Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

e   Marlboro. Prosastücke, Postskriptum Hannover 1981   Die Verwirrung des Gemüts. Roman, List München 1983    Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger. Lamento/Roman, Herodot Göttingen 1986; Ausgabe Zweiter Hand: Dielmann 2000   Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, Dielmann Frankfurtmain 1993, dtv München 2001   Wolpertinger oder Das Blau. Roman, Dielmann Frankfurtmain 1993, dtv München 2000   Eine Sizilische Reise, Fantastischer Bericht, Diemann Frankfurtmain 1995, dtv München 1997   Der Arndt-Komplex. Novellen, Rowohlt Reinbek b. Hamburg 1997   Thetis. Anderswelt. Fantastischer Roman, Rowohlt Reinbek b. Hamburg 1998 (Erster Band der Anderswelt-Trilogie)   In New York. Manhattan Roman, Schöffling Frankfurtmain 2000   Buenos Aires. Anderswelt. Kybernetischer Roman, Berlin Verlag Berlin 2001 (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie)   Inzest oder Die Entstehung der Welt. Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, Schreibheft Essen 2002   Meere. Roman, Marebuch Hamburg 2003 (Verbotene Fassung)   Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen. Poetische Features, Elfenbein Berlin 2004   Die Niedertracht der Musik. Dreizehn Erzählungen, tisch7 Köln 2005   Dem Nahsten Orient/Très Proche Orient. Liebesgedichte, deutsch und französisch, Dielmann Frankfurtmain 2007    Meere. Roman, Letzte Fassung. Gesamtabdruck bei Volltext, Wien 2007.

Meere. Roman, „Persische Fassung“, Dielmann Frankfurtmain 2007    Aeolia.Gesang. Gedichtzyklus, mit den Stromboli-Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage ohne ISBN, Galerie Jesse Bielefeld 2008   Kybernetischer Realismus. Heidelberger Vorlesungen, Manutius Heidelberg 2008   Der Engel Ordnungen. Gedichte. Dielmann Frankfurtmain 2009   Selzers Singen. Phantastische Geschichten, Kulturmaschinen Berlin 2010   Azreds Buch. Geschichten und Fiktionen, Kulturmaschinen Berlin 2010   Das bleibende Thier. Bamberger Elegien, Elfenbein Verlag Berlin 2011   Die Fenster von Sainte Chapelle. Reiseerzählung, Kulturmaschinen Berlin 2011   Kleine Theorie des Literarischen Bloggens. ETKBooks Bern 2011   Schöne Literatur muß grausam sein. Aufsätze und Reden I, Kulturmaschinen Berlin 2012   Isabella Maria Vergana. Erzählung. Verlag Die Dschungel in der Kindle-Edition Berlin 2013   Der Gräfenberg-Club. Sonderausgabe. Literaturquickie Hamburg 2013   Argo.Anderswelt. Epischer Roman, Elfenbein Berlin 2013 (Dritter Band der Anderswelt-Trilogie)   James Joyce: Giacomo Joyce. Mit den Übertragungen von Helmut Schulze und Alban Nikolai Herbst, etkBooks Bern 2013    Alban Nikolai Herbst: Traumschiff. Roman. mare 2015.
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III, 222 - Os lunatum

In den Töpfen ist Wasser. In dem einen Wasser liegen Kartoffeln, in dem andern noch nichts. Und wenn ich nach links schaue, staunt mich aus einem aufgeschlagenen Buch das Wort “vermählen” an. Und flugs bau’n sich Wedding-Barrikaden (Neucrantz) auf.
Tröpfe setzen Wasser auf. Für ein Ei, eine Kartoffel. Das eine schlurft ums andere. Wie das Auto die Einbahnstraßen zirkelt, die hinab- und hinaufführen. Daß sie solche sind, kann man ihnen nicht verdenken.
Ob jemand mit ihnen spricht, weiß ich nicht. Aber Einbahnstraßen sind keine Sackgassen, die sich den Barrikaden vermählen könnten, es sei denn “Geschichte wird gemacht”.
Eklektik und Ekliptik.
Mein schlechtes Gewissen wegen morgen: Irgendwas von Cohen vortragen. Das einzige, was ich weiß, ist meine Stimme. “Everyboy knows”. Oder “Anthem”? Und die Idee, ihm sei in seinem “Rócklánd” (Ginsberg) der Akzent auf der ersten Silbe verloren gegangen und zu einem “Suzanne” ans flache Ufer geschwappt. Wahrscheinlich also morgen auf den letzten Drücker. Denn ich kann mich nach wie vor nicht mit ihm anfreunden.
Wir kreisen nicht wirklich umeinander. Ebensowenig wie der Mond um die Erde.
Ekliptik. Wir nähern uns, aber wir entfernen uns dann auch wieder.
Einmal traut man sich, es einzugestehen. Das letztere, das “wir entfernen uns”. Beim zweiten Mal ist man schon vorsichtiger. Beim dritten Mal traut man sich gar nicht mehr, es ihr zu sagen, denn sie rief beim letzten Mal die Polizei. Dies jetzt vom Blatt - entsprechend uminterpretiert - abgelesen, das neben dem aufgeschlagenen Buch mit dem Wort “vermählen” liegt.
Es geht dennoch um ein Umkreisen. Wie auch immer das eine zum anderen sich verhält. In einer ekliptisch aufgefaßten Denkweise, die gleichzeitig auch immer eklektisch ist, wäre ein solcher Satz jedenfalls nicht möglich, weil er so ein Eins-zu-Eins-Satz ist, wie man ihn aus der Linguistik kennt, von der Art “Peter schlägt Paul”, und er mag auch für diesen gelten:
Nicht das komplexe Zeichen “Der Mond umkreist die Erde”, als unanalysierte Einheit aufgefasst, sagt, dass der Mond, der in vielen Sachverhalten vorkommt, zur Erde, die auch in vielen Sachverhalten vorkommt, in der Beziehung des Umkreisens steht, sondern dass das Zeichen “der Mond” in einer syntaktischen Beziehung zum Zeichen “die Erde” steht, sagt, dass der Mond, der noch in vielen anderen Sachverhalten vorkommt, zur Erde, die auch in vielen anderen Sachverhalten vorkommt, in der Beziehung des Umkreisens steht. Holm Tetens, Wittgensteins “Tractatus”
Gestern dachte ich noch, das sei ein toller Satz.
Die Töpfe enthalten bzw. enthielten Wasser, unter ihnen war Feuer. Das Wasser reagierte. Die hineingetanen Dinge reagierten.
Eine Konsequenz davon war das Schlagen der Eischale auf den harten Rand des Spülbeckens.
Jetzt muss ich mich aber doch in “Everybody Knows” als etwas, das viele Sachverhalte umkreist, einstimmen und verbleibe bis übermorgen...

