Alban Nikolai Herbst / Alexander v. Ribbentrop

e   Marlboro. Prosastücke, Postskriptum Hannover 1981   Die Verwirrung des Gemüts. Roman, List München 1983    Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger. Lamento/Roman, Herodot Göttingen 1986; Ausgabe Zweiter Hand: Dielmann 2000   Die Orgelpfeifen von Flandern, Novelle, Dielmann Frankfurtmain 1993, dtv München 2001   Wolpertinger oder Das Blau. Roman, Dielmann Frankfurtmain 1993, dtv München 2000   Eine Sizilische Reise, Fantastischer Bericht, Diemann Frankfurtmain 1995, dtv München 1997   Der Arndt-Komplex. Novellen, Rowohlt Reinbek b. Hamburg 1997   Thetis. Anderswelt. Fantastischer Roman, Rowohlt Reinbek b. Hamburg 1998 (Erster Band der Anderswelt-Trilogie)   In New York. Manhattan Roman, Schöffling Frankfurtmain 2000   Buenos Aires. Anderswelt. Kybernetischer Roman, Berlin Verlag Berlin 2001 (Zweiter Band der Anderswelt-Trilogie)   Inzest oder Die Entstehung der Welt. Der Anfang eines Romanes in Briefen, zus. mit Barbara Bongartz, Schreibheft Essen 2002   Meere. Roman, Marebuch Hamburg 2003 (Bis Okt. 2017 verboten)   Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen. Poetische Features, Elfenbein Berlin 2004   Die Niedertracht der Musik. Dreizehn Erzählungen, tisch7 Köln 2005   Dem Nahsten Orient/Très Proche Orient. Liebesgedichte, deutsch und französisch, Dielmann Frankfurtmain 2007    Meere. Roman, Letzte Fassung. Gesamtabdruck bei Volltext, Wien 2007.

Meere. Roman, „Persische Fassung“, Dielmann Frankfurtmain 2007    Aeolia.Gesang. Gedichtzyklus, mit den Stromboli-Bildern von Harald R. Gratz. Limitierte Auflage ohne ISBN, Galerie Jesse Bielefeld 2008   Kybernetischer Realismus. Heidelberger Vorlesungen, Manutius Heidelberg 2008   Der Engel Ordnungen. Gedichte. Dielmann Frankfurtmain 2009   Selzers Singen. Phantastische Geschichten, Kulturmaschinen Berlin 2010   Azreds Buch. Geschichten und Fiktionen, Kulturmaschinen Berlin 2010   Das bleibende Thier. Bamberger Elegien, Elfenbein Verlag Berlin 2011   Die Fenster von Sainte Chapelle. Reiseerzählung, Kulturmaschinen Berlin 2011   Kleine Theorie des Literarischen Bloggens. ETKBooks Bern 2011   Schöne Literatur muß grausam sein. Aufsätze und Reden I, Kulturmaschinen Berlin 2012   Isabella Maria Vergana. Erzählung. Verlag Die Dschungel in der Kindle-Edition Berlin 2013   Der Gräfenberg-Club. Sonderausgabe. Literaturquickie Hamburg 2013   Argo.Anderswelt. Epischer Roman, Elfenbein Berlin 2013 (Dritter Band der Anderswelt-Trilogie)   James Joyce: Giacomo Joyce. Mit den Übertragungen von Helmut Schulze und Alban Nikolai Herbst, etkBooks Bern 2013    Alban Nikolai Herbst: Traumschiff. Roman. mare 2015.   Meere. Roman, Marebuch Hamburg 2003 (Seit Okt. 2017 wieder frei)
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Meere.


Meere mare Frühjahr 2018.png

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So streifen junge Kater


[Geschrieben für >>>> Faustkultur.
Dort erschienen am 6.11.2017]


Peirani Parisien Schaefer Wollny

Balladen erzählen in knapper und konzentrierter Form
eine Geschichte, die szenisch dargeboten wird: Häufig
treten in einer Ballade mehrere Sprecher auf; Teile der
Handlung werden dialogisch in wörtlicher Rede wieder-
gegeben.
(…) die Ballade nimmt dabei opernhafte Effekte wie Re-
zitative oder Märsche auf; die Klavierbegleitung ist ton-
malerisch und verwendet teilweise Leitmotive.
Wikipedia


Eine nahezu unfeine Freizügigkeit ist im Umgang mit Superlativen nötig geworden, wenn man heute noch gehört werden möchte. Lässt man sie unter der Zunge liegen, wie Stil und Stolz es gebieten, hört einen gar niemand mehr: So wär zwar der eigenen Haltung Genüge getan („zu wissen, dass es Platin ist” [>>>> Vacheron Genève]), kaum aber den Musikern, denen man viele Stunden des Wieder- und aber- und abermals-Hörens verdankt. Nicht eine, so oft ich diesen, ja, Balladen jetzt lauschte, hat jemals an Spannung nachgegeben – nicht an ihr, geschweige denn an Virtuosität. Auf die es aber weniger als auf den Ausdruck ankommt – der musikalischen Erzählung, zu der die Form des alten Tanzlieds über die Jahrhunderte geworden ist.
Und also sage ich es, schreibe es nieder:

Dieses ist für mich die schönste und ergreifendste Jazz-CD, die 2017 herausgekommen ist.

