das an solch einer Stelle wohl auch nicht kann. Daß Videos wie diese - gefälscht oder authentisch ist für die Richtung m e i n e s Gedankens (und nur d i e s e s Gedankens, wohlgemerkt) unerheblich - überhaupt zugänglich gemacht und nach Tausenden durchs Netz geschickt werden... also die sichtbare Möglichkeit der Enthauptung wirkt auf den Geist trainierend: auch so werden Tabus geschliffen. Ob etwas "geschmacklos" sei, spielt dann erst recht keine Rolle, da nichts sich so schnell verändert wie eben der "Geschmack". Und hier hat Rötzer wieder recht: Menschen auf eine Ästhetik der realen Gewalt zu konditionieren, bedeutet, ihre Akzeptanzen zu verschieben. Was den kriegführenden Parteien hie wie dort nicht nur recht sein kann, sondern was sie vielmehr intendieren. Insofern ist nicht einmal von der Hand zu weisen, Herr Vanderford habe im Auftrag der Regierung gehandelt... einem unbewußten Auftrag vielleicht, einem der sich aufgrund eines internalisierten Patriotismus' ganz von alleine ergibt.
albannikolaiherbst - 9. Aug, 10:07- Rubrik: Links
Ihr ausgefertigtes Ohr lautres Edelmetall
So dünn Scheint manchmal durch
Die Marskanäle aus Knorpel und Haut
Hathor und Hathi Läßt sich nicht küssen
Dem Silber hat es abgeschworen
Trägt sein Gold Zeiht das Begehren
Eines jeden Versagens Verzeiht nicht
Dem Vater Will ihn verführen
Das Läppchen flach elliptoider Schild den
Einer prägte den sie geliebt
Um den wurde sie Mutter
Mütter vergessen i m m e r ihr Ohr
Doch mag sich Gold nicht verbinden Träge
Sind Göttinnen gegen den Wechsel Ihr
Licht beharrt Es bewacht die Toten der Kindheit
Beim Eierkochen hört es
In jedem Re n e u den Vater
albannikolaiherbst - 9. Aug, 00:30- Rubrik: Gedichte
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Für Adrian Ranjit Singh v. Ribbentrop,
meinen Sohn.
Achtung Archive!
DIE DSCHUNGEL. ANDERSWELT wird im Rahmen eines Projektes der Universität Innsbruck beforscht und über >>>> DILIMAG, sowie durch das >>>> deutsche literatur archiv Marbach archiviert und der Öffentlichkeit auch andernorts zugänglich gemacht. Mitschreiber Der Dschungel erklären, indem sie sie mitschreiben, ihr Einverständnis.
Neu erschienen August 2008
Herbst & Deters - Fiktionäre
August 2004
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read An - 7. Sep, 02:25
@femme100tetes
Vielen Dank für den aufschlussreichen Kommentar und ich dachte schon Sie wären weg, aber ich will meine ... knotscher95 - 6. Sep, 21:28
also femme, bis zur der stelle wo ...
also femme, bis zur der stelle wo sie stabigabi recht geben - bin ich doch imgrunde auch völlig widerspruchslos ... g.emiks - 6. Sep, 20:34
so, so, liebe dioti ...
... sie würden also niemanden küssen, der nicht bedingungslos ist? ich stehe - lassen sie mich nur noch ... knotscher95 - 6. Sep, 20:23
ach mensch, readAn ...
readAn was meinst du wie ich teilwiese hier an sachen fitzle.
deshalb dachte ich auch anfänglich :
melville ... User Friendly - 6. Sep, 20:09
Herausgekramte, leicht angefaulte ...
Habe ich doch noch eine Kritik gefunden, war von annodazumal 2004, als das Buch auf das Schafott gelegt ...
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zuletzt aktualisiert am 7. Sep, 02:42
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