III,221 <<<<

III, 221 - правда

Wieder heraus aus dem Nymphäum des Essenzubereitens, des Essens, des FB-Lesens nebenbei (nur einen Like vergeben, wahrscheinlich für den neuen Pirelli-Kalender, könnte auch etwas anderes gewesen sein). Verhaltensmuster.
Essen, spachteln, daß man ist, durch Essen beweisen. Kommt mir fast so vor. Lukas 24, 41-43 mal wieder. Habetis hic aliquid quod manducetur?
Galt für und ward geschrieben gestern. Hatte auch ganz andere Wegmarkierungen. Egal. Gastrisch gesprochen ins Geštérn hinein, das beim steil sich gebärenden Halbmond, der mitnichten eine Sichel, sondern ein halber Kreis, in die ihm gelassene Schwärze Lichtchen sticht. Sich selbst darin verdauen zu lassen, sonst hätte ich “gestrig” schreiben müssen.
Aber es hat das Essen eben doch eine den Tag strukturierende Funktion. Es lassen sich aber auch Funktionen denken, die den Denktag, den Denk-mal!-Tag strukturieren. Aber dahinter steckt kein wirkliches Den-Kenn-ich-Doch, um ein “eigentlich” zu vermeiden, obwohl es ihm, der schreibt, vielleicht durchaus eigen sein mag. Dennoch, die Schwebe zwischen Wirklichkeit und Eigenheit verprasselt im Leeren, wie jede Pravda es schon ziemlich wissentlich tut.
Sie, die Pravda, ist das Nervenkostüm, das für wahr nimmt, was da ist, es aber lediglich ins Wahrscheinliche projiziert. Nicht zu leugnen (also der non-Pravda zu überführen) ist, daß auch ein Interesse daran besteht, die Denkfarben, die sich aus dem Nervenkostüm ergeben, recht stark aufzutragen. In etwa so, wie mittlerweile die Bildchen auf den hiesigen Zigarettenschachteln aussehen.
Leugnen läßt sich nicht, daß sie durch ihre Beharrlichkeit tatsächlich dazu tendieren, daß alles, was passiert im Nervenkostüm (womit ich nicht Nervositäten meine, sondern körperliche Empfindungen), entsprechend kanalisiert wird.
Ich bin schon ziemlich ein Clochard in der Hinsicht.
Die Pravda suggeriert zwar Brücken, aber das Seil zwischen zwei Hochhäusern drückt das Gefühl am besten aus, das von den Füßen heraufsteigt, wiewohl mich dabei schaudert.
E già: oggi è il ponte dell’Immacolata (Feiertag, verlängertes Wochenende):

ponte dell’immacolata

makellos sonnenschein
empfangen wir die botschaft
himmel so blau wie ein tischtuch
das die kilometerspeise
appetitlich präsentiert
uns unbefleckt zu genießen
als ohrenzeugen
unserer selbst
„so weiß der schnee!“

uns zu überbrücken
like a bridge over troubled water

Von >>>>hier

Ninnos neuer Wein: anfangs fast wie Apfelsaft, aber dann immer we(i)niger, aber anders als der Wein vom letzten Jahr.

III, 220 - Halbseidene Strauchdiebereien

Lampe f Mond; dt.
Lampe f, Lampen m Überraschung, Störung, Vereitlung, Lärm; lampenfrei treu, sicher, lampig unsicher, laut, spektakulär; verlampen verjagen; Lampen haben, Verhaftung erwarten, Lampen m Polizist, Wissender, gerissener Gauner jidd. lamdon Gelehrter -
Günter Puchner: Kundenschall.
Das Gekasper der Kirschenpflücker im Winter.
Übersetzungen ins Rotwelsch
Eichendorff hatte gestern im ‘Glücksritter’ ein Halbseitengespräch auf Rotwelsch mit erklärenden Parenthesen: es schlunt noch alles im Schöcherbeth.
Ein Gespräch auf dem halbseiden beleuchteten Platz. Ich brauchte eine Sicherheitsreserve an Wein, weil Ninno sich heute nicht hatte - bis jetzt jedenfalls - blicken lassen. V. schlenderte grad über den Platz zu seiner Frau. “Uè!” Ob der Ofen funktioniere, wollte er wissen. Da kam auch schon der einstige Hasenlieferant mit seinem alten Golf. Und als sich so eine Art Stammtischgespräch im Stehen entspann, wurde der Platz noch halbseidener wegen der kurvenreichen Nachbarin, die grüßend ihrem Auto zueilte und deren Namen ich nicht einmal weiß.
Denn es ging um Tagespolitik. V., das Fernseh’ referierend, der Hasenlieferant beteuernd, er verstehe eh’ nix davon, obwohl er nein gewählt. Unvermeidlicher Clou: alle gingen, nur Frau M. in “Utschland” (so nannte es eine Zeitlang der Freund in Berlin) nicht.
Woraufhin das Weite durchaus zu suchen war. Denn es wurde nun doch zu halbseiden. Aber der Hasenlieferant hatte es schon begriffen: das beste wäre, sagte er, sich darüber beim Wein zu unterhalten.
So stürmte ich den Bioladen. Und wie es putative Alkoholiker halten, griff er erst zu den Eiern, dann zu den Radieschen, ohne die zylindrische Packung Kekse zu verschmähen, aber dann doch die Weißweinflaschen drehend. Na? Wieviel Prozent? Ok, Centopassi, Sizilien, von der Mafia beschlagnahmte Anbaugebiete, dreizehn Komma fünf.
Und dann jetzt das Kunststück, in der linken Hand das Sieb zu halten, in der rechten den Topf mit dem fertigen Reis, und zwar so, daß der Wasserstrahl so in den Topf geht, daß der genau über der rechten Hand liegende Wasserhahn die Hand und den Ärmel nicht naß macht, weil immer noch ein paar Reiskörner am Topfboden aufzulösen und ins Sieb nachzugießen sind.
Aber in der Zwischenzeit kam ja dann doch noch Ninno, während ich schälend der Haut meiner Finger Knoblauch antat (“sminzo verdurame”, schrieb ich mal).
Abermaliges Achelbeiß-Gespräch (die Wirtshaus-Liste ist recht lang und geht bis Zottelteile) über den politischen Gewitterhimmel. Immerhin waren wir uns einig, daß mal wieder ein Nullpunkt erreicht sei.
Da sie aber Essig holmten vor Taubheit und stupp bannten, schmettert er zu ihnen: Hegt ihr he ebbes zu spachteln? Und sie stippten ihm ein Fündchen gfünkelten Flotscher und Ottchenschund, und er zupfts und schluckts vor ihren Zwielingen. Lukas 24,41-43 [ü Puchner].
Der Wein, den er gebracht, sei von diesem Jahr, noch nicht ganz fertig, aber nicht unangenehm.

III,219 <<<<

Wo Rettendes aber. Im Arbeitsjournal des Dienstags, dem 6. Dezember 2016.


Wächst auch Gefahr.

So dachte ich, als ich, dem Hinweis eines alten Freundes folgend, >>>> diesen Artikel las, der uns klarmacht, daß jegliche Befreiung zugleich die Enge weiter zuschnürt. Du mußt halt nur die Laufrichtung ändern.
Für den Freund ist es das, und zwar zurecht, was man im Geschäftsleben ein business tool zu nennen sich angewöhnt hat. „Ich sehe mir die Dinge an, wie sie sind, kann sie nicht ändern. Also stelle ich mich auf sie ein.“ In der Gefahr – sagen wir Gefährdung – das Rettende sehen. Wobei die Rettung eine Frage des Preises: ob wir ihn zahlen können. Ob wir ihn zahlen wollen, um die Gefahr des Untergangs.