Sie wird mir Lebensbegleiterin bleiben. Und Balladen sind diese fünf Stücke fürwahr: Out of Land heißen sie zusammen, „Außer Landes” also oder „In der Ferne”, was nun aber nicht Heimweh bedeutet, sondern einen sich bisweilen klangekstatisch aufschwingenden Rausch, von dem mir erst, wenn er plötzlich wegbricht, die Traurigkeit des Verlassenseins bleibt – zu bleiben scheint, denn schon im nächsten Stück hebt sie sich auf und beginnt das Abenteuer, sich aufeinander einzulassen, von neuem und anders. Das eben ist der Charakter von gemeinsamen Improvisationen: „Wir haben uns an vieles, was wir in den Proben besprochen hatten, nicht gehalten – bewusst!” ruft im Booklet Andreas Schaefer aus, der Stimm- und Sangeskünstler, und zwar „weil die Musik im Moment einfach etwas anderes gewollt hat.”
So tragen diese Musiker die Höhen ihrer Live-Auftritte selbst noch ins nachbereitende Studio hinein: der grad genannte Schaefer, der Saxophonist Emile Parisien, am Klavier Michael Wollny und der Akkordeonträumer Vincent Peirani.
Das Akkordeon ist ohnedies ein unterschätztes, bisweilen sogar missachtetes Instrument – „Quetschkommode”, so dachte auch ich einst -, – bis ich in Aachen, es ist Jahrzehnte her, >>>> Jean Pacalet erlebte. Ich selbst war auf das Festival zu einer Lesung eingeladen. Pacalet trat nach mir auf – absoluter Höhepunkt der Veranstaltungsreihe. Unterdessen ist er, leider viel zu früh, gestorben.
So nimmt nun ein Nächster das Feuer. Wie es halt „geht” in den Künsten.
Tatsächlich ist es Peirani, der die Stücke legiert, mal wie ein subversiver Basso continuo als Humus der Musik, mal aber auch solistisch sich ins Licht hebend, was das Balladeske dieser Musiken noch erheblich betont. Wären die Stücke ein wenig länger, ließen sie sich sogar Rhapsodien nennen. Auf solche ist für kommende CDs sehr zu hoffen. Leute, n e h m t   euch einfach die Zeit!
Wie rhapsodisch sie sein kann, diese Musik, war unmittelbar zu fühlen, als ich das Quartett zum ersten Mal live hörte – Anfang April dieses Jahres beim >>>> Festkonzert zum 25jährigen Jubiläum des Labels ACT, das Out of Land produziert hat. Als etwas ganz Neues wurden die Viere angekündigt. Für experimentelle Musik, die zugleich unterhaltsam ist, nahezu immer bleibt, ist ACT auch bekannt. Dabei geht das Niveau so gut wie niemals verloren, oder höchst selten.
Diese Viere aber waren, und sind, eine Art Erleuchtungserleben. Wie nämlich sie Musik erzählen, hebt sie aus allem Jazz heraus, ja es spielt keine Rolle mehr, zu welcher Gattung sie gehört. (Auch Ragas werden improvisiert – des großen Imrat Khans zu gedenken). Unsere Assoziationsräume funkeln.
Schaerer, so schrieb ich am folgenden Tag in Der Dschungel, ist nicht nur ein Sänger vom Schlage >>>> Bobby McFerrins, er ist mindestens ebenso Mundschlagzeuger. Seine virtuosen Fähigkeiten gehen weit, sehr weit über die pure Imitation hinaus; sie wissen ihre Mittel ineinander zu verschleifen oder eines aus dem anderen herauszuholen, nicht selten parallel zu den Mitspielern geführt. Wie die Viere aber dann unvermittelt die Register wechseln, ja ganze Welten des Klangs ineinander verschachteln, sich Zeit, plötzlich ganz viel Zeit lassen – die auf einer CD aber leider begrenzt ist – , ist ungemein beeindruckend. Ich bekam vor Aufregung feuchte Handflächen und bekomm sie immer wieder. Doch schon spielt das Akkordeon an irgendeiner verlassenen Pariser Ecke alleine vor sich hin. Was vorher war, war Traum? So schubbert manches Mal ein Wind ein raschelnd' Etwas vor sich her.
Out of Land ist, in fünf Kapiteln, ein mal mit harten Schnitten, dann wieder elegischen Übergängen fantasierter akustischer Spielfilm. Wie wir im Live-Konzert unversehens in einer nachtkahl-nassen Chicagoer Straße standen, wo aus irgendeiner Jazzkneipe, fast ist es schon morgens, der Klang durchs Kellerfenster hochdringt, so hören wir auf der Platte – nichts andres aber ist's als unsere eigene Imagination – in einem sich seltsam dehnenden Moment den expressiven >>>> Piazolla, freilich diskret, mitsummen, bevor Peirani sein Saxophon geradezu hysterisch aufdreht. Erst Wollny läßt es sich wieder fassen. Ein Lullaby und Mantra zugleich, so perlt sich die helle Intelligenz seines Klavierspiels in die entbundenen Leidenschaften. Oder Peirani und Schaerer steigen simultan – also parallelgeführt – in die Höhe; da übernimmt Wollny auf komplett weggedämpften Saiten den dumpfen Drive eines Schlagwerks. Dann wieder wird Schaerers Mundraum zur Weltmusik-Percussion: Zunge und Gaumen als Klangholz auf Klangholz.
All diese Stücke sind verspielt zugleich und streng, groß ausholend, aufmotzend und dennoch bescheiden, hin und wieder sogar schüchtern und wenig später herrlich – (weil nie klebrig) – kitschig, dann süß verträumt vor Melancholie. Alles ist, dies vor allem, Geste und ist voll Abbrüchen auch, und voller Anspielungen, neuer Erfindung. Es wird geschmettert und gerufen, geschmachtet und liebkost, wird geraunt und gegurrt und umschmeichelt. Junge Kater umstreifen alte Häuser so, auf deren einem Fensterbrett die Kätzin in einen Mond schaut, der blaß sein Licht über ein in der Tonne loderndes Feuer streut.
Und wir, – wir hören die stiebenden Funkentöne: wie sie zu Mond streben selbst und Mond ganz selber werden. Bevor er selbst zu Tag wird – auch das dank dieser Musik.

