Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

Marlboro, Prosastücke, 1981 Die Verwirrung des Gemüts, Roman, 1983 Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger, Lamento/Roman, 1986 Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, 1993, 2001 Wolpertinger oder Das Blau, Roman, 1993, 2000 Eine Sizillische Reise, Fantastischer Bericht, 1995, 1997 Der Arndt-Komplex, Novellen, 1997 Thetis. Anderswelt, Fantastischer Roman, 1998, (Erster Band der Anderswelt-Trilogie) In New York, Manhattan Roman, 2000 Buenos Aires. Anderswelt, Kybernetischer Roman, 2001, (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie) Inzest oder Die Entstehung der Welt, Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, 2002 Meere, Letzte Fassung 2007. Bei Volltext. Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen, Poetische Features, 2004 Die Niedertracht der Musik, Dreizehn Erzählungen, 2005 Dem Nahsten Orient / Très Proche Orient, Liebesgedichte, 2007 Meere, Letzte Fassung 2007 Aeolia.Gesang / Stromboli. Mit den Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage, 2008 Kybernetischer Realismus, Heidelberger Vorlesungen. Manutius Heidelberg 2008 d e

 

Vaterliebe (1).

Ein Mann wird die Mutter seiner Kinder immer weiterlieben, so lange er die Kinder liebt; schläft seine Liebe zu der Frau dennoch ein, wird sich sein Verhältnis zu den Kindern eher versachlichen. Das ist der Grund, weshalb viele Väter ganz gut damit zurechtkommen, von ihren Kindern getrennt zu sein. Sie gehen zu neuen geliebten Frauen und zeugen neue geliebte Kinder. Wer sich von der Mutter seiner Kinder trennt, nimmt die Trennung von den Kindern ganz bewußt inkauf. Ein Mann also, dem an seiner Liebe zum Kind gelegen ist, darf die Liebe zu dessen Mutter nicht verlieren. Und wird auch n a c h der Trennung die Liebe, schon der Kinderliebe wegen, bewahren; und zwar egal, was geschieht.
Mütter hingegen kommen auch ziemlich gut ohne die Väter aus; i h r e Kindesliebe will v e r s o r g t sein, ob man sie liebt, spielt eine geringere Rolle. Dafür suchen sie sich wiederum neue Väter, die aber ihr Verhältnis zu den „alten“ Kindern in aller Regel kaum berühren. Dem innigen Verhältnis zu den Kindern entspricht bei Frauen ein sachliches zu deren Vätern.

Es ist bitter, ist fast ausweglos, das zu erkennen.
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(28 Juli: Abermals. Wie unausweichlich das ist.)
(16. September, über ein Jahr später: Unausweichlich. Nach wie vor.)
[P.S., spätnachmittags: Theorie des Literarischen Weblogs, praktisch geworden:
Dieser Eintrag entstand, ohne irgend eine Reaktion auszulösen, am 16. Juni. Heute morgen ergänzte ich ihn, hob also die Zeitachse auf, an der sich laut Gassner ein Weblog entlanghangele (so daß ältere Einträge in die Vergessenheit sinken). Und nun beginnt er zu leben, nämlich Widerspruch, Empfindungen jedenfalls und Gedanken auszulösen. Nahezu anderthalb Monate später. Das Verfahren, das ich "antiblog" nannte, wirkt.
P.P.S: Und nahezu ein Jahr und drei Monate später wiederum.]

Es ist eine völlig neue Arbeitsweise...

... ich schreibe, anders als gewohnt, direkt ins Netz, "veröffentliche", lese durch, entdecke Fehler, editiere neu, "veröffentliche" neu usw. usf. Und keine Ahnung, in welche Leere hineingesprochen/hineingedacht wird, die Formulierung als Fingerübung, zugleich aber doch das Bemühen, "bei der Sache" zu bleiben. Spiele mit den Links, mit Bildern, mit "fremden" weblogs... es verflüssigt sich alles, und die Frage wird sein, wie fasse ich das dann noch - als Erfahrung - in einen stehenden Text... oder anders herum: Die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Urheberschaften wird immer dringender, drängelnder, frecher... befreiender auch. Nur daß man ja von was leben muß, wenn kein Fürst da ist, der einem die Sinfonie bezahlt... und es egal sein kann (künstlerisch sogar egal sein m u ß), ob jemand das Thema klaut und dann anders - und vielleicht besser - verwendet.