[Arbeitswohnung, 6.59 Uhr
Brahms, Serenade Nr. 1, Orchesterfassung]


Ich dachte gestern abend, beim Essen im >>>> Delizie d‘Italia, weiter. Es sei schon erstaunlich, dachte ich nämlich (wobei bezeichnend das trefflichere Wort): Kaum gehe es mir besser, reiche erneut die Börse mir die Hand. Eine Verlockung, durchaus.
Später fuhr der Freund in edelstem, einem alten, Jaguar davon. Und ich, im Pelz, schritt heim zu Ofen, Büchern und Musik.
Ein|Balsam Gott der Fliegen liegen Aphroditen bei.So habe ich heute früh >>>> Bruno Lampes III,219 für Cambridge Analytica verlinkt. Ich hege die klamme Hoffnung, daß das Poetische in die Maschinen fährt, und also in die Psychomechanik, wie die Teufel in die Säue:Es war aber daselbst eine große Herde Säue auf der Weide auf dem Berge. Und sie baten ihn, daß er ihnen erlaubte in sie zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.
Da fuhren die Teufel aus von dem Menschen und fuhren in die Säue; und die Herde stürzte sich von dem Abhange in den See und ersoff.
Da aber die Hirten sahen, was da geschah, flohen sie und verkündigten es in der Stadt und in den Dörfern.
Lukas 8,33 ff
Außerdem war ich ein wenig verstimmt und gab dem auch spontanen Ausdruck. „Sei nicht so empfindlich“, hätte meine geliebte Großmutter gesagt. An deren Grab ich bis heute nicht war. Ich war auch fern, als sie starb. Die Kunde, die mich erreichte, ließ ich ungekündet. Schon darin liegt Unrecht. Als Glenn Gould starb, bekam ich einen Weinanfall, wie ihn nahe Freunde jetzt bei Cohens Ende hatten. Bei meiner Omi blieb ich trocken. Das Unrecht spitzt sich zu, indem auch diese Information zum >>>> Helferlein im Wahlkampf irgendeines Daniel Machttriebs werden kann. Erzähle mir also jemand noch einmal, ich hätte jemals >>>> „futuristisches Tamtam“ geschrieben, geschweige damit „aufgetrumpft“. Ich habe meine Arbeit gemacht, so gut, wie ich‘s vermag: Gerät etwas Prophetisches durch sie hindurch ins Bewußtsein – oder versucht‘s –, habe nicht ich es zu vertreten, sondern das Material selbst. Ich geb ihm nur die Form.
Auch deshalb war ich ein bißchen verstimmt. Man wird dem Buch, an dem ich jetzt schreibe, die Genauigkeit des Gerüstes nicht mehr ansehen, soll sie auch gar nicht sehen, aber im Vorfeld, bevor eine Haut darum geschaffen ist, liegt es nackt. Dann ist es, hautlos, besonders empfindlich, und dem Rat meiner geliebten Großmutter zu folgen, würde unsensibel zu werden bedeuten, was wiederum heißt, gar nicht mehr fähig zu sein, künstlerisch zu arbeiten.
So war die Versuchung besonders groß, gestern abend. Weshalb nicht, dachte ich, noch einmal ein radikal anderes Leben beginnen? Um es in den Worten meines alten Brokerfreundes auszudrücken: „Ich will in drei Jahren fünf Millionen machen“ - machen ist tatsächlich das passende Wort; der US-Anglizismus hat hier recht. Vielleicht hat mein Freund auch zehn gesagt oder hundert. Es kommt darauf nicht an, ist tatsächlich im Wortsinn gleich|gültig.
Mein alter Verkaufsleiter – ein Gaunergenie – sei erbärmlich gestorben: „verreckt“ ist das angemessene Wort. Auch diese Nachricht kam mir. Andere wieder, ohne die geringste Ahnung vom Markt (was ihre horrende Stärke, ja das Geheimnis ihres Erfolges war), sind gewaltig die Treppen hinaufgefallen, kochkatapultiert von den Banken.
Ich war im Nu in der Materie wieder drin.
Also weshalb nicht mein Werk Werk sein lassen und mich anderen Gefilden zuwenden, in denen es nicht darauf ankommt, ob man irgendwelchen Kritikern gefällt, sondern allein darauf, daß man Erfolg hat, Erfolg aufgrund einer Leistungsfähigkeit, die man alleine in der Hand hat? In den Kunstbetrieben sind wir ausschließlich vom Gutwollen der in ihm Mächtigen abhängig. Wir müssen sozial „passen“. Die eine Autorin (ich weiß, wer) wird gehypt, weil sie so viel Holz hat vor der Hütte, der andere (ich weiß, wer), weil er hübsch Gitarre spielt. Wir sind so eine Mischung aus Hofnarr und Prostituierter/m und dürfen vortanzen, wenn‘s genehm.
In der „freien“ Wirtschaft ist das anders. Wir bringen die „production“ oder nicht.
Mir geht seit Jahren ein Satz >>>> Sinopolis nicht aus dem Kopf: Wer ein Genie als Musiker sei, könne es auch als Arzt sein, als Wissenschaftler, als was immer er wolle. (Man wird mir gleich den Geniebegriff wieder um die Ohren hauen. Oder anders naserümpfen, vielleicht wie >>>> die beiden Kommentatoren unter Winkels' schon oben verlinktem ZEIT-Artikel, denen man das, sagen wir, „Persönliche“ gleich anliest. Sei‘s drum. Was kümmert‘s die Eiche, wenn undsoweiter ein Schwein: Sie gehn ja doch ab in den See. Da aber die Hirten sahen, was da geschah, flohen sie und verkündigten es in der Stadt und in den Dörfern.)

Personalisiertes (Wahl- und Güter-)Marketing.Zu lang, zu lang schon ist
Die Ehre der Himmlischen unsichtbar.
(...)
Wir haben gedienet der Mutter Erd
Und haben jüngst dem Sonnenlichte gedient,
Unwissend, der Vater aber liebt,
Der über allen waltet,
Am meisten, daß gepfleget werde
Der feste Buchstab, und Bestehendes gut
Gedeutet. Dem folgt deutscher Gesang.
Mag sein, daß >>>> Hölderlins Verse Anlaß werden, mich für Cambridge Analytica zum Zielgrupp zu machen (meinem, für groupie, Neuwort forthin), so denn die AfD sie beauftragen wird. Jetzt ist alles nur noch eine Frage der bids.

Weshalb ich aus meiner Verstimmung aber gar nicht mehr rauskomme, weiß ich nicht. Ihr Anlaß war und ist marginal.
Vielleicht habe ich deshalb Schnupfen seit gestern.

Bekümmern Sie sich, Freundin, einfach nicht drum.