Out of Land
Andreas Schaerer, Michael Wollny,
Vincent Peirani, Emile Parisien,
ACT 9832-2
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III, 343 - Ka

Um diese Zeit gibt es normalerweise keinen Insektenverkehr mehr, also etwa Brummfliegen, Bienen, Wespen, die sich an Fensterscheiben fast schon zerschmettern, hinter denen Sonnenlicht lockt, um sich in es als Freie zu begeben. Es geschah jetzt aber vor wenigen Minuten, daß etwas Käferbeiniges auf der Seite mit der peruanischen Hochzeit (sie 42, er 39, beide geschieden) sich krabbelnd zeigte. Zweimal überlebte es meinen Finger, nach dem dritten Mal blieb es neben dem Wort “decalcomania” liegen. Abziehbild. Obwohl wahrscheinlich Kopien gemeint sind. Mein steinernes Herz.
Wie es ja auch die Herzskarabäen sind, nämlich aus Stein bzw. bestenfalls aus grünem Jaspis. Und so liegt er nun, allerdings ziemlich ungrün, da bis wahrscheinlich morgen früh, denn ich bin umgezogen into the livingroom. Wenn ich den Rest der peruanischen Hochzeit amtlich ins Reine bringen muß.
Weg von dem Toten, das mich an meinen Tötefinger gemahnen könnte. O, ich begrub auch mal feierlich Marienkäfer als Kind, die durch mich ein solches Begräbnis erforderlich machten. Denn:
En général, on réserve le nom de scarabées de coeur aux gros scarabées porteurs du chapitre XXX B ou XXX (gemeint ist das ägyptische Totenbuch), adjurant le coeur de ne pas se montrer hostile envers le défunt lors de la psychostasie, et qui étaient placés plus ou moins dans la région cardiaque de la momie. Michel Malaise, Les scarabées de coeur dans l’Egypte ancienne (Bruxelles 1978).
Sterben sei schließlich nicht verboten, schrieb ich neulich, bevor mir die hawaiianische Hauptinsel auf dem Unterarm (ich schrieb neulich über diese dort sich insular gebärdenden Flecken) unversehens durch das zufällige Berühren einer Kruste eine Blutlava bescherte, “das Ziel schon ins Auge fassend, das Allem was Leben athmet gesteckt ist” (Kleist, Zweikampf). Nichts hatte darauf hingedeutet, denn aus der Wäsche gucken sonst nur Hände, Kopf und Füße (je nun gelegentlich auch die Beine und auch sonst die restliche Landkarte, aber vieles Reisen macht mich eigentlich überdrüssig).
Ich klebte drei Pflaster darauf, wand einen Seidenschal darum, den Ihre Hand mir mal beschert, aber so altherrlich aussieht, daß ich ihn fast nie meinem Hals anvertraut. Seitdem schläft er wie der Vesuv, den ungern ich weckte.
Denn Reisefaule unterliegen leicht den Vulkanen, die über ihnen sich erheben wie Finger, die einem Käferlein “durch einen voreiligen Sterb” (Jean Paul, Nachlese - Saturnalien) den Garaus machen. Es erfuhren so etwas die Pompejaner.
Auch fast so, wie das Heben und Senken der Finger auf der Tastatur, um in der Übersetzung den Originaltext mählich sterben zu lassen. Im Grunde versuchen wir immer, etwas totzuschlagen, und sei’s die Zeit. Somit wären auch für die Zeit Herzskarabäen vonnöten, um ihr zu zeigen, man sei ihr, der toten Zeit, nicht böse.
Was aber auch hieße, man könne durchaus der lebenden Zeit und überhaupt den Lebenden böse sein. Tatsächlich glaube ich, gestern lächelnd böse gewesen zu sein. Sogar zweimal. Weil ich etwas abwegig auf Einladungen reagierte, die eine für eine Ausstellung von Grottesken-Fotografien, die mir der dann wohl Vortragende machte und bei der ich dann auch nicht gewesen bin, die andere für ein immerhin noch ‘eventuelles’ Abendessen, dem Lust keine Blüte treiben wollte. In dem einen Fall sagte ich “vielleicht” und meinte “eher nein”, in dem anderen, sie möge mir eine Einladung per Einschreiben schicken und dito dasselbe.