Seit Tagen gehe ich schon mit einem kleinen Aufsatz um - sowohl polemisch w i e theoretisch ernst gemeint -, der sich mit der Vorstellung von Urheberschaften beschäftigt, wie sie eben erst mit der bürgerlichen, auf Handel und Eigentum basierenden Gesellschaft fixiert worden sind... und daß sich genau das derzeit aufzulösen beginnt. Die Verschärfung des (privat fundierten!) Urheberrechts ist da nur ganz konsequent... aber ah, ich merke schon, ich fange schon an... nein, nicht sooo einfach und fix... auch wenn es sehr verführerisch ist.



herbst & deters fiktionäre

Dialoge der Karmeliterinnen (Francis Poulenc)

Selten soviel Eintracht im Publikum erlebt, so viel Gruppenwesen und Klatschgeist. "Irgend etwas stimmt nicht mit der Komposition", soll Berg nach der begeisterten Aufnahme der Uraufführung seiner Elegischen Suite gesagt haben. Dabei ist die Komposition g u t! Also Bergs.

soeur Blanche

Paris-Bar, eine Soziologie (1)

Es gibt ein neues Tu-Wort für einen alten Tatbestand; der Begriff „Verb“ wäre in dem Zusammenhang irreführend. Irreführend ist allerdings der Literaturbetrieb auch. Deshalb ließe sich, was sich wie die Mehrzahl einer Hautanomalie anhört, dann d o c h als verbum fassen. Egal. Es geht um die Korrumpel, wie eine Warze trägt man sie bei sich, nicht freimaurermäßig unterm Jackettaufschlag, sondern sozusagen als Anti-Piercing epidermal-direkt.

„Wir begaben uns nach der Lesung in die Paris-Bar und korrumpelten dort bis nachts halb zwei. Der Bundeskanzler war auch da. “ (O-Ton des ehemaligen Leiters der *** xxxxSpiele, belauscht im Gespräch mit Sagichnicht ((dafür gibt es einen Link))). Beiderseitiges, man kann es nicht anders nennen, Gackern. Es klang aber nicht unsympathisch, und sogar der Kellner war mit dem Trinkgeld zufrieden. Später kamen auch noch Frau Löffler und Frau Graf hinzu. Die Korrumpel hatte dann so viel zu tun, daß es ganz müde neben dem Pfützchen Otto Sanders, also seinem Glaserl, in die Pantoffelchen rutschte. Er nahm es sorgsam mit heim.



herbst & deters fiktionäre

wird ergänzt gestrichen fortgesetzt: Freund & Feind

bov
DENEUVE AIRLINES
Dick
Fackel
Gassner
Horstmann
Klassiker
Literaturforum
opernnetz
Poesie!!!
Poiesis
Pynchon
RDH
Schmidt
S c h n ü f f l e r
Schröder
Thelen
Tristan

Theoretisch wichtig:
Elektronische Lounge
Telepolis

Hier sollte das eigentlich a u c h stehen.

Wolpertinger oder Das Blau, Folge 23 ist nicht mehr online. Aber für diesen Link gilt nach wie vor:

"Das Rätsel ist Bestandteil der Methode", dozierte Baumwolle. "Ergo des Resultats. Wenn Sie eine Landschaft recht intensiv kennenlernen wollen, nehmen Sie ja auch nicht die Autobahn."