ANH
[Galina Ustwolskaja, Sonate für Violine und Klavier]

III, 219 - Das Licht schläft

Gestern war ich nur noch in der Lage, dies zu schreiben: Che bello adesso. “Il lamento della ninfa”, Monteverdi. Während ich >>>> dieses erst einmal, dann noch einmal anhörte mit seinen kleinen Swing-Einlagen. Zu allem Überfluss auch jetzt.
Heute abend geht mir indes der Satz “Das Licht schläft” nicht aus dem Kopf, den ich nirgends gelesen, sondern der sich meiner von selbst bemächtigt. Womit nicht Dunkelheit gemeint ist. Schläft man nicht, weil Licht da ist? Auch das Gefühl des leeren Platzes und der rosafarbenen Mauer des Ostello gegenüber suggerieren dieses Gefühlt, das Licht schlafe. Sicher, es ließe sich umgekehrt auf einen selbst beziehen, der das Licht ausmacht, wenn er schlafen geht (früh genug gestern), der aber bei künstlichem Licht wacht, während er doch eigentlich dennoch in eine Art Schlaf eingetaucht ist, nennen wir’s: Arbeitsschlaf, wenn die Finger nur noch quasi automatisch Standardsätze rattern. Derzeit ist es wieder so.
Von Kerzenlicht könnte man es vielleicht nicht behaupten, denn es bewegt sich. Läßt Wachs hinuntertropfen. (Vor einiger Zeit beschrieb ich die Notwendigkeit, eine Kerze anzustecken, während zudem auch noch zwei Fliegen herumflogen: seit dem Abend ist eine der beiden Fliegen am Fuß der Kerze in Wachs einbalsamiert, die andere, ebenfalls mit Wachs überzogen, schaffte es noch bis zum großen Spiegel über dem Kamin, an dem sie immer noch mit ihrem weißen Wachsmäntelchen klebt (ich hab’ ein weißes Mäntelchen, niemand kann ein’ Harm mir tun)).
Stimmen erklangen am Nachmittag von der Hoftreppe, während die Tür wegen des Ofenanheizens offenstand. Ob da jemand sei. Zwei Köpfe waren da emporgetaucht. Schnieke Herren, der eine beladen mit Drucksachen. Der Träger der gedruckten Worte. Die gesprochenen hatte der Andere, der vor ihm stand. Worum es gehe? Man führe Gespräche hier in der Nachbarschaft. Und worüber? Nach einigen Zirkumlokutionen: Etwa über Gewalt. Gewalt? Das sei doch so ein Thema, das uns alle angehe. Aber auch nur in den Medien. Natürlich war klar, worauf es hinausgehen sollte. Und wenn wir dagegen angingen mit, sagen wir mal: Gott. Ich hätte ihm antworten sollen, daß Mars am liebsten mit Venus ins Bett geht. Stattdessen winkte ich nur: Tschüß!
Das Meer kann nichts dafür, wenn einer darin ersäuft.
Zum ital. Referendum und zum Rücktritt Renzis fällt mir nichts ein. Wahrscheinlich hätte ich mich, wenn ich hätte wählen können, fürs “Ja” entschieden. Denn so kommt alles, was an Reformen vielleicht doch hätte gepackt werden können, wieder in eine Nullphase. Zwei Schritt vor und drei zurück. Aber das nur ein sehr grober Eindruck. Im Bekanntenkreis werden alle fürs “Nein” gestimmt haben.
Bin zwar seit dreißig Jahren hier, aber die Politik habe ich nie durchschaut. Der wichtigste Satz, der mir aus den achtziger Jahren blieb, den einer von der Democrazia Cristiana aussprach: “Direi, anzi dico…” (Ich würde sagen bzw. ich sage…).

das licht die
qual das nicht
die zahl die
sicht das mal
das spricht die
wahl die schlicht
und schal uns
picht im mahl

Mir fällt viel ein für das Arbeitsjournal des Donnerstags, dem 24. November 2016,


aber, liebe Freundin, ich schreibe es nicht auf. Durch den Kopf allerdings, jetzt

[Arbeitswohnung, 9.17 Uhr
Dieter Ilg, >>>> Otello]