o cör de ma meer, o cör de ma meer, o herzmusculus meiner wandlungen, zeuge nicht gegen mich, widersetz dich meiner nicht vor dem gericht, zeig nicht feindschaft wider mich vor dem wächter der waage, denn du bist mein ka ...


Hab im Dünenschutt der Stunden. Kleine Poetiken (2): Uwe Dick.


Hab im Dünenschutt der Stunden
Einen Vogelleib gefunden,
und das Köpfchen, augenleer,
abgetrennt, lag nebenher.
Schau mich, Mädchen, nicht so an,
weil ich’s nicht ertragen kann.
Manchmal kommen einem Gedichte von einer restlos unheimlichen, weil höchst grausamen Naivität unter: Auch der Charakter manches Volksliedes trägt sie, vieles Märchenhafte Des-Knaben-Wunderhorn oder deren Mischung wie in Des Knaben Wunderhorn... einfachkecke Reime oft, die gleichermaßen schnippisch wie arglos selbst auf die Monstrosität von Augenleere reimen, ja im launigen Tanzschritt, der auf den Fußspitzen mindestens trippelt, und immer geht es mit einer so überraschenden, wie einfachen Findung einher oder mit einem Begebnis: Ich habe einen Vogelleib gefunden, ein totes Körperchen, das lag vor meinem Fuß. Und als ich mich bückte, war es nur ein Torso, der filigrane Kopf war abgeschnitten und hatte keine Augen.
Es ist diese unbedingte materielle Gegenwart des Todes, was die Eingangsformulierung „Dünenschutt der Stunden“ nicht als den abstrakten Lyrismus erleben läßt, der er eigentlich wäre, sondern sie zu der lebendigen Metapher einer leisen, phlegmatischen Einsamkeit macht. Stundenlang bist du durch die Dünen gestrichen: verwehte Hügel, auf denen allenfalls etwas Ginstriges wächst und trocknes Gras wie Stroh. Die Dünen wandern den Stunden nach, als wären sie, diese wie jene, Schutt.
Eines Tages werden sie‛s sein.
War ich zu zweit? War ich allein?
Ich weiß es nicht mehr, weiß nicht mehr, wem ich’s gesagt hab, dies „Schau mich, Mädchen, nicht so an“. Wahrscheinlich sind wir miteinander geschritten und wußten nicht, was und o b es denn würde. Ein jedes in seinen Gedanken, die zueinander wollten, es nicht konnten, vielleicht es nicht durften. Erst der kleine tote Vogel hat unsere Finger ineinander verschränkt.
Stumm standen wir da und sahn auf diesen Leib hinab, für den der Tod Katastrophe gewesen, erbarmungslos, verstümmelnd, aber für uns gemildert in menschliches Maß: Weil er so klein war, ließ sich ihm begegnen. Selbstverständlich ein Trug. Doch jetzt, jetzt konnt’ ich dich ansehen, zumal... plötzlich... dein Blick!
Die Maden sah ich, eine zehntelsekundenschnelle Vision, den spitzen starken Schnabel, der in die Augäpfel hackte: einmal zweimal – und wieder. Erst des Gedichtes Messer schnitt den Halsansatz vom Vogelrumpf.
Blatt und Heft finden sich in einem Zyklus, der bescheiden „Ansichtskarten aus Wales“ heißt und von einem auf das absichtsvollste vergessenen Dichter stammt, der allerdings noch lebt... und wie! Mit seinen Geschichten, Gedichten und Pamphleten reist er unermüdlich herum, um all jenen die Leviten zu lesen, die ihn ebenso unermüdlich aus den Literaturbetrieblichkeiten löschen. Kaum ist noch der Name >>>> Uwe Dicks bekannt... aber stöbern Sie ein wenig in den Antiquariaten. Wenn Ihnen die „Sauwaldprosa“ unterkommt oder das „Echo des Fundamentschritts“, dann... - ja dann, Freundinnen, Freunde, zögern Sie nicht... Amazon, seh ich grad, ist er >>>> noch einen Cent wert.
Ach Mädchen, was war’s, das ich in deinen Augen sah?!
Und was sahst du in den meinen?
Hab im Dünenschutt der Stunden
Einen Vogelleib gefunden,
und das Köpfchen, augenleer,
abgetrennt, lag nebenher.
Schau mich, Mädchen, nicht so an,
weil ich’s nicht ertragen kann.