Drei Wochen Krieg (2)

Also d o ch! Ich scheine das völlig, auch taktil, verdrängt zu haben, lach: Da findet sich in meiner Tasche der Anwerbungsbogen, der bereits auflistet, was man mitnehmen soll. Mein Scannertreiber zeigt sich nicht mit XP kompatibel, grrr.... so tipp ich das jetzt ab:

Warme Unterwäsche
Warme Socken
Warme Sweatshirts
Warme Hosen
Lach
Festes – na?? Jaaa, genauuu: w a r m e s Schuhwerk
Warme Jacke
Regenschutz

Und nun k o m m t 's!!!:

„Das Tragen von Uniformen aller Art, kurzen Hosen, kurzen Röcken sowie die Kombination mehrerer schwarzfarbener Kleidungsstücke (z. B. "- lol -" schwarze Hose in Verbindung mit schwarzer Jacke) ist auf dem Übungsgelände nicht gestattet!"

Das Ausrufezeichen ist sowieso klasse. Und ich stell mir gerade - für den Ernstfall - vor, wie die GI’s vor Einfall in ein KosovoDorf ihre Vorstellung von Besatzten-Bekleidung überhaupt bekanntmachen... Schicken sie einen Herold? Werfen Sie – wie weiland D’Annunzio über Wien – Flugblätter ab? Und wieso ü b e r h a u p t? Ich meine, haben die mittlerweile solchen Respekt vor Guerilleros, daß sie glauben, die trügen prinzipiell Schwarz... oder mehr noch: das Schwarz m a c h e den Guerillero schließlich? Magisches Denken hat allüberall Einzug gehalten....
Wolpertinger-Folge, gar keine Frage.

Ungewöhnlich ist allerdings, daß man (unter „Sonstiges“) Zigaretten mitbringen soll. Das k a n n, usa'isch betrachtet, nicht korrekt sein. Da wühlt jemand im Untergrund, ein Stürzumler hat diese checklist verfaßt! (Aber vielleicht wird man ja in den Grundlagen des Tauschhandels unterwiesen während der besatzten Zeit... und setzt Zigaretten als langzeitwirkende Kampfmittel ein?)

18.45: Oder der Versuch, passive Kriegführung qua Selbstvergiftung des Feindes zu üben? Wobei, Stop!: Die Besatzten sind ja nicht die Feinde, das ist ja gar nicht wahr. Sie sind vielmehr die Befreiten. - Ich krieg das immer durcheinander, tschuldigung. Und Befreite vergiftet man nicht, auch nicht passiv.


17.6., 20.37 Uhr
Nun verweist bereits google auf diese Überlegungen. Ob das eine gute Idee war, sie zu veröffentlichen, bevor man meine Bewerbung annahm? Andererseits wäre der Spaß ohne gebloggte Beobachtung nur halb so groß... ich meine, wer sorgt sich um einen denn, wenn man verschwindet? Die Damen & Herren Korrumpel sicher nicht.



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Hier hat es den Drive, den ich will:

"Liebe Alexandra, jetzt geht alles durcheinander, auch chronologisch; da siehst Du einmal, was dieses Land mit einem macht... aber ich bringe, so gut es geht, wenigstens in die Stimmungen Ordnung, fast ist der ganze Tintenroller schon leer. Das will transkribiert sein. Ich schreibe, das fällt mir jetzt erst auf, normalerweise in Türkis, manchmal auch mit Bleistift; diesmal sind alle Texte blutrot. Ist das ein Zeichen? Ist es Abend? Nein, wieder Morgen, und immer noch gießt es. Es hat über die ganze Nacht gekracht und geblitzt, man bekam kaum ein Auge zu. Und plötzlich, so gegen vier, kam auch das Wasser überm Waschbecken wieder! Rohrtiefes Grummeln, Brodeln, schon spuckten in gurgelnden Schwällen die Wasserhähne. Ich hatte vergessen, sie zuzudrehen, als ich’s gestern abend noch mal versuchte. Also raus aus dem Bett und hin. Und schon wieder ein Blitz, der das Zimmer siestahell aufleuchten ließ. Und dann saß ich plötzlich im Flugzeug nach Deutschland zurück, das ist nicht zu fassen."

Und ab das Ding an den Deutschlandfunk.
10.10 Uhr (korrigiert seit 7 Uhr)


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