und schon seit gestern mittag, geht mir die, tatsächlich, Lust, einen längeren Text zu Dieter Ilgs wundervoller Improvisationstrilogie Otello-Parsifal-Beethoven zu schreiben; imgrunde bin ich es >>>> ACT auch schuldig.
Aber es ist wie mit beinah allem übrigen: Ich stecke so tief in dem Ghostroman, daß ich jegliche andere Konzentration und den damit verbundenen Zeitaufwand scheue. Und über den Roman schreiben sollte, ja darf ich nicht; ich wäre immer wieder versucht, aus dem bereits entstandenen und weiter entstehenden Text Entwurfsauszüge einzustellen, so, wie ich es seit Pflanzung Der Dschungel in nun immerhin mehr als zwölf Jahren immer wieder getan habe – etwas, das für sie geradezu charakteristisch war. Meine Leser:innen haben die Entstehung nicht nur vieler Hörstücke, sondern auch und gerade >>>> Argos, der >>>> Vergana, der >>>> Bamberger Elegien, zuletzt des >>>> Traumschiffs textnah miterleben können, erleben – nunmehr unterbrochen – die Entstehung der >>>> Béart mit, also aller poetischen Nexus, die mich je beschäftigt haben.
Damit ist es derzeit schlichtweg vorbei. Ebenso, wie ich momentan auch keine >>>> Opern- und >>>> Konzertkritiken mehr schreibe, in Oper und Konzert auch gar nicht mehr gehe. Meinen Musikbedarf und meine Musikliebe befriedigt zutiefst, Hand in Hand mit meiner nun wirklich auch riesigen Sammlung, meine Highend-Anlage. Und: Ich bin so tief in dem neuen Buch drin, daß mir der auch persönliche Mitteilungsdrang beinahe abhanden gekommen ist, der mich seit je begleitet hat. Selbst zu dieser, sagen wir‘s mit Richard Wagner, „Nachricht an die Freunde“ motiviert mich eher mein poetisches, der literarischen Kontinuität verpflichtetes Gewissen als ein tatsächlicher Impuls.
Übertrieben formuliert, liebe Freundin, zwinge ich mich zu diesem Arbeitsjournal, nachdem ich es tagelang vor mir hergeschoben habe – so lange, daß nunmehr selbst nahe Freunde mehr oder minder besorgt bei mir anfragen, ob es mir gutgehe.
Ihnen allen eine generelle Antwort: Ja.
Es geht mir sogar sehr gut. Der ökonomische Druck ist von mir genommen – wie groß er gewesen sein muß, realisiere ich erst jetzt. Ich darf arbeiten, wie ich es möchte – auch wenn dem der Auftragscharakter eines „Ghostwriting“s zu widersprechen scheint. Tatsache ist, daß ich selten so frei gearbeitet habe, was unabhängig meint; daß ich Vorgaben zu erfüllen habe, widerspricht dem nicht. Das ist auch bei jedem Sonett so. Bekanntlich ziehen Sonette gerade aus der Beschränkung durch Regeln, ja Gesetze ihre unfaßbare Kraft – indem man sie erfüllt und zugleich transzendiert. Der Unterhaltungsroman, der – mit dem Wort der Contessa – Poolroman, wird ganz das leisten, was er soll (sich wegschmökern lassen), und dennoch die Kriterien eines wirklich guten Romans erfüllen: Aber man soll das nicht merken. Doch sollte eines Tages jemand den Roman anaylsieren, dann wird es sich erweisen. Mit anderen Worten reizt mich an meiner Aufgabe, und erfüllt mich längst, die poetische Quadratur eines Kreises. Daß ich dem gewachsen zu sein scheine, gibt mir ein enormes Bewußtsein meiner selbst. Zu erleben (erleben zu dürfen), was man ist und wer man ist.
Ich genieße eine zutiefst privilegierte Situation. Allem voran, daß gewollt und gewünscht wird, was ich tue – obwohl sich meine Arbeit von dem, wie ich sie vorher getan, kaum unterscheidet. Sicher, ich könnte diesen Roman auf der rechten Arschbacke runterschludern, und niemand würde es merken. Man könnte sagen: Herbst, du machst dir da viel zu viel Arbeit. Das Ding soll doch eh nur wegkonsumiert und dann weggeschnmissen werden. Ich da sage: Nein. Nichts wird herausgegeben, das nicht wirklich durchdacht und möglichst perfekt geschrieben ist, von den Webfehlern abgesehen, weil Perfektion alleine Gottes ist: aslaam.
Es kommt noch hinzu, daß mein Thema, das des Romans, nicht etwa eines ist, das mich nichts angeht. Ich habe kein sachliches Verhältnis zu ihm. Sondern es gehört interessanterweise mitten in den Nexus hinein, an dem ich ohnedies schon immer gearbeitet, ja der mich beschäftigt hat, seit ich ein etwas größeres Kind war. So fiel und fällt es mir nicht schwer, mir das Thema im Wortsinn einzuver- ... nein, nicht -leiben, sondern -seelen. Es ist jetzt meins. Das geht so weit, daß ich mich manchmal wie die männliche Hauptperson fühle: als wäre ich sie, also er. Ich dringe unter seine Haut, er mir unter meine. Nennen wir ihn hier Marcel. Also in manchen Phasen meiner Arbeit sind Marcel und ich identisch. Dann bin ich der Contessa in Liebe verbunden. Und in der Tat: Ließen wir uns gemeinsam öffentlich sehen (was wir bislang, und wohl aus guten Gründen, strikt vermieden haben), würde man denken: oh, das paßt. Es kommt zu meinen Privilegien ja durchaus hinzu, daß sie eine schöne Frau ist, überdies genau der dunkle Typus, den ich seit jeher so begehre wie verehre. Das erleichtert mir die Arbeit ungemein, gibt unserer Kommunikation auch stets etwas Flirtendes, fast gegenseitig Werbendes.
Zu anderen Zeiten bin ich wieder der distanzierte Konstrukteur – wie etwa jetzt, da ich über die handelnden Personen Zeitentabellen anlege, die bis in die fünfte Vorgeneration zurückreichen, und sie, die Contessa, ist die allround-managende – und die Unternehmen finanzierende – Business Lady (der Begriff „Geschäftsfrau“ trifft den Charakter dieses Wesens nicht), die ihren Adjutanten neben der poetischen Arbeit auch für dieses und noch jenes einsetzt und erwartet, daß er spurt. Das sagt sie nicht, nein, aber der leichte Unwille ist spürbar, wenn etwas nicht gleich oder nicht fast-gleich geschieht. Was wiederum mir sehr gefällt, sogar extrem gefällt, weil ich hier sein darf, was ich bin, was aber viele Menschen sonst er- vielleicht sogar abgeschreckt hat: schnell. Neben meiner Bildung, die ja immer noch erschwerend hinzukommt. Nicht selten, wenn ich sie spielen lasse, bekomme ich von ihr die ironische Zurechtweisung, ich solle besser den „Klugscheißermodus“ wieder ausstellen. Von Furcht vor Bildung keine Spur, also auch nicht vor mir.
Erholsam, liebe Freundin, sehr erholsam.
Im Beruf sein dürfen, wie man ist. Ich kann es nur wiederholen.
Daß mein Name später nicht auf dem Buch stehen wird, was ist das dagegen? Einmal abgesehen davon, daß auf dem Buch der Name einer Person stehen wird, die ja ich erfunden habe. Womit ich sowieso zutiefst in meiner Ästhetik bin, ihr einfach weiter folge. Den ganzen Lebenslauf und den ihrer Eltern und Großeltern erfinde ich und setze das dann in die Welt. Schöpferischer kann man gar nicht sein.
Und dann.
Arbeiten im Süden. Auch das eine Befreiung. Arbeiten im hellen Licht, zudem am Meer, wenn ich will und es mich hinsehnt. Ich muß ja nur fragen (ja nicht mal das), ob ich auf die griechische Insel, ob nach Sizilien, ob nach Malta fliegen darf, um dort zwei Wochen zu arbeiten – ich kann es sofort tun, von heute auf jetzt, morgen auf übermorgen, wann halt grad ein Flug geht. Spätestens nach Weihnachten werde ich es wieder tun, für um die zehn Tage. Dann werde ich schon den Endspurt der ersten Fassung kommen sehen können. (Insgesamt – es kamen einige andere Arbeiten dazwischen – rechne ich derzeit mit der Fertigstellung des Romans im März. Erscheinen wird er dann im Frühjahr 2018; besser vielleicht aber im Herbst, weil die Frankfurter Buchmesse fürs Geschäft erheblich bedeutsamer ist. Aber diese Entscheidung wird Agentur- und/oder Verlagssache sein.)
Bevor ich >>>> von κάπου zurückflog, dachte ich: Was will ich im Norden, im Osten? Ich gehöre da nicht hin. Ich schreibe da nicht gut, jedenfalls nicht so gut, und leide schon vorab unter dem Novemberwetter. - Aber heute, Freundin, ist es nicht schlimm. Die Sonne strahlt, der Himmel ist hellblau. Und Dieter Ilg improvisiert so zärtlich über unterdessen >>>> Arietta, daß ich einverstanden bin (nicht nur er, sondern selbstverständlich Rainer Böhm und Patrica Héral genauso):


Jetzt aber weiter mit der Romanarbeit: zeitlicher Entwurf der Parallelgeschichte, abermals als Tabelle. Dann wird mein Sohn hier hereinschneien, um das Cello fürs Schulorchester zu holen. Danach die Löwin in Skype, um mit mir den ersten Gestaltungsentwurf des Kinderbuches durchzusprechen, und auch die Contessa wird sich ganz sicher melden, die sich die von mir gebauten Chroniken angesehen, aber auch schon spöttisch genölt hat, sie werde wohl für mich einen Crashkurs in Sachen Excel-Formatierung halten müssen. Worauf ich besser gar nicht erst geantwortet habe.
Nächste Woche fahr ich zu ihr hin, ich meine zur Löwin, nach Wien. Sie kommt da momentan nicht weg. Wie‘s mit der >>>> Serengeti sei, im Januar vielleicht, fragte sie, oder im Februar. Wir waren in der Tat lange nicht mehr da. Aber solange ich mit dem Roman nicht fertig bin, mag ich mich nur in seinem Umkreis aufhalten. Freund >>>> Arco schlug für Silvester Georgien vor. Ist mir aber auch zu weit von meinem Thema weg. So wird es entweder die Insel der Contessa werden oder Sardinien oder Sizilien, bzw. Malta. Da wir überlegt haben, ob wir nicht einen Teil der Geschichte sogar in Tanger spielen lassen, wäre für mich auch das denkbar.