Dick Echo des Fundamentschritts

Uwe Dick
Das Echo des Fundamentschritts
Dichtungen 1968 – 1980
Wilhelm Heyne Verlag, München 1981
Kleine Poetiken 1 <<<<

Euch täuschten Rosen nicht. Kleine Poetiken (1): Luis de Góngora.


Der Mund, der süß zu schlürfen muß verführen
den Saft, der köstlich zwischen Perlen quillt,
den Neid um Jupiters Getränk gar stillt,
mag’s ihm, von Ganymed kredenzt, gebühren,

an den, wollt liebend leben, dürft nicht rühren;
in Lippen, die Versuchung farbig schwillt,
sitzt Amor, der mit Gift die Waffe füllt:
in Blüten ist die Schlange nicht zu spüren.

Euch täuschten Rosen nicht, sagt ihr, euch schien,
daß Blütenstaub und Duft sind nur Genuß,
Aurorens Purpurschoß entsprängen sie in Reine;

nicht Rosen, Äpfel sind`s des Tantalus,
den, der erst angelockt sich sah, sie fliehn –
und von der Liebe bleibt das Gift alleine.

„Nur das Schwierige ist anregend“, schreibt der Kubanische Dichter Lezama Lima in seiner so klassisch gewordenen wie für die deutsche Literatur unmaßgeblich gebliebenen Essay-Sammlung >>>> „Die amerikanische Ausdruckswelt“: Nur das Schwierige sei anregend, denn allein der uns herausfordernde Widerstand könne unser Erkenntnisvermögen „geschmeidig krümmen und in Gang halten“. Und bezieht sich in seiner seinerseits vorgeblich dunklen Metaphorik auf den vorgeblich dunkelsten aller spanischen Poeten, den Barockdichter Luis de Góngora, dessen nach ihm in „Gongorismus“ benannten manieristischen Stil noch der gegenwärtige Brockhaus verunglimpfend „gewollt schwierig“ nennt... germanistoid, läßt sich das nennen, und lebensfeindlich sowieso innerhalb einer akademischen Doktrin, die jedes Adjektiv der Überflüssigkeit verdächtigt und wie ein böser calvinistischer Priester – wie ein Studienrat halt - das Leben so ausgedünnt wie möglich haben will: Texte ohne Gerüche, Gedichte, in denen es keinen Saft gibt und schon gar nichts monatlich blutet. Dabei schrieb doch Proust – er allerdings, vielleicht seiner weichlichen Filigranität wegen, auch von deutschen Rezensentlern geschätzt -, es vermöge nur die Metapher, dem Stil eine Art Ewigkeit zu geben.
Luis de Góngora ist ein Wahnsinniger der Metapher gewesen, - und da er zugleich jede Form erläuternder Erklärungen auf das stolzeste abwies, galt er auch im eigenen Land über zweihundert Jahre lang als unlesbar, geschmacklos, widersinnig. Es ist ohnedies immer verdächtig, wenn ein Dichter weiß, was er tut. Es war die Moderne, die ihn wiederentdeckte, und kein geringerer als Federico Garcia Lorca ist dann glühender... ich kann es zeitgenössischer nicht sagen: Fan geworden. Lezama Lima wiederum, dessen Roman Paradiso zu den literarischen Wundern des 20. Jahrhunderts zählt, folgte ihm in der Metaphernwut sogar noch nach. Die deutsche Germanistik (welch eine Wortverbindung!) hat davon freilich kaum etwas mitbekommen; sie favorisiert halt noch immer ihr Ghetto, und von draußen darf niemand da rein. Okay, paar Dichter aus den USA, aber auch das nur wegen Bündnistreue und weil sie sich so freundlich Robert Luis Stevensons Verdikt unterstellen, der gute Dichter meide Adjektive. Zu einem Satz indes wie dem folgenden ist der Engländer, so sehr ich ihn schätze, niemals vorgestoßen: „In Blüten ist die Schlange nicht zu spüren“. Er hätte auch nicht die Kraft besessen, eine Grotte das „melancholische Gähnen der Erde“ zu nennen, geschweige daß ihm, um einen unter der mediterranen Sonne verdunstenden Morgentau zu beschreiben, die Gnade der folgenden Formulierung zuteil geworden wäre: „Und kaum daß ihre Zunge drüberzuckte.../beginnt’s zu trocknen...“ So etwas bringt einem erst das Wagnis ein und die begeisterte Perversion, in der bewunderten Schönheit, die dir gegenübersitzt, bereits das helle höhnische Lachen zu ahnen, mit dem diese Frau dich verlassen wird – und dennoch ihre Schönheit zu preisen, das Leben zu preisen, „den Saft, der köstlich zwischen Perlen quillt“ – eine glückhafte, geradezu obsessive Lust an Speichel, dem der Dichter seinen Mund wie einen Kelch öffnet, in den interessanterweise Ganymed einschenkt – unversehens wird die homosexuelle Konnotation deutlich – und m e h r: Ganymeds „Saft“ reicht an die Lust nicht heran, die einem der Speichel dieser jungen Dame gewährt – so groß ist die sinnliche Gewalt solcher Schönheit, daß selbst der Schwule konvertiert – „mag’s ihm,“ – Jupiters Getränk – „von Ganymed kredenzt, gebühren“: Möge es also bei Jupiter bleiben, beziehungsweise wo der Pfeffer wächst!
Wobei selbstverständlich der „Kelch“ auf einen anderen deutet, auf ein anderes Gefäß, das wie der Gral ist, ein Motiv, das dasjenige der „Rose“ dann aufnimmt und im „Purpurschoß“ verstärkt, zumal in der Farbe der Morgenröte, fleischfarben also: Keine Frage mehr, daß es sich hier um ein pornographisches Gedicht im Gewande der Mythologie handelt. Post coitem omne animal triste, eine ästhetisch hochgradig perfekte Erinnerung aus der Perspektive der Vorausschau. Sämtliche Männer- und Schwulenängste verstecken sich drin: Daß Amor in der Möse sitzt und mit Gift die Waffe fülle, nimmt die vagina dentata – ich meine den Begriff, nicht die Furcht – um drei Jahrhunderte vorweg, und die lebensfeindliche Männerfantasie von Jungfräulichkeit – „Aurorens Purpurschoß entsprängen sie in Reine“ - koppelt die symbolische Rose an den symbolischen Apfel – der übrigens ein Granatapfel war und anders als u n s e r e Herbstfrucht wirklich bluten kann; schneiden Sie ihn einfach einmal auf... - All dies hast du gewußt, all dies hast du an dich gezogen, all dies hast du beiseitegewischt und hast vom Speichel der Schönen getrunken. Sie hat dich gelockt, sie hat dich genommen. Nun steht sie auf und lacht und geht. Zu lieben bedeutet, die Liebe zu verlieren, geliebt zu haben nämlich: „y sólo de el Amor queda el veneno“. Das höchst ambivalente spanische Wort- und Bedeutungsspiel, aufgespannt zwischen Amor als der Liebe und Amor als dem Gott, wurde leider ins Deutsche nicht mitübersetzt, - ich weiß auch gar nicht, ob es geht.
Der Mund, der süß zu schlürfen muß verführen
den Saft, der köstlich zwischen Perlen quillt,
den Neid um Jupiters Getränk gar stillt,
mag’s ihm, von Ganymed kredenzt, gebühren,

an den, wollt liebend leben, dürft nicht rühren;
in Lippen, die Versuchung farbig schwillt,
sitzt Amor, der mit Gift die Waffe füllt:
in Blüten ist die Schlange nicht zu spüren.

Euch täuschten Rosen nicht, sagt ihr, euch schien,
daß Blütenstaub und Duft sind nur Genuß,
Aurorens Purpurschoß entsprängen sie in Reine;

nicht Rosen, Äpfel sind`s des Tantalus,
den, der erst angelockt sich sah, sie fliehn –
und von der Liebe bleibt das Gift alleine.

Gongora Sonette Henssel

Luis de Góngora, >>>> Sonette
Übersetzt von Sigrid Meurer
Karl H. Henssel Verlag, Berlin 1960

>>>> Kleine Poetiken 2

In das Land geschritten.

Ich habe mich entfernt, bin in das Land geschritten, worin die Krähen Himmel säen. Ben öffnete die Wolken, und ich fiel an seiner Hand. Sein Gesicht entzweit, lag ihm meines auf der Schulter.
Nicht weit von uns fingen die Krähen Nasen in ihren Schnäbeln, indessen mir die Ohren zweier vorsintflutlicher Tiere wuchsen, die niemals einen Namen hatten. Diesen Segeln hielt Ben die Leinen so gestrafft, daß wir scharfe Fahrt aufnahmen.
Dem Wind war zu trauen, Pilze sprossen aus den Samen der Krähen. Es ging unfaßbar plötzlich, immer wieder wichen wir ihnen aus, indem Ben rechts oder links an den Leitleinen zog, auf daß ich je nachdem den Kopf wenden mußte.
Wir surften über die Kämme, es kostete gar keine Kraft. Ich war das Medium seiner Sehnsucht und weich wie eine Schwalbe, bevor sie die Krähe verschlang. Das Blut, in einzelnen, wunderbar konturierten Tropfen, betupfte den Himmel bis zum Horizont, aus dem das Kleid der Schöpfung wurde, in dem wir beide hinabrauschten.
Aber ach Ben! Weshalb ließest Du mich landen? Weshalb denn meine Brüste an die Kufen deines kleinen Flugzeuges legen, da du zum Wasser rittst? Momentlang spürte ich Furcht. Doch mein Schoß, in dem dein Wille steckte, hob meinen Leib überm Kreuz an. Wir glitten leicht in die Dünung. So zerfiel ich unter dir. Schmal, Ben, schmal! Aber so weit auch und frei.
Wie ich mich dehnte, war ich das Wasser selbst, damit du in ihm schwammst. Dafür bin ich gemacht. Ich war deine Luft, war dir Essenz wie aller, die mich atmen. Ihr seid mir die Form, die mich schützt, wenn ich ins Innere tauche.
Gib mir noch einen Schluck. Bitte! Dann werd ich dir Mantel und Heim.
Nutz mich, doch gib mir, ich weiß von den Sternen. Mein Blut ist ein nährendes Netz. Denn ich bin die Flüsse der Erde. Ich bin das Meer, und sieh, wie es leckt, die Pfütze von diesem Tisch leckt. Aber halte die Leinen, damit ich nicht stürze. Da ich so tanz zuleib.
Und dann laß mich schlafen, Freund, ach schlafen: wie ich müde bin.