Freundin, es nimmt Sie in den Arm
Ihr nach wie vor

Unhold

III, 207 - Vor dem Wie, nicht vor dem Was (Tractatus)

Sie, Ulpia, habe, schrieb sie mir, mich geträumt in der letzten Nacht. Wir seien uns begegnet auf der Brücke des 2. Juni in Fiumicino. Dort hätte ich ihr einen silbernen, formgegossenen Armreif “prezioso e costoso” (fast schon osé) mit einem roten Faden geschenkt. Was sie gegessen habe gestern abend. Broccoli. Perfekte Gleichung: Broccoli = Bracciale (Armreif), denn nimmt man die Vokale fort, ergibt sich in beiden Fällen: BRCCL.
Und noch weiter herumgesponnen.
Hat natürlich nichts mit der Bewegung 2. Juni zu tun, nee, da hatten die Italiener 1946 für die Republik und gegen die Monarchie gestimmt. Und noch einige ital. Etyms herausgebröselt (tipo giugno - giungono), führte indes jetzt in sich gar nicht spiegelnde Felder. Denn Juni hat mit giungere überhaupt nichts mehr zu tun, und es bleibt alles in seinem sprachlichen Hortus conclusus wie so oft.
Morgen wird sie wieder hier sein: fünf Wohnungsbesichtigungen. Wahrscheinlich steh’ ich bei der ganzen Träumerei für einen Furor Ameriae, für den ich bald durchaus gelten kann mit meinen langsam zur Matte sich auswachsendem Haar, durch dessen kissenzerknautschte (mitten im Vormittag Arbeitswidrigkeit und der Drang mich hinzulegen: anderthalb Stunden lang ich weiß nicht mehr von was geträumt) Form mittlerweile gar kein Boreas mehr weht, sondern ein milder Zephyr.
Na gut, Matte ist übertrieben, sah mich grad im Spiegel.
Gestern noch eine persönliche Message von Di Dio: ob ich nicht kommen wolle >>>>zu diesem Film, die Organisation habe einiges gekostet. Also walzte ich hinab. Es ging hauptsächlich über einen gewissen David Duke (kein Link!): er würde europäische “Werte” verteidigen, irgendwann eine kurze Aufzählung von Namen, ich glaube, auch Beethoven dabei… und - every now and then - natürlich Verschwörungstheorien zu Lasten der Juden. Grauslich. Ku-Klux-Klan-Vergangenheit. European = White. Und, wie dann auch der Regisseur während der Skype-Verbindung nach New York bekräftigte, dahinter stecke keine Partei, sondern es liefe alles über die Social Networks. Mittlerweile. So 50000 likes.
(Unsere Probleme sind nicht abstrakt, sondern vielleicht die konkretesten, die es gibt.) Wittgenstein

III,206 <<<<

Das Bedürfnis der Menschen nach wieder und wieder


und immer wieder erzählbaren Geschichten (nach wiederzählbaren Geschichten) ist ihr Bedürfnis nach der Melodie.

(Melodien sind sangbar).

III, 203 - Sockengespinste

Morgen komme M., der Schönwetterbauer, sagte sie, Tullia, die ich grad noch erkannte, als ich mich mit der leeren grünen Gasflasche meinem zwei Plätze weiter stehenden Auto näherte, als sie schon dabei war, die Tür ihres vor der Haustür stehenden Autos zuzuschlagen, der Arm war schon ausgestreckt.
Es nieselte. Und das Postfach erfreulich leer heute. Nur ein paar Weihnachtsbäume in verschiedenen Versionen plus schon gestern eingetroffener Routine. Fast eine Erholung.
Am späten Vormittag unterm Fenster ein ständiges Murmeln und sich Besprechen. Die üblichen alten Frauen wohl, die sich beugend und neigend gegeneinander hin und her bewegten, als ob sie ein Gespinste weben wollten (Eichendorff, Die Zauberei im Herbste). Die eine, die ich regelmäßig grüße, stand, als ich den Platz überquerte, immer noch mit einer anderen vor der Anschlagtafel mit den Totenanzeigen. Als ich wieder zurück ging über den Platz, kam sie mir indes entgegen. War also in ihre Gasse zurückgekehrt in der Zwischenzeit. Wo es sie nicht lange gehalten. Scheint’s. Dies Schürzenhafte mit einer Strickjacke darüber, die Hände vorn zusammengefaltet, der schlurfende Schritt, die Augen, die einen nur eine Sekunde lang ansehen, nein, eher schon ein unaufmerksamer Blick, angelerntes Benehmen. Diesmal war sie es, die mich grüßte. Auch ich grüßte abermals. Angelerntes Benehmen.
Auf der Treppe zum Hof eine alte schwarze Altweibersocke. Wie hingelegt.
Heute morgen auf dem Weg zum Geldautomaten, der an einer Kindertagesstätte vorbeiführt, die wohl gerade öffnete, das genaue Gegenteil von memento mori. F. kam mit seinem Sohn, der schon von selbst auf die Eingangstür zustürmte. “Come stai?”. Bacibaci Beninobenone. Junge Mütter im Gespräch mit ihren im Arm oder an der Hand gehaltenen Töchtern.
Und welch ein Aufhebens später am Nachmittag beim Gasflaschenkauf. Serviles Regenschirmhinhalten, weil es - nun ja - regnete. Bitte, nicht naß werden!

neumond die
vormondschaft
zwischen steinen
knospen und blüten
was bluten will
den mund vernähen
die namen

über den schuh
den rechten
ergießt aus der
plastikplane sich
wassers ich

es hatte geregnet

schuhbänder
kreuzweis
mundweis verbrämt

und
nasse socken

Nun fällt mir auch... Das Rückkehr- und Arbeitsjournal des Donnerstags, dem 10. November 2016.


... zu Donald Trump >>>> nichts mehr ein. Außer: Zurückgekehrt in die Kälte. Und: Daß es paßt.

(Ich sehe da Zusammenhänge? Ja, ich sehe >>>> Zusammenhänge.)