WIEDER LIEFERBAR. ANHs M e e r e. IN DER ORIGINALEN FASSUNG.



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Alban Nikolai Herbst
Meere
Roman


mare


263 Seiten.
Gebunden mit Schutzumschlag.
22 Euro.


Der Kampf, nein, K r i e g,

der >>>> hier in Der Dschungel >>>> ausgetragen wird, ist einer zwischen Menschen und Replikanten. Die wenigsten haben dies schon begriffen, und einige, die es begriffen, scheuen zurück. Wovor? Vor der Macht. Sie ballen wütend die Faust, doch wie Kästner allein in der Tasche. Kurz zwar zeigten sie sie, schon wurde es ihnen, persönlich, zu brenzlig.
Hitler war, für sich genommen, eine lächerliche Figur. Machtvoll machten ihn alle, die schwiegen.

>>>> Hier findet Politik statt, jenseits aller Parteien.

Ninsunna. Die Brüste der Béart, 18: Entwurf des Endes der No XX.

(...)

Es patroullieren kritzelnd Politessen.
Schwarze fegen grün gekleidet,
die Trassen, und| aus sprudelnden Kanälen
bordsteins an hügelabwärts fallenden Gassen
schaufeln sie den Schmutz der Rebellion
auf die Ergebung mobiler Ladeflächen
im Schrittempo rollender Vierrads-Apen,
derweil die künftiger Gilgameschs Mutter,
die mich für eine Blicksekunde
zum Starken König machte
(Lasse deine Arme wie das Sonnenlicht schwingen!
Den sieben Stürmen des Iškur, oh, gleiche!),
in dem Wohnblock verschwindet,
der in zwölf und mehr Etagen
die Menschenkohle preßt,
damit die Villen der Schönen Quartiers
in ihren Öfen zu brennen haben,
wenn's im November ungemütlich wird
und regnet Tag für Tag in eines und einer
jeglichen Seele, | bevor sie winters erstarrt -
wird aber schon jetzt, diese Göttin,
dick in des Rechtglaubens bindendem Dogma,
da Männer Mütter, weil heilig, nicht anrührn,
sei's, daß sie unrein die Menses,
sei es, daß rein sie das Kind macht,
das sie zu schützen hat und behütet,
und nur noch das Mehrt euch! gebietet
fernre, doch koschere Penetration
in also imam|katholisch gebotener Stellung,
die nur die Beschneidung ihr gleichgültig machte,
weil Wollust heiligen Müttern nicht anstünd
und war schon – oh schwacher Hadith! -
den Mädchen von Müttern coupiert,
denn Frauen genügten sonst Gatten als einzige nie;
da forderst, Béart, Du | nur noch mit feurigen Blicken,
auf deren Sinnenglut Dein Niqab | uns konzentriert
und verschweigt doch die Stumpfheit der Klinge
und daß Allah auch Wüsten|blüten vollendet gemacht:
Behüte er uns vor der Strafe des Feuers!
Blasphemische Schändung von Körpern bereits in der Seele
Nicht anders die unbefleckte Rede des Erbfeinds
ging schon von Aus|löschung einher: Jeder Kirche
Wahrheit ist Macht, und soll keine sein | neben m i r -
Wie sanft fließt, fast steht er, am Quai
de Valmy der Canal Saint Martin!
Dort spür ich mit Blick auf das Brückchen,
da ich mich setz für Croissant und Café,
Deiner, Ninsunnas, die in mich eintaucht, | Zunge:
Kein schöner Kind als von Rassen|schande.
D i e s ist sans filtre die Wahrheit der Kunst.

>>>> Die Brüste der Béart 17

Kinderbücher. Von Huxley.


„Lesen Sie es, lesen Sie es! Es ist natürlich ein Elementarbuch, eine Jugendschrift. Aber man soll nicht heranwachsen, ohne alle Kinderbücher gelesen zu haben. (...)“

Mark Rampion in Point Counter Point, 1928
(Kontrapunkt des Lebens, Herlitschka, 1963)
Huxley Kontrapunkt 1

Als Hutträger

fiel mir auf, daß Hüte im Sommer zu tragen, nichts anderes als ein Zeichen masochistischer, nämlich insofern leerer Eitelkeit ist, als sie ihre Träger quälen. Sie schwitzen darunter, ohne daß der Schweiß aufgefangen würde – und wenn er es wird, verunschönt er das Material: hinterläßt Flecken auf dem Hutband, die nach dem Trocknen aussehn wie von Salz, das sich zudem nur schwer oder gar nie mehr ausbürsten läßt. Der Schweiß, wenn noch naß, staut sich zwischen Haut und Hut, bildet dort schließlich kleine Kanäle, durch die bei lockerem Aufliegen Tropfen auf Gesicht, Nacken und Schultern fallen. Die Haut selbst tut sich zu atmen schwer, und es wird drinnen wärmer noch als draußen. Sitzt der Hut aber fest, staut sich die Nässe, und es wird erst recht unangenehm.
All dies nur, um zu gefallen oder Eindruck zu machen, sei es sich selbst, sei es den anderen. Um vorzugeben, daß man(n) wer sei. Wenn dies stimmt, und man ist es, kommt mir die leichte Qual ganz unnötig vor; ist man(n) es nicht, dann unsicher und schwächlich – wovon abermals der Hut ablenken soll.
Mag sein, daß Strohhüte neben dem Vorschein, den ihre Eleganz vermittelt, tatsächlich die gute Funktion erfüllen, die Kopfhaut vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen; daß es darum aber wirklich geht, bezweifle ich aus Erfahrung. Denn das Problem mit einem Schweiß, der nicht kultiviert abgeführt wird, stellt sich auch unter Strohhüten ein – eine Erfahrung, die ich gerade erst auf der toscanischen Insel gemacht habe.
Nun wußte ich alldies längst, aber mochte es mir nicht zugeben. Gestern abend indes wurde mir diese Erfahrung unangenehm. Ich sah, im Garten des Literaturhauses Fasananstraße sitzend, solchen Hutträgern immer wieder zu. Meist waren es Männer aufwärts fünfzig. Ihre hellen Hüte leuchteten, mehr indessen nicht. Zumal ist in unseren Breiten, besonders solch nassen Sommern wie diesem, ein Schutz vor Sonne ganz obsolet. Bei jüngeren Männern allerdings bin ich geneigt, bei solchen unter Dreißig, den eitlen Masochismus nicht mit Scham, sondern mit zärtlicher Ironie zu betrachten, da ich wieder den auffahrenden Jüngling in ihnen erkenne, der ich selbst einst gewesen.
Etwas anderes übrigens ist es mit Tüchern oder Handtüchern, die um den Kopf geschlungen. Hier geht Eitelkeit mit Funktion ineins: Die Funktion lächelt sozusagen, sie verbindet Botschaft mit der objektiven Erleichterung, um derentwillen die Ausstaffierung erfolgt ist. Also drängt sich das Eitle nicht auf, sondern ist, was es sein sollte: Spiel.

Ab Herbst 2017:


Joyce Chamber Arco Entwurf
Arco, Wien
>>>> Herbstvorschau 2017


Lektorat in Amelia


Lektorat in Amelia
Morgengang zur Panetteria hinab
(Pizza bianca per il prosciutto
La mia prima colazione giornaliera)

Und an ein Gedicht mal wieder gedacht
zu leben und sterben - und wiederzuleben -
im Süden mit von Sonne brennendem Nacken


Joyce Chamber Arco Entwurf

Maria Evans-v.Krbek,


die Lektorin der >>>> Fenster von Saint Chapelle, ist am Abend des Sonntags, dem 25. Juni 2017, aus dem Leben geschieden* - einen Tag nach ihrem 34. Geburtstag. >>>> Peter H. Gogolin hat dafür >>>> ein inniges Kondolenzgedicht verfaßt, worin er sie Ariadne nennt, die aus den Händen den Faden verlor. So bleibt auch Theseus ohne Ausweg.
Ich selbst hatte zu Maria seit Jahren nur noch einen allenfalls losen Kontakt; er verlor sich mit meiner Trennung von den Kulturmaschinen. Nur am Rande hörte ich immer mal wieder von ihr. Und daß sie unglücklich sei. Nun hat der Engel auf dem Buchumschlag, dessen Fotografie >>>> Isolde Ohlbaum dieser Ausgabe unentgeltlich zur Verfügung stellte, eine beklemmende Bedeutung bekommen.
[*) Dazu im >>>> Kommentar.]

Maria war eine kluge, sinnliche und gerade in dieser Sinnlichkeit mutige Frau. Auch aber deshalb war ihr der Weltlauf nicht gut.

ANH, Juni 2017

Fenster von S Chapelle amazon

ANHs Traumschiff.



Foto und Fotografie des Buchumschlages
(copyright): >>>> Jan Windszus


Alban Nikolai Herbst
Traumschiff
Roman


mare


320 Seiten.
Gebunden mit Schutzumschlag.
Lesebändchen.
22 Euro.


 



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