[Arbeitswohnung, 8.35 Uhr
Marius Neset/London Sinfonietta, >>>> Snowmelt
Morgencigarillo]


Tauchen vor κάπου
ANH mit >>>> Lundgrenegger
Foto: Jean Depardieu-Reno


Es ist ja aber auch ganz gleichgültig, was ich sage. So verstummt man und geht einfach seiner Arbeit nach. Wie ich es tat in den vergangenen Tagen.
Da habe ich freilich aus anderem Grund hier nicht geschrieben. Es war schlichtweg so, daß es mir die Contessa untersagt hat - einfach weil es ihr zu heikel war. Fände nämlich doch jemand die kykladischen Koordinaten heraus, dann liefe ihre, dieser Frau, Identität wie ein Klatschfeuer um, im Sinne von „der Herbst und ausgerechnet diese Frau!“ - „Nein, mein Lieber, das lassen wir schön bleiben.“ So sie. Und: „Ich will keine Gegenrede hören.“ Das alles per Whatsapp und Skype; sie war ja in New York - allerdings, das glaube oder hoffe ich, nicht wegen dieser unseligen Wahlen. Wiewohl sie einmal angedeutet hat, Frau Clinton zu kennen, ohne darauf allerdings näher einzugehen. Und ich hatte nicht fragen mögen, achte ihre Diskretheit.
Also konzentrierte ich mich auf den Roman und ein paar Tauchgänge, siehe hierüber. Dem Roman kam die Zurück(be)haltung des Arbeitsjournales auch ausgesprochen gut. Sowas kann man ja durchaus einmal zugeben. Über ein Viertel des Buches dürfte, im Entwurf, bereits nun fertig sein. Und >>>> Bruno Lampe sorgte dafür, daß den Dschungelleser:inne:n der Stoff nicht wirklich ausging.
Auch läßt sich nicht behaupten, daß ich gerne zurückgereist wäre. Abends zwar und morgens war es im Süden durchaus kühl, aber ebenso durchaus nicht kalt, und mittags saß ich stets nur mit kurzer Hose bekleidet in der prallenden Sonne vor meinem, darin des Nettbückchen, >>>> iCap und tippte.
Manchmal ging die Brandung sehr.
Ein Gecko kam mich häufig besuchen. Ein Amselweibchen flog täglich herbei, setzte sich in anderthalb Metern Abstand auf ein Zaunstück und sah mir immer lange zu. Ebenso ein SiamPersermischungsKatz, der an der Amsel nicht im geringsten interessiert tat. Sie auch, übrigens, an ihm nicht. So lagen wir, wobei der Kater und ich saßen, die Amsel stand, der Gecko hing – so lagen wir also Löwe bei Lamm.
Und heute – nachdem mir लक्ष्मी gestern abend (ich dachte erst, die, weil so schöne, Frau zieht mich auf...) von Trumps Wahlsieg erzählt hat, der ich wegen meiner Rückreise überhaupt nichts mitbekommen, sondern all die Zeit am Roman weitergearbeitet hatte – heute denke ich wieder einmal, daß Europa eine eigene Armee braucht und sich aus der NATO lösen sollte, und zwar schleunigst; anders als >>>> Juncker bin ich entschieden für ein - auf föderalistischer Basis - Vereinigtes Europa. Schon damit der Unfug vom Schlage „Griechenland raus“ aufhört.
Jetzt weiter mit dem Roman, ein nächstes Kapitel beenden. Dann mich für morgen und übermorgen auf den ersten Block meines >>>> Marburger Lehrauftrags vorbereiten. In aller Herrgöttinsfrühe werd ich in den Zug steigen.

[Franz Schreker, Flammen]

*

III, 202 - neglegentia

Fortschreitende Verwahrlosung. Heute ging die Gasflasche zuende, ohne daß ich Zeit gehabt hätte, mir eine neue zu besorgen. Also Ofen an und in der Küche sitzen. Oder die Heizung auf volle Pulle bei entsprechenden Kosten. Ohne deshalb wirklich warm zu werden. Lebensmittel. Zwei Eier und eine Kartoffel. Die Eier noch kurz aus dem Bioladen gegenüber. Anschreiben lassen. Hier oben gibt’s keinen Geldautomaten. Den letzten Zehner beim Tabaccaio gelassen. Eine M., die ich gut kenne, erzählte dort in einer Tour von ihrer öffentlichen Angestelltheit, von Vorgesetzten und Verordnungen und “wes das Herz voll ist, des geht die Zunge über”. Verstanden habe ich überhaupt nichts von all diesen bürokratischen Machenschaften, die sich zumindest so anhörten, als wären es solche. Konnte auch nicht einfach so weggehen. Bekam dauernd Wortsalat aufgetischt. Keine Wegwitschpause. Bis endlich eine neue Kundin den Laden betrat. Und ich mit meiner Tasche, die ein Kilo Brot, 6 Eier und 4 Birnen enthielt, mich davonstahl.
Waschmaschine. Auch nicht. Fand in dem kurzen Moment, in dem ich daran dachte, nicht das, was ich vorrangig waschen wollte. Gegen viertel vor sieben, als die Eier und die Kartoffeln schon vor sich hin kochten, wurde es plötzlich stockdunkel. Auch draußen auf dem Platz Blackout. Aber ich hatte ja die Kerze schon neulich präpariert. Nimm Damol, und du fühlst dich wohl. Dauerte aber nur 10 Minuten. Kurz vorher hatte es noch geklopft: DHL. Im dunklen Hof stand der Bote da. Der allerdings, der Hof, ist dunkel, weil dort fast nichts mehr funktioniert. Er hatte ein Päckchen, versuchte meinen Namen zu buchstabieren, wobei ich ihm half. Hob dann meinen Zeigefinger, um zu sagen: Icke. Er verstand es aber so, daß der Empfänger treppaufwärts wohne. Und wollte schon wieder ins Dunkle verschwinden.
Erste G-Lieferung in diesem Monat. Gibbon. Es werden folgen Gurk und Gadda.
Und seit über einer Woche immer dieselben Klamotten auf dem Leib.
Das Auto mit seiner 100-km-Reichweite immer noch dort, wo ich es am letzten Donnerstagmorgen abgestellt.
E te credo!, würde vielleicht Trilussa sagen, con tutte ‘ste smancerie de lavoro! Zum Ausklang des Abends kam auch noch ein Zuckerstückchen aus der Schweiz. Aufzulutschen bis morgen um fünf.
Morgen in aller Früh’ dann Meditationen über biologisches italienisches natives Olivenöl extra...im Dativ sieht’s besonders schlimm aus.
Bleibt nur eins: sich betten in die Kursivschrift der Nacht und ihr Ende schon vorprogrammieren mit dem Stellen des Weckers: < / i >.

das licht geht
auch nicht aus
im dunkeln

es fehlte ihm
allerdings nichts

Minotaurus

Grausam aus Güte
Schutzwall gegen die Ratio,
Opfert man ihm Vernünftige.

Aus den Trümmern der Zeit
Baut er zum Dank das Labyrinth,
die Häuser der Ewigkeit.

Liebe Freundin,

wenn ich Ihnen derzeit so wenig erzähle, liegt es daran, daß ich an dem Roman schreibe und sehr gut in ihn hineingefunden habe, der aber ja nicht meiner ist, sondern der einer Autorin, die ich zugleich ebenfalls erfinde. Sie dürfen das gerne, und man muß es das vielleicht auch, als tatsächliche Realisierung meines poetischen Ansatzes verstehen; sozusagen 'make I now my living' mithilfe einer Erfindung, und ich 'make' es, finde ich, ziemlich gut. Meine Tage, auch wenn >>>> hier die Abende kühl und die Nächte kalt werden und sich der Morgen immer erst langsam erwärmt, - also meine Tage sind voller Sonnenlicht und von einer Wärme, die Nordeuropäer bereits für Hitze halten würden.
Morgen allerdings werde ich wieder von Bord gehen und in den Flieger steigen müssen. Es wird ein nur kurzer Flug sein, der Regionale nach Orte braucht mehr als die doppelte Zeit. Doch abends dann mit dem Freund das erste Glas umbrischen Weines, indessen ich während Flug und Fahrt weitergetippt haben werde – eine heikle, pricklige Szene jetzt, von der ich selbstverständlich auch nichts erzählen darf.
Deshalb, um keine Fehler zu begehen, bin ich hier so still.

Nur in Badehose,
Ihr Unhold
[Klymene, Achterdeck, 11.30 Uhr]


P.S.: Abends ist es auf Deck empfindlich kalt, unterdecks aber warm. Tagsüber ist es umgekehrt; auf Toilette zu gehen, bedeutet zu frösteln, während es draußen ohne Sonnenöl nicht geht.
Und der der Mistral hat sich besänftigt.
P.P.S.: Was, um Herrgöttinswillen was, liebe Freundin, will ich noch im Norden? Wohl einzig meine Sprache wahren.

III, 193 - Upupa

Stars a peepin’. Machte nur kurz die Tür auf, weil draußen Geräusche zu hören waren, war aber ein anderes Draußen, nicht meins hier. Kurzes Wiedererkennen. Augenzwinkern. Tür zu.
Sternbilder, wenn man sie sofort wiedererkennt, sind wie die Straßen im Kopf. Während man das eine SIEHT, entsteht mental schon das andere. Etwa so mochte es mir gegangen sein, als ich am Vormittag zur Post und zum Markt hinuntergehen mußte. Im Kopf ging ich schon die Panoramastraße hinab. Überraschte mich dann aber auf der anderen Straße, die durch den Häuserschlauch hinabführt.
Hübsch, die Bürgersteige in Amelia! habe jemand der Freundin in Rom gesagt. Gibt es natürlich nicht, nur Nischen und Winkel, in die man sich stellen kann, wenn ein Auto vorbeikommt. Werd’ mich wohl selbst ein bißchen umtun, damit ihr Herzug möglich wird. Was sie von mir weiß, wissen nur wenige. Und von den Bekannten hier eh’ keiner. Die in ihrem ‘How do you do?’ wohnen und mich dadurch einladen, über ihre Schwelle zu stolpern und danach zögerlich ein “Gut!” hervorzubringen, während sie nicht davon ablassen, mich dabei anzusehen. Und womöglich böse nachfragen, wenn sie mein Zögern bemerkt.
Will dich im Traum nicht stören,
Wär schad’ um deine Ruh’.

Andererseits bin ich entwaffnet, wenn auf meine Gegenfrage die Antwort kommt: C’ho l’asma. Sie also leide an Asthma (gleicher Jahrgang, gehört indes in die Kategorie, die nicht mit mir, sondern mit der Merkel eingeschult worden wäre (irgendwie muß man sich ja unterscheiden mit seiner ‘febrewery’-Gebiertichkeit)). Wie auf der Post geschehen. Obwohl nun wirklich nichts davon zu merken war.
Bei der Mondin-Mutter, die im Chiostro wieder Minibrote anbot, fiel als Gegenfrage glücklicherweise ein zu fragen, ob denn die Mondin schon angefangen habe zu sprechen. Oh ja, sie frage schon auf französisch nach dem Papa: “où papa?”. Dem ich Grüße bestellen ließ, um dann am Nebentisch Auberginen zu kaufen. ‘Upupa’, mußt’ ich später denken, Montales Leibvogel: >>>>non muore più il Febbraio.
Und es gab frisch gepreßtes Olivenöl! Hellgrün noch und leichter Grasgeschmack.

halmes des halmes des windes des tags
gras’ es und gras’ es und grase es ab
gras ist wo gras ist wo grab ist wo grab
grab’ nicht wo grab nicht wo halme im wind
winde die halme die finger dir um
geh’ nicht wo harm ist der plumpsack geht um
halme wie halma wie hamel to let
give me a duty to be let it be
humble a tune is when it tunes : me
es scheunen die tore to come to myself
heu ist was ist wo gras auch mal war
und lieget in scheunen frischen grüns bar

Sardegnaquattro: Schreibplätze 4 und 5. Als Arbeitsjournale des 28. und 29. Oktobers 2016.


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Arbplatz morgens 291016

III, 192 - Alles andere als Roßbreiten

Die Heimat hat mich wieder: der Pommesbudengeruch. Mag sein, ich assoziiere das jetzt mit dem täglichen Frittieren von tiefgekühlten Fertigworten. Weil es allemal so hübsch in die Finger flutscht, wenn man noch relativ unkritisch überhaupt erst mal den Text vor sich haben will. Erst dann fängt die Sucherei an. Mag er, der Geruch, immerhin bleiben, denn draußen weht ein widriges Weh’n. Das soll mir nicht ins Haus. Es kommt eh’ schon aus dem E-Mail-Postkasten in Form von Deadlines mit angehängten Dateien.
>>>>Europäisches Sklavenleben, um diesen Hinweis führt nie ein Weg vorbei.
Dreimal nur sah mich das Draußen. Einmal, weil die Gasflasche leer war. Da stand sogar die Tür offen. Es pfiff in den Hof hinauf. Ich schaute. Da machte einer, den ich als Immobilienfritzen der Agentur wiedererkannte, die mir damals die Wohnung in Fornole vermittelt hatte, als es durchaus darum ging, flügge zu werden, Fotos von der Wohnung im Hof, die zum Verkauf steht. Dann eine andere Stimme, als ich wieder drinnen war, aber bei noch offener Tür: “Là abita un tedesco.” Als Antwort kam: “Sì, lo conosco, il signor Lampe.” Neuliches Schauen auf den Hof: der herr besitzer (mit Minuskeln). Klar. Tat, als ob er mich nicht sähe. Den ich immer im Verdacht habe, wenn etwas hier verquer läuft. Etwa vor ein paar Tagen, als ich Werbeprospekte und seit Monaten unabgeholte Briefe an mir unbekannte Adressaten, die hier scheinbar mal wohnten, im Müllbehälter fand, der für den Restmüll vorgesehen ist. Heute Nachmittag war indes der Biomüllbehälter verschwunden, den ich gestern abend rausgestellt hatte. Das war das zweite Draußen, das Schauen nach ihm. Spurlos verschwunden.
Düstere Verschwörungstheorien danach. Der finstere Kerl ist mir nicht geheuer. Vielleicht sollte ich der Freundin gerade die Wohnung dort nahelegen. Aber kaufen wollte sie eigentlich nicht. Dann wäre ich den Kerl nämlich endgültig los und wüßte, wer da wohnt. Gleichgesinnte unter sich.
Das dritte Draußen der übliche Tabaccaio.
Ein viertes wird es nicht geben. Zombie-Filme interessieren mich nun wirklich nicht (meine also den Cine-Club).

geschirrt
vorn alltag
metallglast
der allgast
abendhast
und hast
den mond
noch stille

doch

der deine
roßbreiten

(und deine
glieder auch)
Aus diesem >>>>... es kommt vor, daß man sich am Ende nicht mehr wirklich und schon gar nicht in Echt versteht, am allerwenigsten, wenn man sich selbst zu übersetzen versucht, ohne sich wiederzusehen seitdem. Wäre für meine Ausgabe letzter Hand auf jeden Fall zu überarbeiten. Wieso eigentlich “roßbreiten”?
Gecheckt: Windstille.

III,191 <<<<
 



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